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Raphael

29, Männlich

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Ballycastle Bats Daily Prophet Journalist Hogwarts Hufflepuff Abschluss Muggelstämmig Neutral Okklumentik Legilimentik

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Re: Wiese

von Raphael am 21.08.2018 14:31

Ich wusste wirklich nicht genau, wieso ich eigentlich länger geblieben war, als nötig. Immerhin hatte ich es mir zu Beginn der Party noch zur Aufgabe gemacht, tatsächlich Informationen für einen möglichen Artikel zu sammeln und dabei auch Lexi Davies bemerkt, die wohl ebenso erpicht auf Informationen war. Nachdem ich allerdings nach einer Weile des Leute Ansprechens und abgewiesen Werdens ein wenig den Elan verloren hatte, mich weiter irgendwie mehr oder weniger zu blamieren, hatte ich doch tatsächlich beschlossen, mir einfach bei der Wiese, ein wenig abseits von den größeren Menschenmassen einen Sitzplatz zu suchen und mich dort entspannt niederzulassen. Ich hatte mich seit langem nicht mehr getraut, aus dem Haus zu gehen, höchstens zur Arbeit und zu Orten, an denen ich Nachforschungen anzustellen hatte und selbst das tat ich eher widerwillig. Im Büro zog ich mich hinter meine kleinen Pappwand zurück, die mich und meine Arbeitsbucht von den anderen trennte und vergrub mich ganz und gar in Pergament und Tinte. Gespräche vermied ich so gut es möglich war und wenn ich mit jemandem sprechen musste, fasste ich mich kurz und beendete die Unterhaltung so schnell wie möglich. Es war mir einfach unangenehm, andere Menschen zu treffen, zumindest war es das bisher gewesen und nachdem ich zumindest ein wenig über meinen Selbsthass hinweggekommen war, fühlte ich mich oft einfach nur noch fehl am Platz oder irgendwie unerwünscht. Also musste ich wohl vorerst damit leben, mehr oder weniger allein zu sein, auch wenn das nicht wirklich das war, das ich mir wünschte. Oder, ich traf eben wie heute Entscheidungen, die mich wohl zumindest ansatzweise wieder unter Menschen brachten. Na gut, vielleicht wusste ich doch, weshalb ich geblieben war. Ich hatte es einfach satt, allein in meiner Wohnung zu hocken und Trübsal zu blasen, das half ja auch nichts und ich musste nunmal auch irgendwann beginnen an mir zu arbeiten. Wie sollte ich das schaffen, ohne unter Leute zu gehen? Ich musste einfach über meinen Schatten springen und mich etwas zusammenreißen. Und das hatte ich ja hiermit getan.
Ich beobachtete also von meiner Position aus einige Menschen, teilweise waren sie bereits so betrunken, dass sie nicht mehr gerade gehen konnten und der dämmernde Himmel bestätigte mich in meiner annahme, dass sie wohl auch schon eine Weile hier waren und genug zeit gehabt haben, sich zu besaufen. Ich selbst hielt nicht allzu viel von Alkohol, ich mochte es einfach nicht, betrunken zu sein. Es war ein merkwürdiges Gefühl. Ich hatte immer zu den Leuten gehört, die die betrunkenen lieber beobachteten und froh waren, sich selbst nicht so zu blamieren. In einiger Entfernung entdeckte ich einen der Quidditchspieler, die ich zuvor angesprochen hatte, dieser hatte mich lediglich mit den Worten "Verzeihung, ich lasse mir nur ungern meine Karriere von einem Zeitungsfatzke ruinieren." abgewimmelt. Zu meiner eigenen Überraschung hatte mich das nicht wirklich getroffen, vermutlich weil ich fand, dass er recht hatte und ich musste ihm ja keine Informationen entlocken. Als ich meinen Blick dann weiter durch die Menge schweifen ließ, erkannte ich noch mehrere bekannte Gesichter, doch eins stich - aus meiner Perspektive war das absehbar - besonders heraus. Natürlich war Roger Davies hier, es wäre dumm von mir gewesen, anzunehmen, dass er sich von dieser Party fernhielt, immerhin gehörte er zum Siegerteam und das gönnte ich ihm allemal, nach dem riesen Skandal, der um ihn geschehen war hatte er das wirklich souverän durchgezogen und gewonnen.
Natürlich bemerkte ich, dass Zoey bei ihm stand und auch fiel mir auf, dass ihr Gespräch irgendwie zweideutig schien, zumindest anhand der Mimik, die ich bei Davies beobachten konnte, da Zoey mir mit dem Rücken zugewandt dastand und ich so nur sein Gesicht sehen konnte. Ich hätte ehrlich darauf verzichten können, doch konnte ich meinen Blick auch nicht abwenden, das war wie bei einer katastrophe oder einem Unfall, wenn etwas so schrecklich war oder so unglaublich - im negativen Sinne - dass man einfach nicht wegsehen konnte...Nein, dachte ich dann und schüttelte mich, ich würde diese negativen Gedanken nicht zulassen, jetzt wieder mit Hass anzufangen war nicht der richtige Weg. Außerdem entfernte er sich kurz darauf sowieso aus meinem Blickfeld. Für eine Millisekunde tauchte in meinem Kopf der Gedanke aus, zu Zoey hinüberzugehen, immerhin wirkte sie ein wenig stehengelassen, aber im nächsten Moment dachte ich, dass ich sicherlich nicht der erste wäre, den sie würde sehen wollen. Auch nicht der zweite oder überhaupt jemand und ich hatte ihr versprochen, dass sie mich nicht wiedersehen musste, also verdrängte ich den Gedanken schnell, auch wenn ein Gespräch sicher nett hätte werden können.

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He might be there but you'd never notice got a lot to say but he's soft spoken. He's a book that just isn't open a tiny ripple in a stormy ocean cause theres way too many things going on in his head and he's always in his head thinking too far ahead could've gone to prom but instead he lays in bed thinkin' of all the things that he left unsaid till hes red.
Sorry Mister Glass the world has a way but now im sure you're heard many people say you miss every opportunity you dont take
Mister Glassman! he's really soft spoken you never notice glass unless its broken.

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Raphael

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Re: Festsaal

von Raphael am 25.12.2017 21:57

Ich mochte die Tatsache gar nicht, dass die beiden an einer Position waren, an der sie mich leicht hätten bemerken können, wären sie sich der Tatsache bedacht, dass ich überhauot auf dem Ball anwesend war. So war ich noch halbwegs sicher, doch als im Laufe des Abends die ersten Stehtische allmählich geräumt wurden und der Tanzfläche Platz gemacht wurde, wurde ich umso unruhiger. Ich hatte nun nicht mehr wirklich eine Position, an der ich mich unbeobachtete genug fühlte, um mich wohl zu fühlen, doch wenigstens konnte ich die beiden...ähm..."Turteltäubchen" trotzdem beobachten. Ich beobachtete, wie Roger Zoey absichtlich zu umgarnen schien, was mich zunächst die Stin runzeln ließ, bevor sich ein beinahe diabolisches Lächeln auf meine Züge schlich. Das war doch das Material, nach dem ich gesucht hatte...wenn ich davon nur irgendwie Aufnahmen machen könnte...mein Blick ging erneut durch den Raum, auf der Suche nach Kameraleuten, die die Szenarien auf dem Ball womöglich mitschnitten und entdeckte natürlich auch einige, von verschiedenen Zeitungen. Natürlich, das hier war ja auch eine Gala der Tagespropheten, da musste es Kameras geben. Ich machte einige Schritte durch den Raum, um meine Position zu ändern. So blieb man unentdeckter, sollte jemand mich an der vorigen Position gesehen haben, jetzt würde er mich dort nicht mehr finden und ewig brauchen, um mich erneut zu finden. Ich wusste, was mir lag. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich weiterhin Roger und Zoey, auch während der Rede, zu der sich nicht alle an ihre Sitzplätze begaben, weshalb es für mich keinen Grund gab, mich an einen anderen Ort zu begeben. Ich konnte also getrost dort bleiben, wo ich war und das Geschehen beobachten. Ich fragte mich, was Roger hier überhaupt mit Zoey machte, hielt er es tatsächlich für klug, auf dieser Gala mit dem Mädchen zu erscheinen, die das Interview für meinen Artikel geliefert hatte und diese dann gleichzeitig noch so sehr zu umwerben? Jedoch konnte mir das ja egal sein, für mich war das ja eher gut als schlecht, denn so bekam ich einfach mehr Material und Beweise für das, was ich gesagt und geschrieben hatte und was die Veröffentlichung betraf...das würde kein Problem werden, ich würde schon einen Weg finden. Ich fand immer einen Weg. Das wusste ich.

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Re: Festsaal

von Raphael am 18.12.2017 15:58

Ich war eigentlich nur auf die Gala gegangen, um mal wieder etwas unter Leute zu gelangen, immerhin verbrachte ich laut meiner Mitbewohner immer mehr und mehr Zeit damit, in der Wohnung zu hocken und rumzugrübeln oder einfach nur wie eine gruselige Statue oder ein sehr komischer Gargoyle auf dem Sofa zu sitzen und an die weiße Wand gegenüber zu starren. Erst am heutigen Morgen hatte mich eine Mitbewohnerin angesprochen und angemerkt, dass sie mich mal rauswerfen müsste. Okay, vielleicht war ich gar nicht hier, weil ich wollte, sondern weil ich nicht wusste, wo ich sonst hinsollte. Ich hatte zwar auch schon vorher überlegt, vielleicht zu dieser Gala zu kommen, aber dann war mir eingefallen, dass Roger Davies vermutlich ebenfalls hier sein würde, nicht nur vermutlich, sondern unvermeidlich, denn wieso sollte sich eine Quidditch-Berühmtheit von Events wie diesen fernhalten? Ich hoffte also einfach darauf, dass er mich wie damals in unserer Schulzeit einfach übersehen oder eher schamlos ignorieren würde, damit ich nicht Zuhause Gargoyle sein musste, sondern hier Gargoyle sein durfte. Ich hatte also an einem der Stehtische Platz genommen, an den sich erstaunlicherweise kein anderer mehr herangetraut hatte, und stand dort, wie versteinert, reglos und unaufällig, oder so unaufällig, wie man sein konnte, wenn man ich war und allein an einem großen Tisch herumstand. Naja, groß war auch anders, aber ich konnte mir vorstellen, dass ich zumindest meine Gabe, einfach in der Menge unterzugehen nicht so gut nutzen konnte, wie sonst, da es um mich herum hier keine Menge gab. Mein Outfit war mehr als improvisiert, oder um genauer zu sein entsprach es exakt meinem Alltagsoutfit, da ich mir nicht wirklich die Mühe gemacht hatte und hatte machen wollen, mich irgendwie "aufzubrezeln". Das stand mit einfach nicht gut.
Als mein fast starrer Blick also doch so die eine oder andere Runde durch die Halle wanderte, entdeckte ich jemanden, den ich definitiv hier erwartet hatte (wie ja auch bereits erwähnt) und von dem ich gleichzeitig am meisten gehofft hatte, er würde einfach nicht erscheinen. Meine Körperhaltung wurde fast reflexartig etwas angespannter, als ich beobachtete, wie er gemeinsam mit der jungen Dame, die ich damals interviewt hatte, den Saal betrat und ich bemühte mich, so unaufällig wie möglich zu sein, was mir an sich nicht schwer fiel und wodurch die beiden auch erst einmal praktisch an mir vorbeirauschten und ich aufatmen konnte. Das war knapp...

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Re: Tribüne der Tutshill Tornados

von Raphael am 01.11.2017 09:24

Ich hob leicht die Augenbrauen. Obwohl ich vermutete, dass ihre letzte Frage rhetorisch gemeint war, konnte ich es nicht lassen, meine rechte Hand leicht in die Höhe zu halten, so als würde ich mich nach einem langen Tag im geschichte der Zauberei Unterricht melden. "Zufällig sitzt hier jemand", sagte ich dann noch mit einem matten Grinsen und sah sie erneut kurz an, bevor ich mit den Blicken den Spielern auf dem Feld folgte. Mal sehen, wer das gewann. Ich überlegte, ob das Ergebnis des Spiels überhaupt einen Teil in meinem Artikel werden würde, vermutlich weniger. Meiner Meinung nach war das nämlich ein wirklich eher uninteressanter Teil an dem ganzen Ding. Das, was ich über Roger schreiben würde, würde deutlich spannender und vor allem amüsanter für mich und womöglich einige andere sein. Klar, der Artikel würde sicher auf viel, wirklich viel Kritik stoßen und das würde wohl auch ein wenig problematisch werden, aber ich wusste, dass ihn nicht alle so liebten, wie es immer der Schein war. Das konnte gar nicht sein.
Vermutlich war das unter anderem der Grund, weshalb ich mich schon jetzt entschieden hatte, den Artikel unter meinem echten Namen zu veröffentlichen, die Leute - und vor allem Roger - sollten wissen, wer das war. Ich mochte es generell nicht, Dinge unter einem Pseudonym preiszugeben, denn zum einen schien mir das oft feige zu sein, wo blieb denn der Spaß, wenn die Leute einen als Journalisten nicht hassten und zugleich fürchteten? Und Zum anderen: wozu hatte man denn dieses Talent, wenn es keiner wusste? Man wollte doch auffallen, man wollte gesehen werden, und zwar auf der schriftlichen Ebene, denn ich hasste es, tatsächlich physisch gesehen zu werden. Doch auf diese Art auffallen, was gab es Besseres?

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Re: Tribüne der Tutshill Tornados

von Raphael am 29.10.2017 19:45

Ich schmunzelte leicht vor mich hin, während ich ihr beim Reden zuhörte. Mir fiel auf, dass ihre Stimme wirklich erstaunlich angenehm klang und gleichzeitig irgendwie total interessant...wieso dachte ich überhaupt darüber nach? Ich sah zu ihr. "Das ist erstaunlich", sagte ich dann anerkennend, ich hatte nur selten Leute getroffen, die mit so einem Elan und einem Ehrgeiz ihren Sport betrieben. Und ich hatte wirklich schon viele wirklich sehr ehrgeizige Leute getroffen, ich war immerhin Journalist und da war eigentlich jeder so, aber bei Zoey wirkte das irgendwie anders. Ich hatte das Gefühl, dass sie mehr mit dem Herzen dabei war, auch ich selbst merkte ja manchmal, dass dieses Gefühl der Liebe zu meiner Tätigkeit nachließ, Zoey jedoch schien unendlich verliebt in ihren Sport zu sein und das faszinierte mich unglaublich. "Also dass du so viel Energie hast, um immer zu trainieren", fügte ich deshalb noch hinzu, um meine Aussage genauer zu erklären und sie nicht einfach so stehen zu lassen, "da krieg ich ja fast Mitleid, dass du nur Ersatzspielerin bist", ich grinste kaum merklich, indem ich einen Mundwinkel hochzog und sie kurz ansah. Vermutlich erkannte sie den Sarkasmus in dieser Aussage, aber sie kannte mich wahrscheinlich gleichzeitig nicht gut genug, um zu verstehen, wieso ich es derart sarkastisch ausdrückte. Immerhin kannte sie mich gar nicht. Ich hingegen wusste ja, dass ich eigentlich so gut wie überhaupt nicht dazu fähig war, Mitleid zu empfinden, da ich so ziemlich die unempathischste Person war, die es wohl auf dieser Erde gab und jemals geben würde. Manchmal tat mir sogar das wiederum fast leid, aber...bekanntes Problem...es war ein Teufelskreis der Unfähigkeit meinerseits, Empathie zu empfinden. Ich überlegte kurz, ob ich noch was sagen sollte, beschloss dann aber, einfach still zu sein und ihre Reaktion auf meine Worte zu beobachten.

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Re: Tribüne der Tutshill Tornados

von Raphael am 27.10.2017 08:29

Ich nickte bedächtig und notierte mir das, was sie noch gesagt hatte. Mal sehen, ob da auch noch potential drin steckte...offenbar war sie nun wirklich zu vorsichtig, ich hatte das Gefühl, dass diese Quelle leider bereits erschöpft war. Schade...aber immerhin hatte ich alles bekommen, was ich wissen wollte. ich klappte also meinen Block zu und steckte ihm mitsamt Feder in die Umhängetasche, die ich gewohnheitsmäßig bei mir trug, bevor ich mich zurücklehnte. "Gut, danke", sagte ich dann, sah hoch und sie wieder an und lächelte kaum merklich. "Du weißt echt viel über eure Mannschaft", stellte ich dann fest, aber das klang nun viel mehr nach einem Smalltalk und nicht wie meine forschende Journalistenstimme, "ich bin ziemlich sicher, dass du definitiv bald auch in der Hauptaufstellung spielen darfst, du gibst dir so viel Mühe", ich wamdte den Blick zu Feld und verschränkte meine Arme in einer bequemen Position, jetzt galt es nur noch entspannt das Spiel ansehen. Das was ich zu ihr gesagt hatte, war sogar nicht mal gelogen, ich glaubte wirklich daran, und ich wollte diese angespannte Stimmung, die zwischen uns herrschte, mit ein wenig Smalltalk durchbrechen, denn vermutlich war ich ihr durch meine Art und meinen Job schon unsympathisch genug und da konnte ich wenigstens versuchen, noch etwas nett zu sein und sie aufzubauen. Naja, ob ich jetzt so aufbauend war, wagte ich zu bezweifeln, aber man konnte es ja immer mal versuchen, nicht wahr? Wow, Raphael, hast du heute deinen sozialen Tag oder was?, fuhr es mir durch den Kopf und ich hob über diesen Gedanken kam merklich die Augenbrauen. Wann war ich denn bitte nicht freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit? Na gut...eigentlich immer...

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Re: Tribüne der Tutshill Tornados

von Raphael am 26.10.2017 16:16

Es fiel mir furchtbar schwer, nicht unglaublich schadenfroh zu grinsen, doch ich musste mich zusammenreißen. Ich hatte sie nun schon so weit bearbeitet, dass sie komplett unsicher war und demnach auch nicht mehr so ganz konzentriert auf das, was sie sagte, und demnach waren ihre Aussagen Gold für meine Journalistenseele. Ich holte etwas geschäftig meinen Block wieder hervor, einfach um zu signalisieren, dass ich das, was nun wichtig war, wieder mitschrieb, denn sie musste ja weiterhin glauben, dass es mein Ziel war, die Dinge wahrheitsgetreu und richtig aufzudecken. "Gut, ich verstehe...wenn du mir erlaubst, hätte ich allerdings noch eine Frage...", ich zögerte kurz, mit einem Blick auf meine Notizen, so als müsste ich mich an dem orientieren, was ich geschrieben hatte. Das wirkte zumeist plausibler und vor allem nicht so, als wüsste ich genau, was ich wissen will, sondern als würde ich situativ auf das eingehen, was sie gesagt hatte. Aber natürlich war es genau diese Frage, die mir schon seit Beginn des Interviews im Hinterkopf herumgeschwebt war, ich hatte von Anfang an gewusst, was ich wissen wollte und ich hatte alles darauf angelegt, jetzt diese Frage stellen zu können. Ich wartete also nicht auf ihre Reaktion meiner Aussage, sondern sah sie nur weiterhin direkt an: "Glaubst du, dass Roger Davies dem Team zum Sieg verhelfen wird?", das schien eine unglaublich banale Frage zu sein, und im Grunde war es das auch, aber es war Absicht. Denn die menschliche Psyche war haltsuchend. Wenn man sich bedrängt fühlte, suchte man nach Freiheit, und wenn man sich unsicher fühlte, wollte man etwas, das sicher war. Dann fühlte man sich auch besser und freier, und vor allem vertraute man der Person, die einem diese Sicherheit anbot. Indem ich also so tat, als würde ich von ihrem kleinen Ausrutscher ablenken wollen und wieder zu den Standardfragen übergehen, müsste sie nun - laut meinen Erfahrungen -denken, dass sie wieder weniger auf ihre Worte achten muss, aber gerade dann hoffte ich auf einen erneuten Verplapperer, der mir womöglich eine wirklich große und geniale Info lieferte. Dieses kleine Psychospiel kombinierte ich noch mit einem nun wieder etwas beruhigenderen Lächeln, zumindest versuchte ich es und das sah bei mir immer etwas tollpatschig und unbeholfen aus. Vielleicht half es dabei, sie wieder etwas mehr dazu zu bringen, mir zu trauen. Auch wenn ich schon längst genug Material für den Artikel gehabt hätte, ich konnte es nicht lassen. Es lag einfach in meiner Art verankert.
Mir fiel auf, dass sie meine Blicke mied. Ich deutete dies ebenfalls als ein gutes Zeichen, die Situation war ihr einfach nur noch unangenehm, sie war genau an dem Punkt, an dem dieses Interview für mich wohl entgültig interessant werden könnte.

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Re: Tribüne der Tutshill Tornados

von Raphael am 25.10.2017 17:55

Ich war erleichtert, dass meine Taktik, sie aus dem Konzept zu bringen, anscheinend anschlug. Ich sah sie also weiterhin direkt an, ich wusste wie beunruhigend und einschüchternd das sein konnte. Ich hörte ihr aufmerksam zu und speicherte alles ab, was wichtig war. Als sie dann Rogers Namen erwähnte, blitzte für eine Millisekunde neugieriges Interesse in meinen Augen auf. Das war es doch, was ich hören wollte. Ein leicht schiefes Lächeln erschien auf meinen Zügen. "Verstehe", eigentlich könnte das schin genug sein, gemeinsam mit dem was ich auch so über Roger wusste würde es schon einen wunderbaren Artikel abgeben, aber ich konnte nicht widerstehen, diese Quelle wurde mir derart angeboten, dass ich einfach nachhaken musste. "Bezüglich Roger Davies", provozierte ich also weiter, wohl wissend welche Worte ich wählen musste, um sie zum Sprechen zu bringen, "wie genau würdest du die Beziehung zu ihm beschreiben...wenn du sagst, er habe dir ein privates Treffen angeboten? Wie kann ich das verstehen?", ich presste leicht die Lippen aufeinander, in gespieltem Bedauern. "Du musst verstehen, wenn ich etwas, das du mir sagst, falsch verstehe, dann kann das so in der Zeitung landen, und das würde ich sowohl dir als auch Davies wirklich gern ersparen...deshalb müsstest du mich genauer aufklären, was du gemeint hast", erklärte ich in ziemlich sachlichem Ton, als läge es mir am Herzen, dass nur die Wahrheit und nur das, was sie gesagt hatte in die Zeitung käme. Ich war schon immer überzeugend gewesen, sogar in der Schule damals hatte ich allein durch meine Redekunst einige Lehrer zu minimal besseren Noten bewegen können. Das lag mir einfach total gut. Zusätzlich zu der "Bitte", die ich ihr stellte, legte ich den Kopf kaum merklich schief und lächelte nun wieder vertrauenserweckend, wobei die schiefe Art meines Lächelns verschwand.

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Re: Tribüne der Tutshill Tornados

von Raphael am 24.10.2017 18:01

Ich hob leicht das Kinn und lehnte mich wieder zurück. "Verstehe...", murmelte ich dann nachdenklich, "du fühlst dich also kein bisschen benachteiligt?", hakte ich dann nochmal nach. Ihre Antwort war für mich schon wirklich hilfreich gewesen, allein dass sie Rogers Namen verwendet hatte, ließ mich innerlich aufhorchen, aber es reichte mir einfach nicht. Ich wollte die besten Infos aus ihr herausbekommen, jene Infos, die normalerweise auch nur ich herausfand, wenn es um Interviews mit anderen Menschen ging. "Ich meine ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du wirklich hinterherhängst, zumindest nicht so sehr, wie das jetzt wirkt...", merkte ich noch an, "und gerade weil du neu bist, ist es doch wirklich wichtig, auch dich spielen zu lassen...immerhin musst auch du irgendwann deine Erfahrungen machen. Meinst du nicht, dass es eher uneffektiv ist, nur alteingebackene Spieler aufs Feld zu lassen und den Nachwuchs total zu vernachlässigen? Da braucht man sich ja dann nicht wundern, dass die folgenden Generationen schlechter spielen...", das war zwar kein Fakt, aber es war mein Job, provokante Fragen zu stellen, auch wenn diese auf Spekulationen basierten, sie mussten nach festen Fakten klingen und ich wusste, dass ich gut darin war, solch ein Sicherheitsgefühl bei meinen Opf...Interviewpartnern zu erwecken, dass sie mir bei den richtigen Fragen alles sagten. Zumindest die Zitronen unter ihnen. Also wenn Zoey auf diese Frage nicht ansprang, würde ich meine Taktik ändern müssen. Natürlich trotzdem kein Problem.

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Re: Tribüne der Tutshill Tornados

von Raphael am 22.10.2017 23:11

Ich hob beeindruckt die Augenbrauen, während ich zuhörte und mitschrieb. "Wow, du hast echt Ahnung", meinte ich dann und obwohl ich tatsächlich staunte, klang das sarkastisch und unehrlich. "Aber mal ganz unter uns", ich schob den Block etwas beiseite und lehnte mich kaum merklich zu ihr. Distanz überwinden, war nun die Devise. Und Vertrauen erwecken, deshalb nahm ich den Block zur Seite und machte keine Anstalten, mitzuschreiben. Ich konnte mich auf mein Gedächtnis genauso verlassen, wie auf meine Feder und meine Tinte. "Du solltest jetzt auch da unten auf dem Feld stehen, meinst du nicht?...Du hast dich offenbar voll reingehängt und du scheinst wirklich viel zu wissen, also was meinst du ist der Grund, dass sie dich nicht aktiv spielen lassen? Ich wette, dass es nicht an deinen Qualitäten als Spielerin liegt", ich hatte meine Stimme etwas gesenkt, den sachlichen Tonfall gedrosselt und erneut ein bemüht freundliches Lächeln aufgesetzt, um den Eindruck zu erwecken, dass es tatsächlich um etwas Vertraurliches ging.
Der Grund weshalb sie nicht aktiv spielen durfte...natürlich gab es Etwas, was ich genau in diesem Moment von ihr hören wollte, doch ob sie es sagte, musste ich anzweifeln. Zur Not jedoch stieg sie in meinem Klassensystem zu einer grünen und unreifen Zitrone auf und ich würde sie einfach so lange bearbeiten, bis ich das hörte, was ich wollte und brauchte. Das war für mich kein Problem, wenn es um etwas ging, das mir so derart wichtig war, kannte ich keine Gnade, keine Hektik und ich konnte mir nicht zu viel Zeit nehmen.

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