Buffetzelt

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Aurelie
Gelöschter Benutzer

Re: Buffetzelt

von Aurelie am 03.09.2018 01:20

"Kein bisschen", pflichtete ich ihr bei. "Definitiv. Und die hier kann sich sehen lassen", ergänzte ich dann, ehe ich noch einen der mundgerecht zubereiteten Snacks von einer Platte vor mir auf dem Buffettisch schnappte und ihn mir genüsslich einverleibte. Mit halbvollem Mund schob ich hinterher: "Auch, wenn mein papa das sicher noch besser hinbekommen hätte." Erst dann schluckte ich den Snack hinunter. Ich wusste, dass Vicky wusste, dass mein Vater ein Koch war - nicht nur irgendeiner, ein exzellenter und mehrfach ausgezeichneter - und dass ich meine Leidenschaften für's Essen und auch für's Kochen von ihm geerbt hatte. Aber es schadete bestimmt nicht, es immer wieder zu erwähnen. Ich war einfach sehr stolz darauf, wer konnte mir das übel nehmen? Nun, vermutlich tat das so mancher, aber das kümmerte mich ja nicht. Auch nicht, dass man denken konnte, dass ich keine Manieren besaß, weil ich hier am Reden war, während ich noch Essen im Mund hatte. Ich sprach schließlich gerade mit Vicky, dem Menschen, der mich besser kannte als alle anderen und schon sämtliche Seiten von mir gesehen hatte, und außerdem war mir so etwas generell nicht so wichtig. Natürlich war ich theoretisch gesehen in der Lage, mich gut zu benehmen und hielt mich an die Regeln, wenn es denn unbedingt sein musste, aber... das machte halt keinen Spaß. Es war ja nun auch nicht so, dass ich meinen Mund sperrangelweit offen hielt, sodass alle Welt den zerkauten Nahrungsbrei in meinem Mund sehen und analysieren konnte. Ich hatte noch nie verstanden, warum so Leute wie zum Beispiel mein Mannschaftskapitän Lucian sich über Dinge dieser Art mokierten. Das war doch nun wirklich nebensächlich.
Ein kurzer Blick auf Vickys Teller genügte, um mir ein zufriedenes und auch leicht amüsiertes Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Ich fand es furchtbar niedlich, einen Menschen gefunden zu haben, der meine Leidenschaft für's Essen teilte. Sorgen darum, dass einer von uns stark zunehmen und eines Tages an Übergewicht leiden und deshalb vielleicht sogar krank werden würde, machte ich mir keine. Wir waren beide Profi-Sportlerinnen und machten täglich ja wohl mehr als genug Sport, um diese "übermäßige" Kalorienzufuhr zu rechtfertigen. Ganz davon abgesehen nahm ich sowieso nicht zu. Ich futterte schon seit meiner Kindheit... Wie hieß das noch gleich? Wie ein Schuppendrescher? Scheunendrescher? Was auch immer. Jedenfalls aß ich den ganzen Tag und wenn ich schlafwandeln würde, würde ich damit bestimmt auch nachts nicht aufhören. Dick gewesen war ich aber nie. Ich wusste nicht, ob es daran lag, dass ich einfach einen gigantisch guten Stoffwechsel hatte oder daran, dass ich schon als Kind den ganzen Tag umhergestreunt war, als ob ich Hummeln im Hintern hätte. Obwohl die Tätigkeit als Quidditchspielerin mir bestimmt nicht schadete. Meinen Teller hatte ich jedenfalls schnell und ohne schlechtes Gewissen gefüllt und so gesellte ich mich zu Vicky an das Ende der langen Buffettafel, wo jene seit etwa einer halben Minute auf mich wartete. "Naturellement, gute Idee", stimmte ich ihrem Vorschlag zu und ging gleich einmal voran in Richtung der Tische und Bänke, die auf der Wiese aufgebaut worden waren. Tatsächlich hätte ich auch nichts dagegen gehabt, an den Stehtischen zu essen oder egal wo, Hauptsache, ich musste meinen Teller nicht die ganze Zeit selbst halten, aber ich hatte auch kein Problem damit, mich hinzusetzen. Schon gar nicht, wenn es Vicky gerne so wollte. Bei den Bänken angekommen ließen wir uns nieder, aßen und unterhielten uns angeregt miteinander, manchmal auch mit den anderen Gästen, die sich am gleichen Tisch hingesetzt hatten oder Freunden, die kurz zu uns dazustießen. Später am Abend und nach einem erneuten Abstecher ins Buffetzelt, weil unsere Teller doch irgendwann leer geworden waren und uns Lust auf mehr gemacht hatten, feierten wir uns im Tanzzelt die Seele aus dem Leib und stießen gemeinsam mit einigen Kollegen auf das Ende der Saison an.

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Caoimhe

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Re: Buffetzelt

von Caoimhe am 22.08.2018 18:04

Ich folgte den Bewegungen des Reporters so genau, als wäre zu erwarten, dass er in jedem Moment seinen Zauberstab hervorziehen und einen Fluch auf Dinah und mich schiessen würde. Selbstverständlich war mir klar, dass er das nicht tun würde – jedenfalls nicht direkt. Würde er einen Enthüllungsartikel über... Über mich und die neue, bedrohliche Seite von mir schreiben, würde trotzdem ein Fluch auf mir lasten, ein Fluch, der sich nicht nur für meinen Beruf, meine Karriere und meinen Ruf verheerende Wirkungen hätte. Natürlich war mir klar, dass dies nicht nur seine Schuld wäre, erst müsste ich mich verplappern, damit er überhaupt etwas zum Schreiben hätte. Also durfte ich nichts Falsches sagen. Mein Leben war zurzeit grossartig, ich war glücklich über unseren zweiten Platz und den SWA-Preis. An diese Geschichte musste ich fest glauben, wenn ich wirklich nicht etwas verraten wollte, was nicht verraten werden sollte.
Meine Hand zuckte augenblicklich zurück, als ich realisierte, weswegen er wahrscheinlich gestockt hatte – ich biss mir auf die Lippe und hoffte, dass ihm nicht aufgefallen war, wie schnell ich mich von Dinah gelöst hatte. Mir war klar, dass es nichts Neues war, wenn Dinah und ich uns so nahe zeigten, doch gerade heute war mir nicht nach Verschwörungstheorien. Jeglicher Art. Und ich war mir ziemlich sicher, dass niemand mir das böse nehmen würde – zumindest niemand von den Menschen, die über mein klitzekleines Geheimnis informiert waren.
„Ich meine, wenn das tatsächlich so wäre, wäre unsere Freundschaft nach unserem Sieg gegen die Arrows zu Ende gewesen. Oder schon zuvor, als ihr Team auf der Gewinnerseite stand." Ich schmunzelte. „Klar sind wir auf dem Spielfeld Konkurrentinnen, und da macht es auch keinen Unterschied, dass wir uns privat kennen. Doch ausserhalb davon beeinträchtigen unsere Berufe nicht unsere Freundschaft."
Klar stritten wir uns, sogar ziemlich oft. Wir waren beste Freundinnen, keine Frage, ich liebte sie mehr als jeden anderen Menschen dieser Welt. Es war eine Sache unserer beiden Charaktere, dass wir leider ziemlich schlecht darin waren, unsere Meinungsdifferenzen ruhig und sachlich zu klären. Ausserdem lebten wir zusammen und sahen uns jeden Tag, ich war der Meinung, dass das kein Mensch aushielt, ohne sich jemals über irgendwas zu zanken. Jedoch vertrugen wir uns immer ziemlich schnell wieder miteinander, was auch gut so war. Ich mochte das Gefühl, dass etwas zwischen uns beiden stand, ganz und gar nicht. Wahrscheinlich hatte ich in meinem Leben einfach schon genug Familienmitglieder verloren, weil ich mich nicht mit ihnen auf etwas einigen konnte – wenn das auch bei Dinah passieren würde, würde ich wahrscheinlich daran zerbrechen.
Für einen kurzen Moment schaffte ich es, meinen Blick von dem Reporter abzuwenden, um für einmal Dinah und nicht ihn anzulächeln – einerseits, weil ich tatsächlich irgendwo stolz darauf war, dass wir uns noch nie wirklich wegen unseren Jobs zerstritten hatten, aber vor allem, um zu bestätigen, dass ich meine Aussage auch ernst meinte. Könnte ich Dinah dabei nicht in die Augen sehen, wäre sie wohl deutlich unglaubwürdiger, als es mir lieb war.

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Roy

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Re: Buffetzelt

von Roy am 20.08.2018 23:11

"Ausgezeichnet!" Ein siegessicheres Schmunzeln breitete sich auf meinen Lippen aus, als mir beide mir nicht nur für ein kleines, inoffizielles Interview zusagten, sondern Caoimhe Coughlin sogar zugab, dass sie bereits etwas von mir gelesen hatte. Bisher war es immer anders herum, wie auch sonst, aber ich gönnte mir diesen kleinen Triumph-Moment. Das musste ich jedoch nicht vor den beiden machen, weshalb ich nach unten sah, um mein Notizblock aufzuschlagen, und meinen Ausdruck gekonnt zu kaschieren. Über meine Beigeisterung merkte ich auch nicht die Nervosität, die von Coughlin auszugehen schien. Ich war normalerweise ein scharfer Beobachter, aber entweder war es zu laut, ich war zu aufgeregt, oder Dinah Holloway's ruhige Aura machte es wieder wett. Jedenfalls hatte ich, als ich aufblickte, mir keine Frage zu ihrer Unsicherheit überlegt, sondern mir stattdessen ein paar andere, wahrscheinlich sehr viel relevantere Fragen überlegt. Als ich wieder aufblickte, schenkte ich ihnen für einen Moment ein strahlendes Lächeln, das man wahrscheinlich als Vorwarnung aufgreifen sollte, jedoch keinesfalls so gemeint war, bevor ich mich metaphorisch gesehen auf sie stürzte:
"Es ist ja bekannt, dass Sie beide gemeinsam in einer WG wohnen. Zufällig sind sie jedoch beide auch Top-Spielerinnen in ihren Teams, kommt da manchmal im Alltag Rivalität zwischen Ihnen auf? Wie ist das mit Spielen? Verschonen Sie einander oder oder merkt man anderweitig, dass sie so eng..." für einen Moment stockte ich, mir waren die Hände der beiden aufgefallen, und mein Unterbewusstsein hatte mir das falsche Wort unterschmuggeln wollen. Glücklicherweise hatte, ich mich rechtzeitig abgefangen, bevor ich etwas falsches gesagt hatte. "... befreundet sind?" Ich beendete meinen Satz doch noch mit Würde und sah sie beide mit dem wissbegierigen Blick eines leidenschaftlichen Quidditchreporters an. Also... mit meinem Blick eben. Sie hatten sicher schon einmal mit Reporten zu tun gehabt, also würde sie mein Verhalten sicherlich nicht allzu sehr stören, oder meine offensiven Fragen, für die ich keine großartige Einleitung gewählt hatte. Ich war nunmal ein recht direkter Mensch, und die beiden hatten sicherlich auch keine sonderliche Lust auf meinungsloses Geplauder – je eher wir zum Kern der Sache kamen, desto schneller war es auch vorbei. Mir war bewusst, dass Reporter keine sonderlich angenehme Gesellschaft waren. Ich merkte bei meinen eigenen Freunden, dass sich ihr Verhalten in der Präsens der Presse komplett veränderte und versteifte, und ich konnte sie nicht dafür verantwortlich machen. Immerhin waren auch Stars nur Menschen, nur mit viel, viel mehr zu verlieren. Nein, Ich machte mir keine Illusionen, dass sie wirklich großartige Lust darauf hatten, mit mir zu reden. Aber ich ließ mich auch nicht davon abhalten. Es war zwar eine Party, aber sie machten trotzdem ihren Job. Und ich machte meinen.

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Dinah

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Re: Buffetzelt

von Dinah am 18.08.2018 13:42

Ich war einer dieser Menschen, die auf großen Partys eigentlich nicht besonders viel Spaß hatten, besonders nicht, wenn irgendwo Reporter unterwegs waren. Immer musste man aufpassen was man sagt oder tut, da einige von ihnen großen Spaß daran hatten einem die Worte im Mund zu verdrehen und irgendeinen neuen Skandal auszulösen, aber wenn man nun mal zu den Stars und Sternchen der Qudditchwelt gehörte, waren solche Veranstaltungen schon fast ein Pflichtprogramm. Zum Glück hatte ich Queeves an meiner Seite, ohne sie würde ich hier vermutlich nur in einer Ecke herumstehen... naja.. allein. Klar, viele der Leute waren auch Privat Freunde von uns beiden gewesen aber ich war nur mit etwa einer Hand voll so gut befreundet um mein Unbehagen öffentlich herauszuposaunen. Zum Glück war ich aber die nicht die einzige die hier am liebsten verschwinden würde. Caoimhe hatte vielleicht andere Gründe.. gute Gründe, aber trotzdem zogen wir es durch und vielleicht würde es ja gar nicht so schlimm werden wie ich es mir vorgestellt hatte.
Auf dem Weg zum Buffetzelt begrüßten wir hier und da ein paar Leute, ließen uns aber in keine allzugroße Konversation verwickeln, erstens weil ich wusste dass dies das letzte war, was meine Beste Freundin jetzt gebrauchen konnte und zweitens war ich am verhungern. Ich konnte es kaum erwarten meinen Magen zu füllen mit all den Köstlichkeiten die sie bei solch großen Veranstaltungen auftischten. Das war vermutlich auch einer der wenigen Pro Argumente, mit denen man mich hier her schleifen konnte.
Nachdem wir das erledigt hatten, holten wir uns ein paar Drinks und suchten uns ein kleines abgelegenes Plätzchen innerhalb des Zeltes, damit wir unsere Ruhe hatten. Queeves sah schon so aus alsob ihr Kopf gleich Platzen würde und da würde es sicherlich nicht helfen sich in einer Menschenmenge zu postieren. Klar, ich wusste nicht genau was ihr gerade durch den Kopf ging und vorstellen wie sie sich fühlte konnte ich mir es auch nicht genau, aber ich kannte meine Beste Freundin jetzt schon mein halbes Leben und da hatte ich das ein oder andere über ihre Mimiken und Verhaltensweisen gelernt um zu wissen, dass sie am liebsten orgendwo anders sein würde und nicht hier. "Oh, ich hoffe wir können die Leute hinter das Licht führen und in dem Glauben lassen wir hätten tatsächlich Spaß, aber du weißt doch, wenn wir zusammen sind haben wir eigentlich immer eine gute Zeit!" mit diesen Worten versuchte ich sie ein wenig aufzubauen.
Ich wollte sie gerade fragen, ob alles in Ordnung war, da wurden wir von einem jungen Mann unterbrochen. Als ich sein Gesicht sah, war mir klar um wen es sich hier handelte. Immerhin war er als Sportreporter des Magazins auf dessen Party wir uns hier befanden kein unbekanntes Gesicht. 
Bevor ich rigendetwas sagen konnte, hatte Caoimhe schon eingewilligt ihm ein paar Fragen zu beantworten und ich nickte ihn daraufhin einfach nur an, um ihm auch meine Zustimmung zu geben. Nebenbei drückte ich kurz die Hand meiner Besten Freundin, ehe ich sie ansah und leicht lächelte, um ihr dadurch zu zeigen, dass ich mich darum kümmern würde, wenn er anfing fragen zu stellen die bei ihr Unbehagen auslösen könnten. Das würde sie immerhin auch für mich tun. Ich blickte wieder zu unseren neuen Freund und lächelte auch ihn an. "Welche Fragen brennen ihnen denn auf der Zunge?"

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There's something about sitting alone in the dark that reminds you how big the world really is, and how far apart we all are.
The stars look like they're so close, you could reach out and touch them. But you can't. Sometimes things look a lot closer than they are.

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Caoimhe

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Re: Buffetzelt

von Caoimhe am 18.08.2018 12:55

Es war definitiv die falsche Entscheidung gewesen, hierherzukommen. Nicht, dass ich als festes Teammitglied der zweitplatzierten Mannschaft und Spielerin im Finale dieser Saison wirklich eine andere Wahl gehabt hatte. Ich musste mich in der Öffentlichkeit zeigen, wenn ich wollte, dass niemand Verdacht zu schöpfen begann. Ich musste lächeln, mich beglückwünschen lassen und so tun, als würde ich Spass haben. Und trotzdem. Wenn es nach mir ginge, läge ich jetzt zuhause in meinem abgedunkelten Schlafzimmer. Weit weg von solchen dichten Menschenmengen. Weit weg von gefühlt tausend gleichzeitig und meiner Meinung nach viel zu laut sprechenden Stimmen, die meine gereizten Sinne total überforderten. Weit weg von billigen und nicht ganz so billigen Parfums, deren Düfte in der Luft zusammenflossen und ein, wenn man einen so guten Geruchsinn wie ich hatte, alles andere als gutes Gemisch abgaben. Ich war ja normalerweise wirklich kein Mensch, der ein Problem damit hatte, unter Menschen zu gehen, aber zwei Tage nach Vollmond hätte ich wirklich die Einsamkeit bevorzugt.
Nun. Wenigstens hatte ich meine beste Freundin an meiner Seite, was mir Kraft gab – nicht viel, aber immerhin musste ich das nicht alleine durchstehen. Dinah würde keine Fragen stellen, wenn ich heute Abend nicht in Beststimmung sein würde. Ich hatte mich schon beim Herankommen bei ihr eingehakt, damit sie mich weiterziehen würde, falls ich doch noch auf die Idee kam, wieder umzukehren. Und seither hatte ich sie nicht mehr losgelassen. Wahrscheinlich wäre ich, wenn ich dies nicht getan hätte, schon lange umgekippt.
Schlussendlich wusste nicht mal mehr, woher ich das Glas in meiner Hand, dieser Ort war definitiv zu laut und zu voll, als dass ich mich richtig konzentrieren konnte. Aber der Champagner tat mir definitiv gut, selbst wenn das Glas meiner Meinung nach viel zu klein war. Ich konnte definitiv mehr davon gebrauchen, denn noch hatte der Alkohol all meine Kopfschmerzen, Bedenken und innere Panik nicht verschwinden lassen - doch viele Gläser mehr durfte ich mir auch nicht mehr leisten, wenn ich verhindern wollte, dass ich mich auf irgendwelche Art und Weise verriet. Also musste ich mir wohl besonders Mühe geben, langsam zu trinken.
Ich nahm einen weiteren Schluck, ehe ich mich zu meiner besten Freundin drehte und sie anlächelte, auch wenn mir alles andere als nach Lächeln war. „Wir sollten wenigstens versuchen, so auszusehen, als ob wir Spass hätten", meinte ich und strich mir eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich hatte von uns beiden gesprochen, und dabei hatte ich nicht die geringste Ahnung, ob sie Spass hatte. Vielleicht hätte sie ihn, wenn sie nicht mit mir hier wäre. Ich war wohl derzeit nicht gerade die unterhaltsamste Begleitung für solche Anlässe.
Ich schreckte hoch, als ich von einer anderen Person als Dinah angesprochen wurde, ich musste erwartet oder zumindest gehofft haben, dass wir beide noch ein bisschen länger für uns bleiben würden. Ich brauchte einige Sekunden, bis ich verstand, was der Mann von uns wollte, und... Es gefiel mir nicht, dass er sich ausgerechnet uns ausgesucht hatte. Ich kannte seinen Namen, natürlich tat ich das, immerhin hatte ich in den letzten Monaten alle Zeitungsartikel gelesen, in denen mein Name vorkam. Derzeit wollte ich eigentlich nicht mit Reportern sprechen, aber eine andere Wahl hatte ich wohl nicht – Weglaufen war nicht wirklich eine gute Option...
„Ich weiss, ich..." ...Habe Ihre Stellen über mich nur etwa hundertmal gelesen und mich mindestens doppelt so oft gefragt, ob jemand deswegen eine Werwolf-Theorie aufstellen könnte, habe ich schon erwähnt, dass ich ein Werwolf bin? Nein. Merlin, hoffentlich war mein Stocken nicht allzu auffällig gewesen. „... Habe schon von Ihnen gehört. Ihr Magazin scheint ja immer bedeutender zu werden." Ich lächelte ihn an, ehe ich einen Blick auf Dinah neben mir warf – ich wusste, dass dieser Blick ihr reichen würde, um zu wissen, wie ich mich gerade fühlte. „Natürlich haben wir einen Moment Zeit. Was wollen Sie denn wissen?" Meine Stimme klang fröhlich, nur sehr wenige Menschen wie, die mich wirklich gut kannten und zu denen er nicht gehören sollte, würden mein Unwohlsein heraushören können. Dinah gehörte zu diesen Menschen, und ich hoffte wirklich, dass sie meinen Hilferuf verstehen würde. Ich war panisch, selbst wenn man mir das nicht anmerken mochte, und bisher waren nie gute Dinge aus meinem Mund gekommen, wenn ich panisch gewesen war. Ich würde ihre Hilfe brauche, wenn ich nichts Dummes sagen wollte.

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Roy

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Re: Buffetzelt

von Roy am 17.08.2018 18:31

Dies war ein soziales Event, aber trotzdem war ich am Arbeiten. Ich war gewissermaßen Gastgeber, zumindest mitunter, und gleichzeitig war dies die perfekte Gelegenheit, meinem Job nachzukommen und so gut und viel wie möglich über die geladenen Gäste zu schreiben. Es war wie eine Art Handel, sie bekamen eine angenehme Party mit Musik, Speisen und Getränken, und wir hatten alle relevanten Figuren der Quidditchwelt versammelt und für unser Magazin zur Verfügung. Ich versuchte, nicht allzu penetrant zu sein, immerhin war dies eine Party, auf der die Leute auch Spaß haben sollten. Allerdings war ich bis jetzt nur umher gerannt, mit meinem Notizblock und Bleistift in der Brusttasche meines Hemdes, und hatte eine Liste an für mich relevanten Personen und Informationen abgearbeitet. Ich konnte natürlich theoretisch auch entspannen – niemand zwang mich dazu, zu arbeiten, ich konnte auch zurücklehnen und den Abend mit meinen Freunden genießen, von denen viele eh bereits als Teil der Quidditchliga eingeladen worden waren. Aber das entsprach nun, um ehrlich zu sein, wirklich nicht meinem Stil. Möglicherweise, wenn ich meine kleine Checkliste abgearbeitet hatte, würde ich Zeit finden, mich an den Rand zu stellen und ein Getränk zu genießen, aber das wahr dann doch wohl eher unwahrscheinlich. Bei so vielen Quidditchsternen auf einem Haufen konnte einem das Material nie ausgehen, gerade heute war eine einmalige Gelegenheit, den Artikel zu schreiben. Das war meine Definition von Spaß. In meiner Arbeit ging ich auf, es war das, was mir lag und das, was ich tun wollte.
Ich hatte nach verschiedenen Leuten ausschau gehalten, die mir weiter helfen konnten oder von denen ich gern ein Statement hätte, und ich entdeckte gleich zwei davon am Rande des Buffetzelts stehen, mit jeweils einem Getränk in der Hand. Ich lief zu Dinah Holloway und Caoimhe Coughlin, Starspielerinnen der Montrose Magpies und Appleby Arrows, und bekanntermaßen gute Freundinnen, und stellte mich vor. "Hallo, ich bin Roy Willisburgh vom Quidditch League Magazin, ich hoffe ich störe nicht. Hätten Sie einen kurzen Augenblick für mich?" Sie sahen nicht aus, als würde ich sie bei irgendwas unterbrechen, zumindest nichts wichtigem. Vielleicht hatten sie Lust auf eine kleine... Unterhaltung.

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Vicky

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Re: Buffetzelt

von Vicky am 13.08.2018 13:28

„Die Party würde auch sicherlich nicht so gut laufen, wenn sie es hätten. Ich meine,.. Die Verpflegung ist das Wichtigste, wenn du mich fragst." Ich hatte mein Leben lang Entscheidungsschwierigkeiten, was sich vor allem bei meinem Wunschberuf niederschlug. Allein als Kind hatte ich gefühlt jedes Jahr ein andere Vorstellung und dies zog sich sogar weiter, nachdem ich von Magie und Hogwarts und von allem drumherum erfahren hatte. Nur waren meine Berufswünsche schließlich magischer Natur – unter anderem Professorin, Heilerin, Aurorin und schlussendlich Quidditchspielerin. Zwar war Eventplanerin nicht der einzige Beruf den ich nie in betracht gezogen hatte, aber einer der wenigen die ich dennoch interessant waren. Aber meine Arbeitsweise war schon immer viel zu chaotisch, ich verlor mich gerne im Detail und obendrein .. ich liebte es Geld aus dem Fenster zu schmeißen. Nicht wortwörtlich natürlich. Aber das waren nicht unbedingt Eigenschaften die man haben sollte, wenn man eine große Saison-Abschlussfeier plante. Das war selbst mir bewusst. Obendrein verlor man doch den ganzen Spaß an der Party, wenn man bangen musste ob sie überhaupt ein Erfolg werden würde. Ich war lieber Teil der Party.
Wenn man Aurélie und mir eines nicht ankreiden konnte, dann mangelnden Appetit. Gerne würde ich behaupten, dass allein meine guten Gene dafür verantwortlich waren, dass ich so viel verdrücken konnte ohne zu zunehmen, aber .. das war nicht der Fall. Vermutlich könnte meine bezaubernde Verlobte oder irgendwer anderes, vielleicht ein Angestellter den man dann benötigte?, durch die Gegend rollen, wenn ich nicht regelmäßig Sport machen würde. Sowohl mit der Mannschaft, als auch allein. Denn, auch wenn es durchaus Leute gab die es schockierte, zu Quidditch gehörte doch ein bisschen mehr als sich nur auf einen Besen zu schwingen und mal, in meiner Position als Hüterin, einen Quaffel zu halten. Ausdauertraining, Geschicklichkeit, Gelenkigkeit und all der Kram – all der Kram, der auch den Bettsport nur zu gut unterstützte. Eine Tatsache, die ich mit am meisten liebte Sportlerin zu sein und, was noch besser war, mit einer verlobt zu sein. Meine Tätigkeiten außerhalb der Beziehung,.. Ignorierte ich gekonnt. Als wäre die Person und diese Tätigkeit nicht existent. Zumindest nicht heute. Nicht jetzt wo es so gut lief.
Tatsächlich musste ich nicht lange darauf warten bis meine Begleitung fertig damit war sich Essen auf den Teller zu schaufeln, der sicherlich für mehrere Personen genügt hätte. Doch ich verurteilte sie dafür nicht, im Gegenteil, viel mehr bewunderte ich sie dafür, dass sie sogar noch ein bisschen mehr verdrücken konnte als ich – auch wenn es nicht wirklich viel war. Liebe ging bekanntlich durch den Magen, nicht? Und ich hatte eine menge Liebe zu geben. Und dementsprechend auch eine menge Platz im Magen. So meine Logik zumindest. „Setzen wir uns? Im Essen stehen finde ich persönlich etwas nervig." Zwischendurch kam es sicherlich vor, dass ich mir was beim Stehen oder während des Gehens reindrückte, was in etwa genauso elegant klang wie es vermutlich in den meisten Fällen aussah, aber wenn die Möglichkeit bestand, die hier durch die Bierbänke und Tische gegeben waren, griff ich lieber darauf zurück.

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Aurelie
Gelöschter Benutzer

Re: Buffetzelt

von Aurelie am 13.08.2018 02:45

Vickys Aussage, sie habe nur gute Ideen, quittierte ich bloß mit einem Grinsen. Natürlich hatte sie eine Menge guter Ideen, die beste davon, sich mit mir zu verloben. Aber die Aussage war eine offensichtliche Übertreibung, ein Scherz, und daher beließ ich es dabei. Ich war stolz auf sie, wie jedes Mal, wenn sie mein Französisch verstand. Dass sie selbst nur begrenzt französisch sprach, machte mir nichts aus. Es reichte mir vollauf, dass sie den Klang mochte und es versucht hatte. Könnte ich je mit jemandem zusammen sein, der meine Liebe für die französische Kultur und all das, was damit in Verbindung zu bringen war, nicht nachempfinden oder gar nicht verstehen konnte? Niemals. Der Stolz, den ich bezüglich meiner Herkunft empfand, ließ das nicht zu. Aber ich wusste, dass Vicky es liebte, mich französisch sprechen zu hören oder wenn ich die Rezepte meiner Familie für sie zubereitete, und das war alles, was ich wissen musste. Eigentlich hatte es auch Vorteile, dass sie meine Muttersprache nicht bedingungslos verstand. So war es mir möglich, mich mit meinen Schwestern über sie zu unterhalten, wenn wir jene in Frankreich besuchten, ohne, dass sie direkt Wind davon bekam, worum es ging.
Obwohl es eigentlich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählte, mir tiefsinnige Gedanken über unsere Beziehung zu machen - oder über irgendetwas anderes, das nicht zu hundert Prozent rund lief - drängte sich mir die Erkenntnis geradezu auf, dass es heute zwischen Vicky und mir wirklich gut lief. Und das freute mich. Es gab Tage, an denen ich sie am liebsten an die Wand klatschen wollte. Nicht, dass ich nicht jeden Teil von ihr mit ganzem Herzen liebte und froh über den Tag war, an dem wir uns kennengelernt hatten (und noch froher über den Tag, an dem wir zum ersten Mal Ihr-wisst-schon-was gemacht hatten). Aber eben jene schlechten Tage und meine Zweifel an dem Konzept des Verlobtseins und der Ehe an sich brachten mich zu diesem, nun ja, junggesellinenhaften Verhalten, das ich hin und wieder an den Tag legte. Mir gefiel nicht, wie sich diese Beziehung aktuell entwickelte, aber... Bevor irgendwelche Schuldgefühle in mir aufsteigen konnten, schob ich den Gedanken gekonnt beiseite. Ich hasste das Gefühl, das einen überkam, wenn man ein schlechtes Gewissen verspürte und hatte die Kunst, es zu verdrängen, schon perfektioniert. Stattdessen freute ich mich einfach über die Erkenntnis, dass heute einer der Tage war, an dem diese aktuell rothaarige Schönheit und ich von ganz allein harmonierten und an dem wir bloß das süße, verliebte Pärchen waren, das wir sein sollten. Das Ende einer langen Saison und die ausgelassene Stimmung schienen uns zu beflügeln. Von dieser Erkenntnis ließ ich mir ein Lächeln auf mein hübsches Gesicht zaubern, ehe ich sämtliche Gedanken zu dem Thema mit Nachdruck ganz aus meinem Kopf verbannte.
Ich schritt neben Vicky an der Tafel entlang und besah mir das Nahrungsangebot. Ich zierte mich gerne nochmal ein Weilchen, bevor ich mich zu irgendetwas entschied. Das galt nicht nur für's Essen. Dabei war ich eigentlich gar nicht so wählerisch. Ein bisschen vielleicht. Jedenfalls schaute ich einige Sekunden, in denen Vicky sich bereits daran machte, ihren Teller vollzuschaufeln, pingelig auf die Snackauswahl herab, bevor ich mich dazu herabließ, mir ebenfalls eine Kleinigkeit von dem Teller zu stibitzen, von dem sie eben schon gekostet hatte, und den Bissen kurz darauf zufrieden herunterzuschlucken. "Allerdings", pflichtete ich ihr bei, "immerhin haben diese Zeitungsleute nicht beim Catering gespart." Meiner Meinung nach konnte man beim Planen von Events kaum einen größeren Fehler machen. Die Verpflegung musste stimmen, genauso wie die Musik, und der Rest lief von ganz allein. Nachdem ich Vicky dann einen Kuss auf die Wange gegeben und ihr für den Blick, den sie mir zugeworfen hatte, gleich noch einmal lächelnd einen durch die Luft zugehaucht hatte, konnte ich mich auch nicht mehr beherrschen und machte mich daran, meinen Teller zu beladen. Meine maman hatte zu Hause immer gesagt, dass ich für drei essen konnte... Aber da sie das fast über all ihre Töchter gesagt hat, alle bis auf Anouk, wusste ich nicht, wie repräsentativ das wirklich war. Vielleicht aß ich auch für fünf. Zumindest sah mein Teller danach aus. Nachdem ich mit dem Auftun angefangen hatte, hatte ich gar nicht mehr aufhören können. Ich hatte keine Lust, in ein paar Minuten wieder hierher zurückzulaufen, nur weil mein Teller schon alle war. Der musste jetzt eine Weile halten. Von dem Anblick meines mit Köstlichkeiten überhäuften Tellers beseelt blickte ich auf und sah mit einem glücklichen Grinsen zu Vicky hinüber, um zu schauen, ob sie auch schon in Aufbruchstimmung war.

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Vicky

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Re: Buffetzelt

von Vicky am 10.08.2018 19:50

„Ich habe nur gute Ideen.", scherzte ich schließlich als Antwort auf Aurélies französische Aussage hin. Trotz der Tatsache, dass ich schon seit drei Jahren mit einer wunderschönen Französin liiert war, wir beide häufiger Urlaube in Frankreich bei ihrer Familie verbrachten und ich die französische Küche liebte – konnte ich kaum französisch. Ich hörte Aurélie wahnsinnig gerne zu wenn sie in ihrer Muttersprache redete, selbst wenn ich nur bruchstückhaft etwas verstand, und ja, ich hatte auch schon versucht es wirklich zu lernen .. aber die Sprache machte mich fertig. Nicht nur die Grammatik war schwer im Vergleich zu englisch, sondern auch die Aussprache. Diese gottverdammte Aussprache! Und wieso schrieben sie Worte ganz anders als sie letztenendes gesagt wurden?! Verwirrend.
Auf dem Weg zum Buffetzelt, ich ließ ihre Hand auf dem Weg dorthin nicht los, auch wenn hier kaum die Möglichkeit bestand sich zu verlieren wie es auf einem Konzert der Fall wäre, nahm ich mir mit meiner freien Hand die Sonnenbrille von den Augen und steckte sie mir kurzerhand in mein offenes, zurzeit rötliches, Haar. Dankbar nahm ich den Teller entgegen, welchen sie von einem Stampel genommen hatte, nachdem wir das Zelt und unsere Hände voneinander lösten. Ich selber empfand es nicht als romantisch, sondern viel mehr als befremdlich sich seinen Teller zu teilen. Einer stand dämlich damit in der Hand rum, während die andere Person sich mitbediente, oder wie? Mal davon abgesehen, dass es in meinen Augen nicht niedlich war, wenn Aurélie mir mein Essen stibitzte. Nun gut, irgendwo war es schon niedlich. Vielleicht auch nur, weil ich sie mal mit einem Eichhörnchen verglichen hatte, nachdem sie mir Pommes vom Teller geklaut hatte, aber freiwillig würde ich mein Essen nicht mit ihr teilen. Dafür war ich dann doch viel zu egoistisch und zu verfressen – ganz wie sie.
Ich zögerte nicht lange und ging an der Tafel entlang, ließ meinen Blick über die zahlreichen Teller wandeln und griff hier und da mal zu,.. Beziehungsweise wurde aus „hier und da" gerne mal ein kleiner Berg. Aber ich wollte ungern zweimal laufen und ich würde sowieso alles verputzen. Vor allem bei den Würstchen im Teigmantel und dem Nudelsalat konnte ich nicht widerstehen. Für die anderen Gäste war es sicherlich gut, dass sich das Essen wieder auffüllte. Andernfalls hätten sie gefühlt leere Mägen und ich ein schlechtes Gewissen. Für zehn Minuten zumindest. „Es sieht fantastisch aus und riecht so gut und - " Ich hielt kurz in meinem Monolog inne, als ich einen kleinen Snack nahm und genüsslich probierte, bevor ich beschloss auch dies nochmal auf meinen Teller zu legen. „und schmeckt hervorragend.", beendete ich schließlich meinen Satz.
Ein breites Lächeln erschien auf meinen Lippen, als mir meine Verlobte einen Kuss auf die Wange drückte, weswegen ich ihr auch so gleich einen von liebeerfüllten Blick zu warf. Trotz ihrer Macken, wer hatte keine?, war sie perfekt. Zumindest gerade in diesem Moment, schließlich hatte ich auch solche Momente in denen ich sie am liebsten zum Mond hexen würde. Doch jetzt, hier und heute fühlte ich mich wie in einer bunt schillernden Seifenblase, die durch ein fröhliches Zuckerwattewäldchen schwebte.

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Aurelie
Gelöschter Benutzer

Re: Buffetzelt

von Aurelie am 10.08.2018 19:18

Ich liebte die Vorteile, die das Leben als Quidditchprofi mit sich brachte. Zum Beispiel, auf Events wie dieses eingeladen zu werden. Kostenloses Essen, kostenlose Getränke und gut gelaunte, ausgelassene Gäste. Das war ein Fest nach meinem Geschmack. Auch, wenn der Anlass verbesserungswürdig war. Dass wir die Saison als Dritte beendet hatten, stieß mir immer noch sauer auf. Ich verlor eben nicht gerne. Der dritte Platz war ja an sich nicht schlecht, aber... wir hätten mehr drauf gehabt. Blöde Arrows. Immerhin hatten die dann im Finale gegen die Tornados verloren. Wenn die Arrows aus dieser Saison als Sieger hervorgegangen wären, wäre meine Laune heute definitiv um einige Nuancen düsterer. Aber das war ja nicht der Fall und alles in allem war es eine gute Saison gewesen. Wir hatten es uns redlich verdient zu feiern. Mit "wir" meinte ich meine Mannschaft, die Falmouth Falcons, aber vor allem meine Verlobte Vicky und ich. Obwohl wir für verschiedene Mannschaften spielten, die diese Saison eventuell vielleicht auch etwas aneinander geraten waren, feierten wir natürlich zusammen und ließen uns von der Vergangenheit nicht die Laune verhageln. Die nächste Saison lag schon in greifbarer Nähe und die ausgelassene Stimmung um uns herum war tierisch ansteckend.
Wir waren noch gar nicht lange auf dem Festgelände und hatten bisher nur wenige Gelegenheiten gehabt, bekannte Gesichter zu begrüßen, da verkündete Vicky, dass sie bald vor Hunger sterben würde und zog mich, ohne auf meine Zustimmung zu warten, ins Buffetzelt. Nicht, dass ich ihr diesen Wunsch hätte abschlagen wollen, ich konnte sie ja nicht einfach sterben lassen. Eventuell auch deshalb, weil mir selbst der Magen knurrte. Ich meine, ich hatte das letzte Mal vor... einer Stunde gegessen? Da konnte man schon mal wieder ans Essen denken. "C'est une bonne idée!", stimmte ich ihr trotzdem noch auf französisch zu, als wir den Zelteingang passierten. Ein fantastischer Duft stieg mir entgegen. Auch, wenn niemals und unter keinen Umständen irgendetwas die französische Küche schlagen konnte, hatte ich die Speisen, die hier in Großbritannien serviert wurden, schnell in mein Herz geschlossen. Oder vielmehr in meinen Magen. Ich ließ mich also äußerst gerne und widerstandslos von Vicky bis zum Beginn der langen Tafel ziehen, auf der die verschiedenen Gerichte und Snacks aufgereiht waren, und schnappte mir zwei Teller von dem Stapel am Rand, von denen ich einen Vicky in die Hand drückte. Andere Paare hätten es bestimmt süß gefunden, sich einen Teller zu teilen und gemeinsam davon zu essen... Keine Option für uns. Im Gegenteil, eine ganz schlechte Idee. Geradezu horrible. Das reichte hinten und vorne nicht und würde höchstwahrscheinlich zu einem blutigen Kampf führen, in dem wir uns miteinander um die letzten Bissen prügelten. Zwar hatte keine unserer Mannschaften die Saison gewonnen, dafür waren wir Weltmeister im Essen. Weil wir wussten, wie man das Leben zu genießen hatte. "Hmmm", seufzte ich und sog den Essensduft ein, während ich überlegte, womit ich anfangen sollte, während Vicky bereits damit anfing, ihren Teller unter einem Haufen Essen zu begraben. Das fand ich so süß, dass ich nicht umhin konnte, ihr aus einem Impuls heraus einen Kuss auf die Wange zu drücken, ehe ich ebenfalls damit begann, meinen Teller zu beladen.

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