Wiese

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Zoey
Gelöschter Benutzer

Re: Wiese

von Zoey am 15.08.2018 03:35

Rogers Nähe, die ich mehr unterbewusst als bewusst bemerkte, aber die mich trotzdem ein klein wenig nervös machte, zwang mich dazu, zu ihm aufzublicken, wenn ich ihm ins Gesicht schauen wollte. In dem ungewohnten Blickwinkel blendete mich die helle Nachmittagssonne etwas, weshalb ich ein paar Mal blinzeln musste, ehe meine Augen sich an das Sonnenlicht gewöhnen konnten. Dabei realisierte ich, dass Roger und ich uns seit der Weihnachtsgala vom Tagespropheten nicht mehr so nah gegenüber gestanden hatten. Und seit unserem Beinahe-Kuss. Ich schluckte. Falls es denn überhaupt ein Beinahe-Kuss gewesen war. Ich hatte nicht verhindern können, mir einige, okay, um ehrlich zu sein, viel zu viele Gedanken darüber zu machen. Hatte ich mich blamiert? Hatte ich etwas falsch gemacht? Oder falsch gedeutet? Aber Roger hatte diesbezüglich nie das Gespräch mit mir gesucht oder das, was zwischen uns vorgefallen bzw. nicht vorgefallen war, am Rande erwähnt. Auch in seinem Umgangston hatte sich nichts geändert, er war weder herzlicher noch in irgendeiner Form unterkühlter geworden. Deshalb hatte ich irgendwann aufgehört, mir Sorgen zu machen und das Thema war schleichend aus meinen Gedanken verschwunden. Erst seine Nähe zu mir heute hatte die Erinnerungen wieder aufgewirbelt. Aber die Umstände unseres kleinen Treffens auf dieser Feier waren leicht zu erklären. Es war laut, unheimlich viele Menschen liefen und standen um uns herum - dass uns einige davon beobachteten oder weniger erfreute Blicke zuwarfen, bemerkte ich in meiner Achtlosigkeit gar nicht - und ich war einfach nur eins seiner Teammitglieder. Mir war bewusst, dass ihm positive Beziehungen zu seinen Mitspielern wichtig waren und ich sollte definitiv aufhören, in seine Nettigkeiten so viel hineinzuinterpretieren. Ich machte mir einfach zu viele Gedanken. Oder?
Rogers Zwinkern erwiderte ich mit einem glücklichen Grinsen. Ohne es zu wollen oder sogar ohne es so richtig zu bemerken, fasste ich seine Zuwendung und seinen charmanten Umgangston, der, wahrscheinlich aufgrund der anhaltenden Siegestrunkenheit, die auch bei mir vorhielt, noch ein wenig intensiver und freizügiger ausfiel als sonst, als Flirt auf und reagierte darauf dementsprechend. Na gut, vielleicht wollte ich es auch gar nicht bemerken und den Moment stattdessen einfach genießen. Ich strahlte ihn an. "Die Saison hätte wirklich nicht besser laufen können. Hut ab, Davies", neckte ich ihn ein wenig. Mein Mund verzog sich zu einem unbeschwerten Lächeln. Momentan hatte ich wirklich eine Menge zu genießen, Roger sicher auch. Alle Bereiche meines Lebens waren gerade im Gleichgewicht, funktionierten einfach wie von allein und das musste ich ausnutzen und genießen, so lange es ging. Meine aktuelle Sorglosigkeit begünstigte die ausgelassene und glückselige Stimmung, die ich heute verspürte. Wie Roger erhob ich das Glas, das er mir mitgebracht hatte und prostete ihm ebenfalls zu. "Auf uns!" Mit "uns" meinte ich die Tutshill Tornados. Dass man meine Antwort auch anders hätte interpretieren können, kam mir in diesem Moment gar nicht in den Sinn. Ich wollte unser Team feiern, das sich das nach seinem hart erkämpften Erfolg auch verdammt nochmal verdient hatte. Zwar war ich in dieser Saison in keinem der ligarelevanten Spiele für die Tornados geflogen, aber ich hatte wirklich hart an mir gearbeitet und bei unseren Trainings alles gegeben. Ich war stolz auf mich und fand selbst, dass ich es mir verdient hatte zu feiern. Und dazu kam die moralische, mentale und emotionale Unterstützung, die ich auch stets bemüht gewesen war, zu liefern. Ich hatte, seitdem ich bei den Tornados aufgenommen worden war, wirklich alles an Zeit, Energie, Leidenschaft und Herzblut in die Mannschaft gesteckt, was mir zur Verfügung stand. Und ich bereute es nicht, kein bisschen. Im Gegenteil. Ich war immer noch stolz wie Bolle, dass die Tornados mich ausgewählt hatten, für sie zu spielen, wenn auch für's Erste in der zweiten Mannschaft, und war hochmotiviert, weiterhin wie ein Hauself dafür zu schuften. Egal, was sich in der kommenden Saison für mich ändern oder eben nicht ändern würde.
Wieder schaute ich zu Roger hoch und erneut konnte ich erst nach einigen Sekunden heftigsten Blinzelns erkennen, was sich in seinem Gesicht abspielte. Ich bemerkte, dass er mich musterte und das dabei auf seinen Lippen entstehende Lächeln trieb mir das Blut in die Wangen. Bemerken konnte man das allerdings wahrscheinlich nicht, worüber ich ganz froh war, denn meine gute Laune sowie das warme Wetter sorgten ohnehin schon für einen frischen, rötlichen Teint auf meinen Wangen. Als Roger sich dazu entschloss, weiterhin zu schweigen und seinen Blick, der immer verschmitzter und in seiner Wirkung noch durch sein Schmunzeln unterstützt wurde, nicht zu erklären, legte ich den Kopf leicht schief und blickte ihn aus meinen nur ganz dezent geschminkten Augen neugierig an, so als wolle ich herausfinden, was er gerade dachte. Dabei blieb ein amüsierter Ausdruck auf meinen Lippen zurück, was man an meinen Mundwinkeln gerade noch erkennen konnte. Das Champagnerglas, das er während dieser Gesprächspause an seine Lippen hob, lenkte meinen Blick ganz automatisch auf seine Lippen. Und ganz eventuell trat dabei ein leicht sehnsüchtiger Ausdruck in meine Augen, dessen ich mir in diesem Moment keineswegs bewusst war. In den Gedanken bei den Ereignissen der Weihnachtsgala vor etwas über einem halben Jahr verweilend blieb mein Blick an seinen Lippen hängen, bis er das Glas wieder absetzte. Die winzigen Tropfen, die der Champagner auf seiner Unterlippe hinterließ, funkelten golden im Sonnenlicht. Gerade noch konnte ich mich selbst davon abhalten, mir über die Lippen zu lecken. Dafür fuhr Roger mit der Zunge über seine Lippen und biss sich anschließend, nur für den Bruchteil einer Sekunde, auf die Unterlippe, die eben noch mit funkelnden Champagnertropfen besetzt gewesen war. Merlin. Die meisten Männer ahnten wirklich nicht, wie anziehend solche kleine Gesten waren. Bei Roger war ich mir da hingegen nicht so sicher. Immerhin riss mich diese keine Sekunde andauernde Regung aus meinem tranceartigen Zustand. Nun nahm ich wahr, wie mir das Herz bis zum Hals schlug, so laut, dass ich fast glaubte, Roger müsste es hören und wie trocken mein Mund geworden war. Trotz meiner Aufregung zwang ich mich, ruhig zu reagieren und so zu tun, als wäre nichts passiert. Als hätte ich eben nicht wie ein verhungernder Letifold auf seine Lippen gestarrt. Vielleicht hatte er das ja auch gar nicht bemerkt. Oder es war mir intensiver und länger vorgekommen, als es eigentlich gewesen war. Ich hob den Blick, langsam, damit ich nicht wirkte, als sei ich bei etwas ertappt worden, wie ich auch mein eigenes Glas hob und nun meinerseits einen Schluck nahm, um meinen trockenen Mund mit Champagner zu befeuchten, was den angenehmen Nebeneffekt mit sich brachte, dass ich nicht das Gefühl hatte, das immer noch andauernde Schweigen brechen zu müssen. Dabei erwiderte ich Rogers schelmischen Blick, von dem ich nun annehmen musste, dass er die ganze Zeit auf mir gelegen hatte, offen, fast herausfordernd. Ich wollte wissen, woran er dachte, warum er mich so geheimnisvoll ansah. Natürlich war das genau die Wirkung, die er mit seinem kleinen Spielchen hatte erzielen wollen, aber ich konnte mich nicht dagegen wehren. Als ich nach ein, zwei Schlucken Champagner, von denen ich wusste, dass sie mir schnell zu Kopf steigen würden, mein Glas absetzte, blieb ein angenehm prickelnder Film der goldenen Flüssigkeit auf meinen Lippen zurück. Während ich immer noch in seine Augen blickte, brach Roger endlich das Schweigen. Seine Äußerung verschaffte mir allerdings nicht die gewünschte Klarheit im Bezug auf seine Gedanken oder den Grund, warum er mich so lange so intensiv gemustert hatte und deshalb betrachtete ich ihn mit einem fragenden Blick, wie nach einer Erklärung verlangend. Lange musste ich darauf nicht warten und als sie kam, konnte ich ein geschmeicheltes und glückstrahlendes Lächeln auch mit aller Kraft nicht unterdrücken. So, wie er das Kompliment aufgebaut und mich darauf warten lassen hatte, und mit dem ausdrucksstarken Tonfall, in dem er diese Worte ausgesprochen hatte, hätte er damit selbst die härteste und emotionsloseste aller Frauen erweichen können. Ein warmes Gefühl breitete sich in meiner Bauchgegend aus, und ich war ziemlich sicher, dass das nicht nur vom Champagner herrührte. "Ich.. Danke. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich auch so fühle", erwiderte ich, viel zu baff, um über die Worte nachzudenken, bevor sie meinen Mund verließen. "Aber Du hast wohl recht, denn der Sieg steht Dir ganz ausgezeichnet." Herrje, hatte ich gerade wirklich einfach ausgesprochen, was mir durch den Kopf gegangen war? Vor Schreck nahm ich noch einen Schluck Champagner, so als könnte ich die Worte damit wieder herunterspülen. Ich schämte mich zwar nicht direkt dafür, doch war ich vorher noch nie so offen ihm gegenüber gewesen. Die Ausgelassenheit und der Champagner taten wohl ihre Wirkung. Aber Roger würde mir das ganz sicher nicht übel nehmen und wenn doch, dann schob ich es auf den Alkohol. Ich war zu unbeschwert, zu glücklich, um mir heute Sorgen darüber zu machen. Mit einem etwas schüchterneren, aber immer noch freudestrahlenden Lächeln blinzelte ich erneut zu ihm hoch. Die Sonne stand nun am Himmel genau hinter ihm, was es mir etwas erschwerte, seine Gesichtszüge zu erkennen und zu deuten, ihn aber noch mehr leuchten ließ, als er es seit dem Sieg im Finale schon von ganz alleine tat. Es war unmöglich, ihn hier und heute zu übersehen.

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Lucian

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Re: Wiese

von Lucian am 15.08.2018 23:58

„Ich bitte dich, Liebes. Ich bin Lucian Bole. Ich weiß eine ganze menge Dinge." Ich konnte es mir nicht verkneifen ihr ein Zwinkern zu schenken. Ich drehte das Glas, welches sich noch in meiner Hand befand, ein wenig, weswegen die dunkle Füssigkeit hin und her schwappte. „Obendrein hat er es mir gesagt. Frauen haben das Konzept des ‚sich miteinander unterhalten' nicht für sich allein gepachtet." Mir war durchaus bewusst wie viel Frauen über ihre Männerbekanntschaften (und anderen Kram) reden konnten. Tabitha und Nerissa waren insbesondere zu Beginn des vierten Schuljahres wirklich schwer zu ignorieren, wenn sie erst einmal angefangen hatten. Aber wie ich es bereits gesagt hatte: Männer konnten das auch gut. Zwar auf andere Art und Weise und viel weniger Details, aber das war ja irrelevant. Mich würde es aber, ohne dieses mal zu lügen, kaum überraschen, wenn Dinah und Roger was miteinander hätten. Was den Gedanken aber auch nicht weniger nervig machte.
Mir war klar, dass sie nicht einfach irgendetwas aufgreifen würde, nur weil ich es gesagt hatte. Aber wer weiß wen ich finden konnte, der bei der ganzen Sache mitmachte – unabhängig ob nun bewusst oder unbewusst. Immerhin gab es mehr als eine handvoll Leute die sich regelrecht danach sehnten, dass ein Gerücht aufkam, mit dem sie sich beschäftigen konnten.
„Ich erkundige mich nachher mal bei Kollegen, vielleicht weiß jemand was tatsächlich mit Holloway ist und, was noch interessanter wäre, wer die Unbekannte ist." Mit den Worten trank ich meinen Whiskey aus und stellte das leere Glas vor mir auf dem Tisch ab. Es interessierte mich in der Tat um wen es sich bei der Göre handelte, denn nach meinem Geschmack standen die beiden nicht nur viel zu nah beieinander, sondern sie blickte ihn mir auch eindeutig zu gespannt an, zu glücklich. Ich würde viel zu gerne wissen worüber sie sprachen, obwohl deren viel zu glückliche Gesichtsausdrücke mir doch deutlich vermittelten, dass ich es eben nicht wollte – oder wollen sollte. Wieso bei Merlin beschäftigte ich mich damit überhaupt? Innerlich schüttelte ich den Kopf, gut, dass ich wusste wie man seine Gefühle für sich behielt.
„Nun gut,.. Genug von anderen und Verzeihung für meine erneute Unhöflichkeit: Wie geht es dir eigentlich? Wie läuft die Arbeit?", erkundigte ich mich schließlich bei ihr. Man konnte uns beide vielleicht nicht unbedingt als Freunde bezeichnen, doch konnte ich auch nicht sagen, dass sie mir gänzlich unsympathisch war. Tatsächlich erschien sie mir sogar recht umgänglich, allerdings hatte sich bisher nie mehr ergeben als gelegentliche Gespräche, bei denen es jedoch mehr um die Arbeit ging, als um das Persönliche. Obwohl hin und wieder ein flirtender Unterton vorhanden war. Zwar hatte sie, im Gegensatz zu mir, noch etwas zu trinken doch würde dies vermutlich auch nicht mehr allzu lange halten. Zumindest ging ich davon aus. Es bestand natürlich auch die Möglichkeit, dass sie wirklich langsam trank. „Möchtest du noch etwas zu trinken?", stellte ich schließlich eine weitere Frage in den Raum und schenkte ihr einen freundlichen Gesichtsausdruck, hinter dem ich die aufkochende Wut versteckte und unterdrückte. Nein, ich würde mir diesen absolut fantastischen Tag jetzt nicht versauen lassen. Von niemandem.


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Tessa
Gelöschter Benutzer

Re: Wiese

von Tessa am 16.08.2018 16:30

Ich sah sein Zwinkern und konnte  nicht anders als leicht zu lachen. Charmant war er ja und vielleicht auch ein wenig selbstverliebt. Zu seinem Kommentar hin gab ich jedoch keine weitere Antwort, jedoch schien es mir fast so als hatte er den Drang mir beweisen zu müssen dass sein Tratsch stimmte. 
"Vielleicht spreche ich ihn ja später einfach mal darauf an", sagte ich und grinste leicht dabei. Natürlich würde ich das nicht machen. Das war einfach nicht meine Art. Ich würde jedoch einen Weg finden um die Wahrheit oder etwas in der Richtung heraus zu finden. Ich war einfach nicht eine Person die Gerüchte in die Welt stellte und die Person dann am Ende mit verletzte oder ihr Leben auf den Kopf stellte. Deswegen schrieb ich auch selten über Tratsch. Aber ich würde schon noch herausfinden ob Lucian da Recht behielt oder ob etwas anderes dahinter steckte.
Als er dann jedoch das Themna wechselte blickte ich ihn mit erhobenen Augenbrauen an. Smaltalk war bisher noch nicht wirklich unser Ding gewesen, da wir meist nur über Artikel oder solche Dinge wie gerade sprachen. Aber warum auch nicht? Er sah gut aus und konnte auch ganz nett sein. Er entschuldigte sich sogar. Das hatte ich wirklich nicht wartet.
"Wie du siehst geht es mir gut und über die Arbeit kann ich mich auch nicht beschweren... aber auf der anderen Seite hatte ich mir das hier ein wenig spannender vorgestellt", antwortete ich auf seine Frage und blickte mich erneut um. Es passierte wirklich kaum etwas hier auf diesem Event. Ich hatte mehr erwartet. Ein paar Dramen oder sonstiges. "Wie gefällt es dir denn bisher?", fragte ich ihn dann und sah zu wie er seinen Drink auf einen Zug hinunterkippte und mich fragte ob ich noch etwas haben wollte. Ich blickte auf mein Glas. Viel war ja nicht mehr darin. "Gerne. Warum nicht", antwortete ich dann und trank mein Glas leer. Das bisschen Alkohol schadete mir nicht. Vielleicht würde ich die Dinge hier dann auch interessanter finden. Ich schenkte ihm ein leichtes Grinsen. 

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Lucian

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Re: Wiese

von Lucian am 17.08.2018 00:27

„Tu dir keinen Zwang an.", unterstützte ich sie in ihrer Aussage, dass sie ihn später möglicherweise drauf ansprechen würde. Natürlich wäre es jetzt merkwürdig, wenn ich sie davon abhalten wollen würde, allerdings hoffte ich dann doch, dass sie dies nicht würde. Auch wenn ich aktuell nicht gut auf ihn zu sprechen war, hieß es nicht, dass ich provozieren wollte, dass er nicht gut auf mich zu sprechen war. Obwohl .. so besonders gut konnte es ja nicht sein, wenn er es als notwendig sah meine alleinige Existenz zu verschweigen. Wäre ich nicht so von mir selber überzeugt, und vor allem davon, dass ich jemand bin, wäre vielleicht der Gedanke in mir aufgekommen, dass ich tatsächlich ein niemand für ihn war. Jemand mit dem man Zeit verbringen konnte, wenn es einem gerade passte, der aber abgeschoben wurde sobald sich etwas besseres ergab oder deren Existenz man ansonsten vor anderen leugnete. Und wieso bei Salazar dachte ich immer noch darüber nach?
Die Tatsache, dass sie mich mit angehobenen Augenbrauen ansah, als würe sie ein wenig verwundert, ignorierte ich gekonnt. Schließlich wusste ich selber, dass dies normalerweise nicht zu unseren normalen Gesprächsthemen gehörte. „Man weiß nie wie es jemandem geht, es gibt erstaunlich viele Menschen, die das gut überspielen können.", warf ich schließlich ein und konnte mir ein leichtes Lachen nicht verkneifen, weil ich es selber gerade etwas absurd fand das zu sagen, während ich selber meine Wut – ausschließlich Wut! – unterdrückte. „Es freut mich dennoch zu hören, dass es dir gut geht." Ich nickte schließlich leicht zustimmend bei ihren Worten. „Ehrlich gesagt ich auch. Ich meine,.. Es ist nicht schlecht besucht, die Musik ist auch nicht übel, das Catering soweit okay; nicht ganz mein Geschmack, aber das ist ja eine persönliche Präferenz und es hätte durchaus Potenzial. Vielleicht sollte man das mal den Mitarbeitern der Quidditch League mitteilen, immerhin schafft der Daily Prophet es ja auch, dass immer ein wenig Action ist." Möglicherweise lag dies auch an der Unterschiedlichkeit der beiden Zeitungen. Zwar bemühte sich der Daily Prophet zur Seriösität, was er während des Krieges ja eher nicht getan hatte, aber ein Hauch von Kimmkorns Vermächtnis blieb dennoch in diversen Artikeln haften. „Was trinkst du denn gerne? Champagner, Whiskey etwas ganz anderes oder alkoholfreies?" Immerhin wollte ich ihr auch keinen Drink holen, den sie am Ende abstoßend fand – was immerhin einen gewissen Grad an Höflichkeit mit sich brachte. Oder auch das größte, das ich an „Fürsorge" aufbringen konnte (oder wollte).


Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.08.2018 00:29.

Tessa
Gelöschter Benutzer

Re: Wiese

von Tessa am 17.08.2018 20:55

Dass er nichts weiteres dazu sagte nahm ich einfach hin. Ich würde ihn so oder so nicht darauf ansprechen und wenn doch.. dann musste ich entweder betrunken sein oder wirklich viel Mut haben. So persönliche Fragen oder Anschuldigungen waren einfach nicht mein Ding.
Aber für den Job würde ich es dennoch machen, wenn es keinen anderen Ausweg gab oder keine andere Story, aber das drängte sich nun immer mehr in den Hintergrund da Lucian und ich uns anfingen über andere Dinge zu unterhalten und eigentlich war es auch ganz interessant ein wenig über ihn kennenzulernen und vielleicht Dinger herauszufinden die ich vorher noch nicht wusste. Für gewöhnlich sprachen wir über andere Dinge wie die Arbeit auch nicht.
"Bist du so ein Mensch?", fragte ich ihn dann und grinste ihn neugierig an. "Der seine Gefühle gut überspielen kann?" Es machte mich tatsächlich neugierig, aber auf der anderen Seite würde er mir sicherlich nicht die Wahrheit sagen wenn er gerade seine Gefühle überspielte.
Auf sein weiteres Kommentar hin zuckte ich mit den Schultern. "Ich denke die meisten die von der Zeitung kommen sind nur hier weil sie sonst nicht hier wären. Es wird vielleicht ein Artikel kommen... so spannend ist es leider nun mal wirklich nicht.. außer es wird noch etwas passieren. Der Abend hat ja gerade erst begonnen", sagte ich dann schließlich und blickte mich kurz um, aber noch immer waren alle hauptsächlich in Gesprächen vertieft.
"Whiskey klingt gut", sagte ich und  schenkte ihm ein Lächeln, da ich die Höflichkeit zu schätzen wusste. Er war wie es schien nicht der Typ der sich viel um andere scherte und sich Gedanken über alles machte. Da war ich nun mal ganz anders, aber nun gut.. jeder hatte seine Macken. Viele sahen meinen Perfektionismus als Macke an. Jeder wie er wollte.

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Lucian

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Re: Wiese

von Lucian am 17.08.2018 22:53

Ich schüttelte bei ihrer Frage leicht den Kopf. „Nein, aber ich bin auch allgemein betrachtet kein übertrieben emotionaler Mensch und neige dazu unangenehm ehrlich zu sein. Es wäre mir viel zu anstrengend meine Gefühle zu unterdrücken." Eine Aussage, die wohl nicht ganz an die Wahrheit ran kam. Mag sein, dass ich Wut auch gerne mal zeigte, insbesondere auf dem Quidditchfeld, aber andere Sachen? Niemals. Obwohl ich zugegeben wirklich nicht das Gefühl hatte ein sonderlich emotionsgeladener Mensch zu sein.
„Ich stimme dir in den Punkten durchaus zu. Hat einen gewissen Charakter von der Jugendmentalität. Selbst wenn die Party vollkommen langweilig war und man nichts verpasst hat, war man noch langweiliger, wenn man nicht dort war – unabhängig ob man selber keine Lust hatte hin zu gehen oder man eben nicht eingeladen wurde." Bei dem Gedanken musste ich für einen Augenblick schmunzeln. Ich kannte diverse Leute, die sich ihre unbeschwerte Jugendzeit zurück wünschten. (Obwohl ich mich durchaus schon gefragt hatte in welcher Welt sie gelebt hatten, dass die Zeit unbeschwert war.) Ich für meinen Teil wünschte mir diesen Augenblick nicht zurück. Dafür fand ich mein Leben, genau so wie es jetzt gerade war, einfach viel zu gut. „Sicherlich ist das nur die Ruhe vor dem Sturm." War auch schon vorgekommen, dass ein Event anfänglich langweilig erschien und es später schließlich doch ziemlich gut wurde. Ob dies jedoch tatsächlich daran lag, dass noch etwas passiert war oder ich mir den Abend nur schön getrunken hatte, konnte ich jetzt im nachhinein nicht mehr so genau sagen.
„Exzellenter Geschmack.", teilte ich ihr schließlich meine Meinung mit und ließ ihr ein Zwinkern zu kommen. Auch wenn die Ansicht vielleicht mittlerweile ein wenig überholt war, verband ich Whiskey eher mit Männern. Bei Frauen hingegen war meine Assoziation Sekt oder irgendein Cocktail mit Schirmchen und Glitzerfirlefanz. „Ich bin gleich zurück." Mit den Worten wandte ich mich von Theresa ab und machte mich auf den Weg zur Bar, die nicht weit von unserem Stehtisch entfernt war. Allerdings hatte sich inzwischen eine kleine Traube um die Getränkeausgabe gebildet, jedoch war dies nichts, was mich je von irgendetwas abhielt. Mir nichts, dir nichts schob ich einfach eine mir nicht sonderlich vertraute Person, ich glaube es war die nervige Meaghan McCormack von Pride of Portree, oder wie die Quidditch League, genauer genommen Roy Willisburgh mal meinte, Shame of Portree, zur Seite. „Zwei Whiskeys.", wandte ich mich schließlich an den Barkeeper und ignorierte die empörten Laute eben jener Quidditchspielerin, die es vermutlich nur so weit in der Liga geschafft hatte, weil ihre Mutter zu den erfolgreichsten Spielerinnen gehörte, die die Pride's je unter Vertrag hatten.


Antworten Zuletzt bearbeitet am 18.08.2018 12:04.

Gabriel

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Re: Wiese

von Gabriel am 19.08.2018 17:00

Ich konnte nicht behaupten, dass ich mich sonderlich auf den heutigen Tag gefreut hatte. Ich war kein Freund von Events, schon gar nicht, wenn nicht nur Journalisten und eben die A-Riege der magischen Prominenz auftauchten, sondern eben auch noch Freunde, Familienangehörige und diverse Fans, die ein Ticket ergattern konnten. Denn dies hieß vor allem eins für mich: Stress. Jede menge Stress. Doch es war eben Teil meines Jobs hier zu sein. Es war ein Teil meiner Freundschaft zu Roy, der für die Quidditch League arbeitete. Ich war mir zwar ziemlich sicher, dass er verstehen würde, wenn ich irgendeine simulierte Krankheit vorgeschoben hätte, aber andererseits .. wie könnte ich etwas bewusst verpassen von dem ich wusste wie wichtig es einem Freund war? Demnach handelte ich schon den ganzen Tag nach einem meiner „beliebtesten" Konzepte: Augen zu und durch (und Alkohol). Ich hatte Zuhause bereits ein Glas getrunken, bevor ich hier hergekommen war und seit meiner Zeit hier, hatte ich auch dauerhaft ein Glas in der Hand. Es war schließlich auch nicht so, dass ich ein Getränk nach dem anderen herunterkippte, im Gegenteil, viel mehr war es mein Ziel mich auf einem konstanten Level zu halten. Eins, bei welchem man mich noch nicht als be- oder gar angetrunken wahrnehmen würde, dafür aber mich entspannt und ruhig hielt. Dementsprechend brauchte ich mir nicht ständig ein neues zu holen, auch wenn das Getränk irgendwann nicht mehr sonderlich kalt sondern eher warm war. Ein verschwindend geringes Übel, meiner Meinung nach.
Im Gegensatz zu diversen Journalisten sprach ich nicht wirklich mit einem der hier anwesenden Quidditchspielerinnen und –spielern. Zumindest nicht in einem Interviewkontext. Hier und da gab ich mich als Freund von jemandem aus und bei anderen als Fan, der eines der Tickets erhalten hatte. Es war erstaunlich wie viel freier die Leute mit einem sprachen. Sie setzten nicht ihr Interview-Lächeln auf oder drückten sich absolut gewählt aus; sie waren sie selbst und das war etwas, nachdem ich schon immer gerne gesucht hatte. Nach ehrlichen Informationen, nicht nach solchen, die vom Management geschrieben wurden – oder zumindest gefühlt. Dementsprechend war der heutige Tag für mich nicht ganz unbrauchbar gewesen und im nachhinein auch nur halb so schlimm wie ich erwartet hatte. Doch blieb ich eben ein Freund der Vorsicht.
Ich ließ meinen Blick über die Wiese gleiten. Meaghan McCormack und weitere Spieler der Pride of Portree's betraten geradewegs das Loungezelt, vereinzelt erblickte ich Spieler der Wigtown Wanderers die mit mir unbekannten Gesichter (Freunde, Verwandte oder Fans?) sprachen und lachten, Kinder die ein wenig über die Wiese tollten und dabei den ein oder anderen Gast dabei zur Seite stießen und schließlich fiel mir auch eine meiner Kolleginnen in die Augen: Theresa „Tessa" Willow, die an einem Stehtisch war. Als unsere Blicke sich kreuzten, schenkte ich ihr ein leichtes Lächeln und hob kurz meine freie Hand um sie zu grüßen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 19.08.2018 17:01.

Roger
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Re: Wiese

von Roger am 19.08.2018 20:43

Die Wahrheit war, ich war mir nicht bewusst, dass ich mit Zoey flirtete. Wäre ich ein Außenstehender, und könnte sehen, wie ich mich verhielt und welche Wirkung ich auf sie hatte, oder hätte ich auch nur den leisesten Schimmer, was in ihr vorging, dann wäre es mir wahrscheinlich gedämmert, dass dies nicht die unschuldige Konversation war, für die ich sie hielt. Aber ich fühlte mich siegestrunken, euphorisch, alles was ich tat oder sagte fand seinen Ursprung in meiner kompletten Ausgelassenheit. Meine Nähe zu ihr, die Vertrautheit, meine Worte, sie waren alles Produkte dieses Gefühls. In ihr sah ich eine Gleichgesinnte, vor der ich meine Überschwänglichkeit nicht hemmen musste, da sie den Grund dafür genauso spürte, wie ich. Für ein paar Tage, bis der ernst des Lebens wieder begann, konnten wir uns in unserer Sorglosigkeit treiben lassen. Vielleicht spielte auch mein bisheriger Umgang mit Zoey eine Rolle in meinem jetzigen Verhalten. Wir hatten noch keine freundschaftliche Dynamik entwickelt, und ich hatte zwar versucht, so etwas aufzubauen, aber bisher war ich nicht so weit gekommen, da es gereicht hatte, wenn sie zu mir aufsah und meine Bitten und Ratschläge befolgte. Ich bildete mir ein, dass meine leitende Hand ihr dorthin geholfen hatte, wo sie jetzt war. Nicht ausschließlich, das war mir klar, es brauchte schon eine ganz bestimmte Art von Kämpfer, sich in so kurzer Zeit so weit vor zu arbeiten, und Talent hatte Zoey zweifelsohne auch. Allerdings hätte ich als Kapitän es mir auch sparen können, extra auf sie zu achten, sie zu fördern, wo ich konnte, und auch die Trainer von meiner positiven Meinung zu überzeugen. Ich war mir von Anfang an bewusst, dass auch sie ein Auge auf mich geworfen hatte – in einem ganz anderen Sinne des Wortes – und ich konnte nicht von mir sagen, dass ich das nicht, bis zu einem bestimmten Grad, für meine eigenen Absichten ausgenutzt hatte. Nicht, weil ich sie hinters Licht führen wollte, ich brachte sie ja nicht dazu, unmoralische Dinge zu tun; ich würde schon sagen, dass sich alles, zu dem ich sie brachte, positiv auf ihre eigene Karriere und Zukunft auswirkte, und ich ihr also demnach einen Gefallen tat, wenn ich meinen Charme dazu ausnutzte, sie in die richtige Richtung zu lenken. Es war mir dabei jedoch nicht klar, dass ich mit ihren Gefühlen spielte, immerhin hatte sie mir bisher nie etwas dergleichen gestanden oder ihrerseits einen Versuch gemacht, irgend etwas zum Laufen zu bringen. Es war allerdings auch nichts, was ich verstand oder jemals erlebt hatte. Wenn ich eine Person mochte, dann wusste sie das schnell, und wenn sie dieselbe Meinung von mir hatte, wurde eben mehr daraus. Ich hatte nicht oft mit Zurückweisung zu tun, aber wenn, dann wusste ich, wie ich damit umzugehen hatte. Allerdings, und das wusste ich selbst zu diesem Zeitpunkt nicht einmal selber so genau, hatte ich niemals eine Frau getroffen, für die ich ernsthafte romantische Gefühle gehabt hatte. Dessen ungeachtet, ich unterschätzte, wie stark meine Wirkung auf Zoey wirklich war. Es war nicht meine Absicht, ihr falsche Hoffnungen zu machen, diese Art von leichtem Flirten stufte ich als komplett harmlos ein, wenn nicht gar als Ansporn.
Wenn ich in diesem Augenblick allerdings gemerkt hätte, dass ich gerade mit Zoey flirtete, dann wäre mir auch bewusst geworden, dass sie ebenfalls ein wenig zurück flirtete. Nicht sonderlich offensiv, das würde niemand von ihr erwarten, aber sie stieg auf das ein, was ich sagte, und hielt die Sache in Gang. Es fiel mir jedoch nicht auf. Ihr neckender Ton, ihr Toast als wir die Gläser erhoben, ihre lebhafte Röte, das Glitzern in ihren Augen. Ich bezog es auf das, was auch ich fühlte, unwissend, dass das nicht alles war. "Danke, danke.", antwortete ich mit einem Grinsen im Gesicht und einer Hand auf der Brust. Ich deutete eine kleine Verbeugung an. Keine falsche Bescheidenheit, ich verdiente das Lob, das wusste ich. Doch wir hatten beide diese Art von Austausch schon oft genug hinter uns, dass wir es mit Humor nehmen konnten. Sie wusste, dass ich nichts ohne das Team war, und dass der Verdienst nicht komplett mir zuzuschreiben war, doch dies war ein lockerer, neckischer Austausch. Auch die Doppeldeutigkeit ihres Trinkspruchs bemerkte ich nicht. Sie meinte das, was ich meinte, es gab nichts Wichtigeres für mich in diesem Moment, auf das man anstoßen könnte.
Das Lächeln auf meinen Zügen, das man als zufrieden wenn nicht gar selig beschreiben konnte, verbreitete sich nur, als mir Zoey bestätigte, dass sie genau das fühlte, was ich von ihrem Gesicht abgelesen hatte. Man sah ihr das Glück an, das sie spürte, und von dem ich mir sicher war, dass es auch mir ins Gesicht geschrieben stand. Auch meine Wangen waren leicht gerötet, von der Nachmittagshitze und dem Alkohol, aber hauptsächlich von der Aufregung und der Freude. Zusammen mit den kunstvoll verwuschelten Haaren und dem Schimmern hinter meinen Augen, sah man auch mir wahrscheinlich meine gute Stimmung schon von Weitem an. Dass Zoey dazu eine Bemerkung machte, hinterfragte ich also nicht. Jedem stand Freude wahrscheinlich besser als Missmut, und der Gewinn der Meisterschaft war wohl für mich ein größerer Grund zur Freude als alles andere. Ich sagte nichts, trotzdem schenkte ich ihr ein strahlendes Lächeln an Stelle einer Antwort.
Ein sanfter Windstoß erreichte uns und fuhr durch die Grashalme, ließ die Blätter der Bäume rascheln und verschaffte uns eine Sekunde der Erfrischung. Es wurde langsam Abend. Eine lose Strähne aus Zoeys Frisur war ihr ins Gesicht gepustet worden; aus einem Impuls heraus streckte ich die Hand danach aus, und strich sie sanft wieder hinter ihr Ohr. Es hatte wirklich nichts zu bedeuten, meine Zuneigung für Zoey ging nicht über die eines Mentors hinaus, und doch fühlte es sich in diesem Augenblick richtig an, sie zu berühren. Ich nahm die Hand nicht weg, stattdessen legte ich sie ihr für einen Moment auf die Schulter, und strich dann ihren Arm hinab, bis ich ihre Hand fand, die ich kurz drückte. "Es ist schön, dass du hier bist.", sagte ich leise. Mein Blick fand ihren, und für einen Augenblick sahen wir uns einfach in die Augen. Dann ließ ich sie ganz los, und verlagerte mein Gewicht wieder nach hinten, den Abstand zwischen uns nur minimal vergrößernd, was sich jedoch wie eine plötzliche, drastische Veränderung in der Atmosphäre zwischen uns anfühlte. Ich nahm einen weiteren Schluck von meinem Sekt, und dann war das Glas auch schon leer. "Aber ich will dich nicht länger aufhalten, ich geh mal meine Freunde suchen. Ich hoffe, du hast hier heute Abend noch eine Menge Spaß!" Ich merkte nicht, dass mein Umgangston sich mit einem Mal verändert hatte, für mich war das alles bis jetzt eine Konversation zwischen Teamkameraden gewesen, mehr nicht. Jetzt, wo ich mich verabschiedete, nahm sie aber auch endlich auch für Außenstehende diesen Charakter an. Ich machte einen weiteren Schritt zurück, und hob meine Hand zum Gruß, noch immer lächelnd. Ich würde mein Lächeln an diesem Abend wahrscheinlich gar nicht mehr ablegen. "Wir sehen uns sicher noch einmal, bis später!" Mit diesen Worten verabschiedete ich mich von ihr, und ich merkte gar nicht, wie abrupt diese Wandlung war. Ich wollte sie nicht einfach so stehen lassen, aber es fühlte sich, für mich zumindest, an, als wäre unsere Unterhaltung zu einem natürlichen Ende gekommen. Sicherlich könnte man sie später noch einmal aufgreifen, aber wir hatten sicher beide viele Leute auf dieser Party, die unsere Anwesenheit begehrten.
Ich drehte mich um, um mir im Tanzzelt ein weiteres Getränk zu holen, wo ich wahrscheinlich auch Bradley und Chambers wieder aufgabeln würde, jedoch kam ich nicht so weit. Am Rande des Zeltes, an der äußeren Ecke der Bar, erblickte ich Lucian Bole, der auf seine Bestellung zu warten schien. Ein Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus, und ich änderte meinen Kurs leicht, um mein leeres Glas auf einem der fliegenden Tabletts abzustellen, bevor ich zu ihm hinüber kam. "Lucian! Ich wusste doch, dass du dich hier irgendwo rumtreibst." begrüßte ich ihn überschwänglich und klopfte ihm, als ich neben ihm ankam, leicht auf die Schulter, wo meine Hand dann ein paar Sekunden lang verweilte, bis ich ihn wieder los ließ. Bevor er antworten konnte, hatte uns die Barhexe zwei Gläser vor die Nase gestellt. Ich erkannte die bernsteinfarbene Farbe meines go-to Getränks in fast jeder Bar sofort. "Hast du mir auch einen bestellt? Wie lieb von dir.", bemerkte ich scherzhaft. Es war mir schon klar, dass Lucian mir nicht einfach ein Getränk kaufen würde, wenn wir uns noch nicht gesehen hatten an diesem Abend, aber ich wollte auch nicht, dass er gleich wieder abhaute, um zu seiner Begleitung, oder wem auch immer einen Whiskey kaufte, zurück zu kehren. Jetzt war ich hier, und ich war in Feierstimmung, und ich wollte mit ihm zusammen feiern. Wer auch immer die andere Person war, sie konnte warten. Grinsend sah ich ihn an.


GEBURTSDATUM

01.06.1978

TRIKOTNUMMER
21

TREFFERQUOTE
78.8%

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT
263km/h

GESPIELTE LIGASPIELE
22

GEWONNENE LIGASPIELE
16

Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.

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Tessa
Gelöschter Benutzer

Re: Wiese

von Tessa am 19.08.2018 21:54

Nachdem Lucian verschwunden war um mir ein weiteres Glas zu bringen, stand ich weiterhin an dem Stehtisch. In solchen Momenten wäre ich dann doch am Liebsten zu Hause geblieben und hätte einen der Artikel fertig geschrieben die ich vor einer Woche schon angefangen hatte.. aber nein ich war hier und vergeudete meine Zeit mit Alkohol und einer Party auf der nicht wirklich etwas passierte. 
Hin und wieder liefen ein paar Leute an dem Stehtisch vorbei an welchem ich stand, jedoch machte ich mir noch nicht einmal die Mühe herauszufinden wer es war, da jeder in einem Gespräch war und - wo genau war eigentlich Lucian geblieben?
Ich lehnte mich von meinem Stehtisch ab und blickte umher aber Lucian sah ich nicht. Vielleicht hatte er ja untwegs jemanden getroffen den er kannte. 
Seufzend nahm ich meine Tasche von dem Stehtisch und machte mich zum nach Hause gehen bereit, als ich mich noch einmal umblickte und dann Gabriel in der Menge stehen sah, der mir auch genau in diesem Moment zuwinkte. 
Mit einem Lächeln lief ich auf meinen Arbeitskollegen zu, da er dort genauso alleine stand wie auch ich bis zuvor. "Hey Gabriel, du auch hier", stellte ich fest und musterte ihn. Er war schick angezogen- genauso wie man es aber auch machte bei dieser Art von Event.
"Ich wusste gar nicht dass sie mehrere von uns hierher geschickt hatten, sonst hätten wir doch auch zusammen herkommen können", sagte ich und schenkte ihm ein Lächeln. Er war wirklich nett und ich kannte ihn sogar schon aus dem Hogwartszeiten, in welcher wir jedoch nicht all zu viel miteinander zu tun hatten, da wir in verschiedenen Häusern waren.. aber nun wo wir uns fast jeden Tag auf der Arbeit trafen hatte sich eine gute Freundschaft zwischen uns ergeben.

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Lucian

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Re: Wiese

von Lucian am 19.08.2018 23:36

Während ich auf meine Bestellung wartete, konnte ich nicht verhindern fast schon ein wenig genervt auf meine Uhr zu blicken, die sich an meinem linken Handgelenk befand und allerlei Schnick-Schnack besaß, den ich im Grunde gar nicht brauchte. Zumindest im gewöhnlichen Alltag nicht. Doch waren die Uhren, die man traditionellerweise zur Volljährigkeit erhielt, mit dem gesamten Kram ausgestattet. Mondzyklus, Planetenkonstellation und so etwas. Zu meinem Leid benötigte die Frau hinter der Bar länger als es mir lieb war, doch stand ich hier schließlich nicht als einzige Person – auch wenn ich mir selber natürlich immer den Vorrang geben würde, doch die Dame hinter dem Thresen schien dies nicht so zu sehen. Dementsprechend blickte ich wie die Zeiger meiner Uhr sich langsam bewegten, fast war es so, als würden sie dadurch nur noch langsamer werden. Ich hätte mich umsehen können, sicherlich, doch hätte dies auch keinen Unterschied gemacht. Bis auf vielleicht den kleinen Punkt, dass ich Roger hätte kommen sehen bevor ich ihn hörte. Mein Blick ging instinktiv zur Seite, als ich meinen Namen hörte und kurz darauf auch schon ein Klopfen auf meiner Schulter spürte. Noch bevor ich antwortete, überkam mich das Bedürfnis seine Hand, die kurz auf meiner Schulter verweilte, wegzuschieben; allerdings kam er mir, gütigerweise, zuvor. „Und ich kann mir absolut nichts schöneres vorstellen womit ich meine Zeit stattdessen hätte verbringen können.", antwortete ich ihm in einem gespielt überschwänglichen Ton um ihn zu imitieren, während sich ein übertrieben freundlicher Blick sich auf mein Gesicht stahl. Mein Blick glitt zurück zur Bar, wo die Hexe die Getränke abgestellt hatte und ich wies sie mit einer Handbewegung an mir noch eins hinzustellen. Schließlich war es hier drinnen nicht gerade leise. Zu meinem Glück schenkte sie sofort ein drittes Glas ein, das ich Roger in die Hand drückte. „So bin ich eben.", sagte ich dieses mal deutlich nüchterner und schenkte auch seinem Grinsen keine sonderliche Beachtung. Stattdessen griff ich die anderen beiden Gläser, von dem ich eins für Tessa vorgesehen hatte. Er hatte sich vorher mit irgendwem vergnügt und jetzt hatte ich eben auch meine Konzentration auf wen anders gelegt. „Ich wünsche noch viel Vergnügen.", flötete ich ihm dieses Mal wieder in einem fast schon ekelhaft freundlichen Ton zu – direkt in sein Ohr, damit ich nicht so laut sprechen musste, und drehte sowohl ihm als auch der Bar den Rücken zu. Der Weg aus dem Zelt war ziemlich kurz und augenblicklich wurde es leiser, immerhin sorgte Zauber dafür, dass es hier draußen zwar Musik gab, aber sie nicht so unangenehm laut war wie in dem Zelt.


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