Wiese
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Re: Wiese
von Roger am 04.09.2018 00:13Ich bebte regelrecht vor Anspannung. Es war keine Wut, obwohl meine Nerven blank lagen und er mich reizte. Aber nicht nur auf eine Weise, sondern in unterschiedlichen Sinnen des Wortes gleichzeitig. Er wusste, was ich meinte, und er wusste, dass ich das wusste. Trotzdem forderte er mich heraus, provozierte mich absichtlich. Es war ihm bewusst, dass er diese Auswirkung auf mich hatte, und er machte es absichtlich. Er forderte mich heraus, wie ich ihn herausforderte – und trotzdem war ich nicht wütend auf ihn. Ich war wütend auf diesen Freund, wer auch immer er war, und ich wollte am liebsten, dass Lucian ihn nie wieder sah, denn offensichtlich war er mehr als nur ein Freund, und ja, vielleicht war ich ein bisschen sauer auf Lucian, aber nicht so sehr wie zuvor. Ich sah mich nicht angegriffen von seinen Worten, und offensichtlich wollte er mich auch nicht in meiner Entscheidungsfreiheit beschränken, ich wollte nur, dass er aufhörte, anderen Leuten die Aufmerksamkeit zu geben, die mir gebührte. Dann könnte ich auch das gleiche für ihn tun. Ich wollte nichts anderes, ehrlich gesagt, in den wenigen Sekunden, die ich jetzt vor ihm stand, waren mehr Funken geflogen als mit allen anderen Leuten, mit denen ich an diesem Abend geredet hatte. Mir war nicht ganz klar, was ich in diesem Moment fühlte, ich war überkommen von Rage und jetzt etwas neuem, Verlangen, und ich war schon recht gut angetrunken. Es war, als wäre alles ein wenig verschwommener, nur Lucian sah ich klar. Vielleicht, weil ich mich schon den ganzen Abend auf ihn konzentrierte. Ich sah ihn für ein paar Sekunden nur an, meine Augen zu Schlitzen verengt, jedoch eher abwägend als wütend. Ich sah noch immer nicht fröhlich aus, ich war es auch nicht, aber momentan wollte ich Lucian lieber überreden, als mit ihm zu streiten. "Ja. Ja, es stört mich.", antwortete ich deshalb, langsam, und lehnte mich ein Stück zu ihm vor. Ich konnte nicht beschreiben, wieso, aber es tat es einfach. Ich fühlte mich, aus irgendeinem Grund, komplett besitzergreifend. Wenigstens ging er allein nach Hause, und nicht mit diesem Henry. Am liebsten hätte ich ihn fest gehalten und an mich gezogen, und gleichzeitig war ich noch immer angenervt, dass er so abweisend war. Ich sah ihm still zu, wie er den Portschlüssel in die Hand nahm. Ich wollte an dieser Stelle etwas sagen, denn so einfach wollte ich nicht nachgeben. Aber war es wirklich nachgeben, wenn er mich nach Hause einlud anstatt diesen Henry, obwohl wir den ganzen Abend gestritten hatten? Mit wenigen Schritten stand ich wieder neben ihm und legte meine Hand auf den Portschlüssel, den er hielt. Das in mir lodernde Feuer spiegelte sich in meinem Blick, entschlossen sah ich ihm geradewegs in die Augen. Er rief den Namen seines Wohnsitzes auf und im nächsten Moment waren wir verschwunden.
GEBURTSDATUM
01.06.1978
TRIKOTNUMMER
21
TREFFERQUOTE
78.8%
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT
263km/h
GESPIELTE LIGASPIELE
22
GEWONNENE LIGASPIELE
16
Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.


Zoey
Gelöschter Benutzer
Re: Wiese
von Zoey am 03.09.2018 23:59Re: Wiese
von Lucian am 03.09.2018 21:11Ich hatte den Stand schon fest im Blick, als eine großgewachsene Gestalt sich schließlich vor mich stellte und ich unweigerlich stehen bleiben musste. Eine Gestalt, welche sich sehr schnell als wütender Roger Davies herausstellte. Aufgrund der geringen Distanz zwischen uns blieb mir nichts anderes übrig als meinen Kopf ein wenig in den Nacken zu legen. „Ich weiß nicht was du meinst.", spielte ich einen Moment den Ahnungslosen, obwohl ich mir nicht sonderlich viel Mühe bei der Umsetzung gab. „Ich bin nur durch eine Menschenmenge gegangen, nach dem ich mit einem alten Freund gesprochen habe .. Oder stört dich etwa die Tatsache, dass Henry und ich uns geküsst haben?" Ein mehr als nur provokanter Unterton lag in meiner Stimme, während ich ihn einen entsprechenden Blick schenkte bei alter Freund und küssen; dabei stimmte dies nicht einmal. Ich würde Richmond eher als einen guten Bekannten bezeichnen und er hatte viel mehr mich geküsst, aber wen interessierten schon die Details, wenn sich Roger darüber gerade so schön ärgerte. So wie ich mich vorhin geärgert hatte. Nicht, dass ich es nicht noch immer tat. „Was ich denke was ich da mache? Ich habe vor nach Hause zu gehen, Roger." Ich wollte ihm eigentlich noch vorwerfen, dass es doch genau das war was er wollte. Er hatte jemand anderes gewollt, und schließlich diversen anderen schöne Augen gemacht, als ich ihn wollte. Es war fast schon Ironie des Schicksals, dass er nun mich wollte, wo er sah, dass ich nicht allein auf ihn angewiesen war. Zu mal er mich ja förmlich rausgefordert hatte mit anderen zu flirten, mir dies nun anzukreiden war ziemlich seltsam, selbstzentriert und auch bescheuert. Das Roger näher gekommen war störte mich nicht, im Gegenteil, ich wollte ihn noch näher bei mir haben. Ich wusste nicht wieso es sich auf einmal anfühlte als sei die Spannung umgeschlagen, doch befürwortete ich dies. Allerdings machte ich keine Anstalt die letzte Distanz, und sei es nur eine Berührung mit meinen Händen, zu überbrücken. Stattdessen ging ich an ihm vorbei und ließ mir einen bereitgestellten Portschlüssel geben, der durch Nennung des Ortes ausgelöst werden würde. „Kommst du mit oder bevorzugst du wieder eine Blondine?"
Re: Wiese
von Roger am 03.09.2018 19:01Obwohl ich den ganzen Abend lang fast nur mit fremden Frauen sprach, konnte ich nicht sagen, dass ich keinen Spaß hatte. Es war fast wie ein Sport für mich, eine nach der anderen für mich zu gewinnen, ein Zwinkern hier, ein Berühren des Armes dort, das um den Finger wickeln einer Haarlocke bei der Nächsten. Ich flüsterte ihnen ins Ohr und zog sie auf der Tanzfläche an mich, ich hörte ihnen zu und schenkte ihnen mein Lächeln. Es war aufregend, es war spaßig, und es war gefährlich. Ich musste im richtigen Moment wieder zurück ziehen, damit nicht zu viel daraus wurde, ich musste aufpassen, dass sie nicht mitbekamen, dass ich zuvor mit einer ganzen Reihe anderer Frauen geflirtet hatte. Bei den meisten konnte ich mich nicht einmal an den Namen erinnern. Aber gleichzeitig war ich unheimlich verbittert. Es war ein Wettbewerb, kein Zeitvertreib, ich bewies Lucian hiermit etwas, nicht mir selbst. Ich hatte keine Lust, endlos Smalltalk zu führen oder mich mit Frauen abzugeben, die ich zwar attraktiv, aber nicht interessant fand. Aber wenn ich jetzt zu Lucian rannte, dann gab ich Schwäche zu. Er konnte mir nichts vorschreiben. Er konnte genau so mit anderen flirten, es machte mir nichts aus.
Von letzterem war ich jedoch nicht ganz überzeugt. Ich achtete fast den ganzen Abend über darauf, dass mich Lucian wahrnahm. Ich wusste wo er war, und leider wusste ich auch, was er machte. Ich spürte meine Wut in meinem Bauch kochen, wann immer ich zu ihm hinüber sah, und er sich mit irgendjemand anderem amüsierte. Ich hatte ihm gesagt, dass er sich andere Leute zum flirten suchen sollte, und ich hatte es auch so gemeint. Ihn jedoch mit Leuten zu sehen, die lang nicht an mich heran kamen, machte mich aus unerklärlichen Gründen sauer. Es war, als würde er es mit Absicht machen, um es mir unter die Nase zu reiben, dass er, nur, weil er nicht meine ungeteilte Aufmerksamkeit hatte, sich gleich jemand anderes suchen würde. Ich tat das gleiche, klar, aber nur, nachdem er mich provoziert hatte. Er hatte hiermit angefangen. Zwischendurch saß auch ich einen Moment mit meinen Freunden zusammen, zum einen um mir selbst eine Auszeit zu nehmen, zum anderen, damit es für Potenzielle Gesprächspartnerinnen nicht zu auffällig war, womit ich mir die Zeit vertrieb. Doch jedes Mal, wenn ich Lucian sah, fühlte es sich an, als würde sich mein Magen zu einem Knoten verdrehen. Ich brauchte Ablenkung. Ein Grund mehr, mich wieder weiblicher Gesellschaft zuzuwenden.
Ich stieß gerade mit einer kleinen blonden Journalistin namens Nina oder Niamh oder so mit Sekt an – fast jeder, der nicht einem anderen Team angehörte, schien meinen Sieg mit mir feiern zu wollen, etwas, was ich gerne als Vorwand ausnutzte – als mein Blick wieder zu Lucian huschte. Es war den ganzen Abend über wie zu einem Reflex geworden, was immer ich tat, ich wollte, dass er es sah, doch ich achtete darauf, Momente abzupassen, in denen er mich nicht dabei erwischen konnte. Ein oder zwei Mal hatten sich unsere Blicke gekreuzt, und meine Haare hatten sich aufgestellt. Doch wenn ich schnell genug wieder weg sah, nur unauffällig meinen Blick über ihn gleiten ließ, war die Wahrscheinlichkeit, dass das passierte, geringer. Doch dieses Mal konnte ich nicht wieder weg sehen. Er und ein anderer Mann, ich konnte nicht erkennen, wer es war, standen sich unfassbar nah. Wieder das schreckliche Gefühl in meinem Magen, und eine unheilvolle Vorahnung überkam mich. Nach nur wenigen Sekunden, in denen ich wie gebannt zu den beiden sah, küssten sie sich plötzlich. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Für einen Moment war ich komplett perplex. Dann schoss mir die Hitze in den Kopf, und die Wut schäumte in mir auf. Ich musste weg sehen, auf den Boden; angestrengt versuchte ich, einen Punkt im Gras zu fokussieren, noch es ging nicht. Ich sah nur Lucian und den fremden Mann, wie sie sich vor meinen Augen küssten. Ich atmete tief durch. "Entschuldige mich einen Moment, bitte.", verabschiedete ich mich brüsk von der Blondine und drückte ihr, bereits im Gehen, mein Glas in die Hand, bevor ich mich schnellen Schrittes davon machte.
Ich fand Lucian etwas abseits von der Party wieder, hinter dem Loungezelt. Hier standen nur vereinzelt Menschen herum, die sich leise unterhielten. Hier irgendwo musste auch der Stand mit den Portschlüsseln sein. Ich registrierte jedoch wenig von meinem Umfeld, geblendet von meiner Wut. Ich holte Lucian ein und stellte mich direkt vor ihn, um ihm den Weg zu versperren. "Was war das denn eben.", knurrte ich ihn an, doch meine Wut, die von wenigen Momenten noch auf Lucian gerichtet war, schlug in etwas anderes um. Ich wollte ihn, ich wollte nur ihn, und ich wollte ihn für mich. Wer auch immer der andere Kasper war, er sollte fern von Lucian bleiben. Der Wunsch war so stark, dass er fast mehr brannte, als die Wut, die noch immer im Hintergrund loderte. Er sollte es wagen, sich jemals wieder einzubilden, dass er irgenwen außer mich küsste, wenn ich dabei war. "Was denkst du eigentlich, was du da machst." Irgendwo tief in mir drin wusste ich, dass es paradox war; ich hatte ihm gesagt, dass er sich nach anderen Leuten umschauen sollte, und jetzt nahm ich ihm genau das übel. Ich konnte es mir nicht erklären, und genau so wenig fiel mir auf, dass ich jetzt genau nachvollziehen konnte, wie er sich ursprünglich gefühlt hatte. Ich war ihm näher gekommen, jedoch nicht, um ihn einzuschüchtern. Es lag plötzlich eine ganz andere Spannung zwischen uns.
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Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.


Re: Wiese
von Lucian am 03.09.2018 15:45Eigentlich hatte ich gar kein wirkliches Interesse an dem Gespräch mit .. wie war gleich sein Name gewesen? William? Doch wenn Roger unbedingt mit anderen Leuten flirten wollte, bitte! Er meinte mir unterstellen zu müssen, dass ich es wohl nicht mehr konnte? Bitte! Dann würde ich es ihm eben beweisen. Und so entwickelte sich die Konversation von einem leichten Smalltalk schnell in eine Richtung, die selbst mich hin und wieder dreckig grinsen ließ – und es ging wohl gemerkt nicht alles nur von mir aus. Zwischendurch, während meines Gespräches mit dem anderen Zauberer, traurigerweise ein Fan der Caerphilly Catapults, riskierte ich einen unaufälligen Blick zu Roger, der sich scheinbar eine Frau auf der Tanzfläche angelacht hatte und nun eng mit ihr tanzte. Ähnlich wie an dem Abend, als wir uns offiziell kenengelernt hatten und ich sogar meine Begleitung für ihn habe stehen lassen. Gut, ich habe schnell eine neue gefunden, aber ich wusste beim besten Willen nicht mehr wieso ich überhaupt mitgegangen war. Oder wieso ich ausgerechnet jetzt darüber nachdachte. Allerdings sorgte dieser Anblick nicht im geringsten dafür, dass die kochende Wut in mir aufhörte zu brodeln – im Gegenteil. Doch gab ich mir beste Mühe dies zu unterdrücken und spaß zu haben. Mich zu amüsieren. Über die Witze meines Gegenübers herzlich zu lachen. In der Hoffnung, dass es nicht nur mir half mich abzukühlen, sondern auch um Roger im Gegenzug aufzuregen.
Ich konnte nicht behaupten, dass mein Gesprächspartner, der tatsächlich William hieß, langweilig geworden war, doch hatte ich Roger aus den Augen verloren und natürlich ging es mir darum ihn zu provozieren. Ausschließlich darum natürlich! Schließlich sorgte Peregrine, der an mir und William vorbeigegangen war ohne uns zu sehen, als Grund vorzuschieben um zu gehen. Natürlich hätte ich auch einfach gehen oder irgendetwas absurdes vorghaukeln können, doch bot sich so möglicherweise die Chance ihn mir warm zu halten. Es schadete bekanntlich nie eine Rücklage zu haben, nicht? Mit meinem besten Freund im Schlepptau begab ich mich zur Bar, wo wir uns etwas zu trinken bestellten, und auch zwei netten Damen, die Peregrine wohl vorhin schon einmal getroffen hatte. Statt meinen Gesprächspartnern volle Aufmerksamkeit zu widmen, blickte ich immer mal wieder unaufällig zu demKerl, mit dem ich schon eine ganze weile etwas am Laufen habe .. oder hatte? Ich war mir dessen inzwischen nicht mehr so sicher. Dennoch wollte ich sichergehen, dass er sah, wie viel Spaß ich hatte, mit wie vielen Leuten ich erfolgreich flirten konnte und vor allem wie sehr ich nicht auf ihn angewiesen war.
Der Abend zog sich meiner Meinung nach förmlich. Klar, ich unterhielt mich teilweise mit Freunden, Teamkameraden und auch der ein oder andere Fan war dabei. Dementsprechend hatte ich sogar wirklich Freude, auch wenn ein komisches Gefühl weiterhin zurückblieb. Doch ich schob es einfach auf meine unterdrückte Wut. Wirklich beschäftigen wollte ich mich damit nicht, weswegen ich mir ein Sektglas von einem der Tabletts griff und daran nippte. Vielleicht hatte ich mittlerweile auch genug getrunken. Ich war nicht ekelhaft betrunken, sicherlich nicht, sondern lediglich angetrunken,... aber vielleicht sollte ich mich ja doch betrinken? Würde dadurch das mulmige Gefühl verschwinden? Oder mein inzwischen ehrlicher, durchaus verstimmter Gesichtsausdruck, wenn ich in die Richtung von einer gewissen Person schaute, mit der ich mich einfach nicht weiter beschäftigen sollte? Immerhin hatte er beste Laune, wahrscheinlich einen fantastischen Abend und Merlin, wer weiß wen er mit nach Hause nehmen würde. Mein Gedankengang wurde schließlich, glücklicherweise, von einer Person unterbrochen. Genauer gesagt von Henry Richmond, einem Slytherin, der zwei Jahre über mir gewesen war. Ich hatte ihn ewig nicht gesehen, spielte er schließlich inzwischen in Deutschland Quidditch. Wenn man ihm eines nie hatte ankreiden können, dann, dass er nicht wusste wie man Leute ablenkte. Unser Gespräch hatte anfänglich nur wenige zweideutig, eher spaßig gemeinte, Anspielungen oder Aussagen, doch wurde es, je länger wir uns unterhielten mehr. Nicht, dass es mich störte. Ich ging liebend gerne drauf ein. Obwohl ich doch zugeben musste, dass der Kuss, der von ihm ausging, mich etwas überraschte und ihn schließlich nach einem kurzen Moment, in dem ich mich doch hatte hinreißen lassen, von mir schob. Es war genau das was ich wollte. Jetzt. Aber .. auch nicht. Zumindest nicht mit ihm. „Ich muss jetzt los.", meinte ich schließlich nur noch knapp zu ihm, trank den letzten Schluck aus meinem Sektglas und verschwand mit Absicht durch die Meute, auf dem Weg zu einem kleinen Stand auf dem Portschlüssel angeboten wurden. Mir würde die Winkelgasse genügen, denn von dort aus konnte ich ohne Probleme ins Stadthaus flohen – apparieren wollte ich jetzt eigentlich vermeiden.
Re: Wiese
von Roger am 02.09.2018 02:56Absolutes Unverständnis. Das war alles, was ich gerade gegenüber Lucian und gegenüber dem, was er von sich gab, verspüren konnte. Niemals war er mir gegenüber so anmaßend gewesen, etwas, das mich komplett aus der Bahn warf, aber vor allen Dingen sah ich keinen Grund für ihn, mir so gegenüber zu treten. Ich hatte nichts getan, was ihm ein Recht gab, wütend auf mich zu sein, und dass er es trotzdem war, machte mich wütend. Ich wusste nicht, was sein Problem war, ich verstand es nicht, und ich akzeptierte es nicht, dass er so mit mir umging. Ich hatte Lucian noch nie so erlebt, als würde er absichtlich aus einer Mücke einen Elefanten machen, um mich zu kränken, Unmut zu säen und mir meinen Abend zu vermiesen. Etwas, das ich für komplett unangemessen hielt, und ehrlich gesagt ziemlich beleidigend. Ich hatte dem Tagespropheten, und somit dem Rest der Zaubererwelt, nichts von uns beiden erzählt, weil ich es als nicht relevant betrachtet hatte. Wir hatten nichts offiziell am Laufen, wir trafen uns unverbindlich, und vor allem waren wir, unabhängig davon, dass Lucian ein Typ war, immernoch die Kapitäne unserer jeweiligen Mannschaften. Einzugestehen, dass wir uns zu mehr trafen, als nur zum herumhängen, war komplett unlogisch, zum einen, weil es nichts bedeutete, und zum anderen, weil es Implikationen für unsere Karrieren hätte. Ich würde die Aufrechterhaltung meines Images außerdem nicht für so etwas aufgeben, das eh nur temporär war. Es konnte gut sein – besonders, wenn Lucian so herumzickte –, dass ich mir jemand anderes suchen würde. Zumal das sowieso niemandes Angelegenheit war. "Du scheinst es offensichtlich etwas anders zu sehen", echote ich seine Anklage, "Aber ich muss nicht jedes Detail meines Privatlebens mit der Öffentlichkeit teilen." In dieser Angelegenheit würde ich mich nicht von Lucian provozieren lassen, zumal ich es sowieso als komplett kindisch erachtete, dass er einen so riesigen Aufstand deshalb machte. "Meinetwegen muss nicht jeder wissen, ob und mit wem ich etwas habe, es interessiert mich nicht im geringsten, was die Leute denken. Dich anscheinend aber schon, oder wieso bestehst du darauf, dass jeder weiß, mit wem du im Bett warst?" Für so oberflächlich hatte ich ihn bisher nicht gehalten, ich hoffte demnach wirklich, dass er demnächst von seinem Ego-Trip herunterkommen würde.
Noch mehr Unverständnis angesichts seiner nächsten Worte; ich hörte ihn, aber ich konnte einfach den Sinn hinter dem, was er sagte, nicht nachvollziehen, es war, als würde er eine andere Sprache sprechen. Selbst, wenn andere Leute die schlechte Angewohnheit besaßen, mit ihren Kollegen zu schlafen, würde ich nicht im Traum auf die Idee kommen, meine Karriere für ein paar lustige Stunden aufs Spiel zu setzen. Vor allem aber verblüffte mich, wie er es sich anmaßen konnte, so darüber zu urteilen. Selbst, wenn ich etwas mit Zoey hätte – in welchem Sinne ging ihn das bitte etwas an? Ich wollte ihm nicht einmal Antwort geben, und ihm die Genugtuung gönnen, die er offensichtlich von meiner Wut erhielt, aber ich konnte das auch nicht komplett auf mir sitzen lassen. "Merlin, Bole, denkst du eigentlich jemals nach, bevor du den Mund aufsperrst?"
Ich konnte allerdings nichts antworten, als er seinen Spott wieder auf mein Interview lenkte. Glaubte er wirklich, dass ich nichts gesagt hatte, weil ich mich schämte, etwas mit einem Mann zu haben? In welcher Welt lebte er? Nur weil ich meinen Bettgeschichten keine sonderliche Bedeutung beimaß bedeutete das ja nicht gleich, dass ich sie verleugnete. Eine solche Unterstellung, die wohl nur aus Missgunst geboren sein könnte, schockierte mich dementsprechend ziemlich. Ich hatte mich damit abgefunden, dass ich wohl nicht einhundertprozentig heterosexuell war, und mittlerweile sah ich nichts großes dabei. Es war nichts, was ich den Zeitungen unter die Nase reiben würde, weil es immernoch meine persönliche Erkenntnis war, aber ich schämte mich dessen auch nicht, oder bereute es. Offensichtlich, denn sonst würde ich mich längst nicht so bereitwillig mit Lucian verabreden. Ich konnte und wollte nichts antworten, weil das, was er sagte, einfach nicht nur komplett falsch war, sondern absichtlich dazu gemeint war, mich zu provozieren. Und das war mir, ganz ehrlich, zu dumm. Also funkelte ich ihn nur wütend an, das Gesicht zu einem Ausdruck der Verachtung verzogen.
Ich antwortete auch nichts darauf, als er sich verabschiedete, oder so ähnlich, sondern beobachtete ihn einfach dabei, wie er abzog. Ich kochte vor Wut – am liebsten hätte ich mein Glas auf den Boden geworfen, doch stattdessen leerte ich es in einem Zug. Ich wollte jetzt nicht gehen und mit anderen Leuten flirten, ich hatte daran absolut kein Interesse, aber Lucian ließ mir keine andere Wahl. Er hatte kein Recht dazu, mir meine Freiheit, mit wem auch immer ich flirten wollte zu flirten, abzusprechen. Er hatte kein Recht, wütend auf mich zu sein, oder mir irgendwelche sinnlosen Vorwürfe zu machen. Es nervte mich, es nervte mich unheimlich doll, und genau so nervte es mich, zu sehen, wie Lucian gleich zum Nächstbesten lief, um ihn anzubaggern. Er wollte es mir absichtlich unter die Nase reiben, dessen war ich mir sicher, weil Lucian Bole anscheinend seit neustem dafür lebte, mir die Laune dauerhaft zu vermiesen. Gut, wenn er das so wollte, konnte meinen Abend gerne darauf verwenden, ihm zu beweisen, dass ich mit jeder Person flirten konnte, mit der ich flirten wollte, und dass er darauf keinen Einfluss nehmen konnte wenn er es wollte. Ich riss meinen Blick von Lucian und dem anderen, und schlenderte zum Tanzzelt. Auf dem Weg stellte ich mein Glas ab, sodass ich, als ich dort ankam, die Hände frei hatte, um das zu tun, das ich vor nicht einmal einem Jahr regelmäßig in Clubs und Bars getan hatte, um mit eine Begleitung für den Abend zu suchen. Ich fand auch sogleich eine junge Frau, die ich in ein kurzes Gespräch verwickelte, dem eine Aufforderung zum Tanzen folgte, auf die sie strahlend einwilligte. Wir wogen im Takt der Musik, und schnell tanzten wir näher aneinander, als die meisten anderen in dem Zelt. Sie schmiegte sich regelrecht an mich, und ich tat nichts, um sie aufzuhalten. Sie war schön, und unter anderen Umständen schien sie wie eine Frau, die ich auch mit zu mir nach Hause genommen hätte, doch jetzt interessierte mich das nicht mehr. Jetzt interessierte mich nur Lucian – genau genommen, ihm zu beweisen, dass er mich in meinen Entscheidungen nicht einschränken konnte. Ich stellte extra sicher, dass wir am Rand der Menschenmenge blieben, sodass uns Lucian von der Wiese aus sicher sehen konnte, und ich ihm auch den einen oder anderen
unauffälligen Blick zuwerfen konnte. Nach einer Weile war ich fertig mit tanzen und ließ das Mädchen auf der Tanzfläche stehen, und suchte mir die nächste auf der Wiese, mit der ich ein Glas Sekt trank, und bei der ich mir Mühe gab, dass Lucian auch sehen konnte, wie ich ihr schöne Augen machte. Nachdem ihr das wohl ein wenig zu Kopf stieg, und sie vorschlug, mit mir in das Loungezelt umzuziehen, was ich dankend ablehnte und das Weite suchte. Ich wechselte den Rest des Abends immer mal wieder Gesprächspartner, und stellte sicher, dass Lucian, wenn er mich sah, den Eindruck bekam, dass ich ganz darin aufging, mit Personen zu flirten, die nicht er waren. In einem hatte er recht: Ich redete wirklich nur mit Frauen, aber nicht aus dem Grund, den er mir angekreidet hatte. Nein, ich fand es nur sehr viel einfacher, Frauen um den Finger zu wickeln, da ich wusste, was ich tat, was welchen Effekt hatte und wie ich Erfolg hatte. Ich hätte ein Dutzend Male mit irgendwem nach Hause gehen können, wenn ich es zugelassen hätte. Aber das war nicht das, was wirklich etwas ausmachte. Nein, ich machte das einfach nur für den Ausdruck auf Lucians Gesicht.
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Re: Wiese
von Lucian am 27.08.2018 22:33Wäre ich selber nicht gerade so angepisst und würde sich Roger gerade mit einer anderen Person am unterhalten, hätte ich es sicherlich interessant gefunden die Veränderungen in seiner Mimik zu beobachten. Nicht, dass ich ein Mensch war der gut im analysieren der menschlichen Psyche war oder der Stimmungsveränderungen groß mitbekam – gut, vermutlich war es bei mir weniger das Problem, dass ich es nicht registrierte, sondern viel mehr, dass es mich zu wenig interessierte, als das ich sonderlich viel darauf gab. Zumindest bei den meisten Personen. „Du scheinst es offensichtlich etwas anders zu sehen, aber die meisten Leute probieren es ganz gerne mal mit der Wahrheit." Die Tatsache, dass es nicht nur etwas ironisches hatte, dass gerade ich von Ehrlichkeit sprach, sondern einen Hauch, oder wohl eher einen Wirbelsturm, Doppelmoral, ließ ich unbeachtet. Immerhin konnte er ja nicht wissen, dass ich Tessa ein bisschen Unsinn erzählt hatte und ansonsten konnte ich mich zumindest gerade nicht daran erinnern wann ich ihn angelogen bzw. in Interviews nicht die Wahrheit gesagt hatte. Ich war ohnehin eigentlich mehr der Typ dafür, dass ich einen Teil der Wahrheit wegließ – was es, in meinen Augen, nicht zu einer Lüge machte. Vermutlich war es mein eigener Fehler, dass ich mich darüber aufregte. Immerhin hätte ich mir das nach den Monaten, in denen ich Roger näher kennengelernt hatte, schon längst denken sollen. Ich konnte, wo ich jetzt drüber nachdachte, mir nicht einmal erklären wieso ich ihm vorwarf, dass er eigennützig handelte. Schließlich war dies etwas, dass ich sonst auch tat. Doch wollte ich mich auch nicht näher mit dem Grund auseinandersetzen, viel mehr war es mein Ziel Symptome zu bekämpfen und in diesem Fall hieß das eben Roger seinen Fehler vorhalten. „Oder hast du etwa angst vor der Wahrheit? Angst davor wie die Leute reagieren könnten?" Deutliche Provokation lag in meiner Tonlage; ein unausgesprochenes Angsthase oder auch Du bist feige hing in der Luft. „Jemand, der sich eine gefühlte Ewigkeit über einen dämlichen Artikel vom Tagespropheten aufgeregt hat, der wohl gemerkt schnell korrigiert wurde, sollte anderen eventuell nicht ankreiden, dass sie etwas ernst nehmen."
Ich konnte mir ein spöttisches auflachen nicht verkneifen, nicht, dass ich es versucht hätte, immerhin passte es meiner Meinung gerade hervorragend, während ich zeitgleich eine Augenbraue anhob. „Natürlich. Deine Teamkollegin und da läuft nichts. Sei nicht albern, Davies. Jeder kann sich denken was zwischen diversen Spielerinnen und Spielern läuft. Aber angeblich sind sie alle nur ein Team, eine große glückliche Familie oder einfach nur enge Freunde – leg eine neue Platte auf, die Leier kennt nämlich selbst der allerletzte Journalist." Im Gegensatz zu ihm nahm meine Stimme keinen kühlen Ton an, viel mehr hörte es sich an, als würde ich mich mit einer Person unterhalten, die ich absolut nicht für voll nahm oder die sich auch nur im entferntesten auf meinem Level befand.
Bei seinen folgenden Worten konnte ich nicht verhindern meine Lippen fest aufeinander zu pressen. Ich wollte ihm nicht zeigen wie sehr sich seine Worte gerade angefühlt hatten als hätte er mir einen Schlag in die Magengrube verpasst; auch wenn man dennoch sehen konnte, dass seine Aussage mir deutlich missfiel. Auch wenn ich jetzt, einfach aus Prinzip, mit irgendwem flirten wollte, wollte ich eigentlich mit niemandem flirten. So paradox dies auch klang. „Aber natürlich kannst du das, tu dir keinen Zwang an.", presste ich schließlich hervor, obwohl ich eigentlich besonders fröhlich klingen wollte – nicht einmal mehr spielen konnte ich es in diesem Augenblick. „Nur weil man sich bei dir keine Mühe geben muss, heißt es nicht, dass man es verlernt. Dementsprechend brauchst du dir um mich keine Gedanken zu machen. Du solltest aber nicht vergessen nur Frauen anzuflirten, schließlich wollen wir ja nicht, dass dein ach-so-toller Ruf in Mitleidenschaft gezogen wird, nicht? Ich meine,.. Was wäre das nur für eine Schlagzeile beim Tagespropheten oder der Hexenwoche?" Auch wenn es sicherlich passend gewesen wäre so zu tun als klänge ich bestürzt, war meine Stimme eher hämisch. Vielleicht hätte man in meine Worte auch eine unterschwellige Drohung reininterpretieren können.
„Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest. Niemand hat Interesse daran mit dir seine Zeit zu verschwenden." Sicherlich gab es mehr als genug Leute, die mehr als nur Interesse hatten ihre Zeit mit Roger zu „verschwenden", doch waren meine Worte eine unmissverständliche Anspielung auf sein Merlin verdammtes Interview gewesen. Die Tatsache, dass man dies auch zweideutig verstehen konnte und es für Roger sprach, merkte ich nicht einmal. Er wollte mit anderen flirten? Nur zu. Sollte er doch mit dieser Zoey flirten. Oder mit seiner Mannschaft. Meinetwegen mit jeder Quidditchspielerin der ersten Liga. Ich konnte das mindestens genauso gut. Was mich zu der Frage brachte wo sich eigentlich sämtliche Spieler meines Teams aufhielten. Auch wenn jene Frage unbeantwortet blieb, fiel mein Blick schließlich auf einen jungen Mann, der offenbar gerade allein zu sein schien. Eigentlich war er mir nur aufgefallen, weil unsere Blicke sich gekreuzt hatten. Vielleicht wäre er offen für ein Gespräch? Tessa, zu der ich eigentlich wollte, hatte ich in der Auseinandersetzung bereits vergessen. Ohne Roger noch eines weiteren Blickes zu würdigen ging ich geradewegs auf die Person zu, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort war – wenn es nach mir ging.
Re: Wiese
von Roger am 27.08.2018 11:46Seine Antwort fühlte sich ein wenig an wie ein Schlag vor die Brust, für einen Moment sah ich ihn einfach perplex an. Ich war passiert? Wie konnte es sein, dass er wütend auf mich war, wo wir uns doch heute noch gar nicht gesehen hatten? Hatte ich irgendetwas vergessen? Hatte er den bösen Zungen, die sich überall hier auf der Party tummelten, gelauscht, und sie sich ein bisschen zu sehr zu Herzen genommen? Ich war komplett ahnungslos, weshalb er denn plötzlich ein Problem mit mir hatte. Ich verstand nicht, was ich getan hatte, und ich verstand auch nicht, wovon er da redete. Sprachlos sah ich ihn an, mit leicht offen stehendem Mund, während ich versuchte, zu verarbeiten, was er gerade zu mir sagte. Wann hatte ich je behauptet, dass ich seine Meinung nicht schätzen würde? Und inwiefern erkannte ich denn seine Existenz nicht an? Ich war doch gerade hier, um mit ihm zu reden, oder nicht? Ich wusste nicht, was geschah, aber es versetzte meiner Laune jedenfalls einen ordentlichen Dämpfer. Egal, was es war, ich schätzte es nicht wert, wenn ich grundlos beschuldigt und derart vor den Kopf gestoßen wurde. Vor allem, da ich mich selbst nicht im Unrecht sah; ich hatte nichts getan, was eine solche Reaktion rechtfertigen würde, und ehrlich gesagt nervte es mich tierisch, dass Lucian seine schlechte Laune trotzdem an mir auslassen musste.
Langsam klickte es, je länger Lucian sprach, desto mehr fügten sich die Puzzleteile zusammen. Zumindest die, die erklärten, was er mir vorwarf — wie er sich das rechtfertigte, und weshalb er auf die Idee kam, deshalb sauer sein zu müssen, wollte sich mir nicht erschließen. Mein verwirrter Ausdruck war einem aufgebrachten gewichen. Wie genau ich mich fühlte, entsetzt, verständnislos, angegriffen, konnte ich nicht genau auseinanderhalten, den sogleich stieg eine Wut in mir auf, die alles überwältigte. Was gab ihm das Recht, so mit mir zu reden? Was ich dem Tagespropheten gesagt hatte war rein strategisch gewesen, hätte er es lieber gehabt, wenn ich der Zaubererwelt eröffnet hätte, dass ich Gelegenheitssex mit dem Kapitän einer anderen berühmten Quidditchmannschaft hatte? Ich sah mich um, und als ich mich vergewissert hatte, dass sich niemand in Hörweite befand, lehnte ich mich vorwärts zu ihm und knurrte: "Was, das wirfst du mir vor? Was hätte ich denen denn erzählen sollen? Es war ein Interview, verdammt, wieso nimmst du das so ernst?" Ich lehnte mich wieder ein wenig zurück, wenn nicht komplett, und musterte ihn, abschätzig. Ich hatte es bisher genossen, dass Lucian so unkompliziert war, vor allem im Vergleich zu allen Frauen, mit denen ich vor ihm etwas gehabt hatte, und ich verstand nicht, wieso er jetzt Drama machen musste. "Zoey ist meine Teamkollegin. Da läuft nichts, noch wird da jemals etwas laufen." Meine Stimme war kühl. Ich wollte ihm zeigen, wie albern er sich gerade verhielt. Mein Blick war mindestens genau so kühl; meine Stimmung war so schnell umgeschlagen, wie das britische Wetter. Von Sonnenschein zu Regenwetter in unter einer Minute. Ich wollte nichts weiter sagen, sondern Lucian sein lassen und gehen, mir jemand anderen zum Reden suchen, jemand, der meine Laune nicht herunterzog. Vielleicht war hier Azra ja irgendwo aufzufinden? Doch dann fiel mir auf, was seine Anschuldigung noch bedeutete. "Und selbst, wenn etwas mit Zoey laufen würde, was geht es dich an? Ich kann flirten, mit wem ich will, und du kannst es genauso. Oder weiß Lucian Bole nicht mehr, wie man flirtet?" Ich klang fast gehässig, doch das hatte er davon, wenn er wegen so etwas Lächerlichem beleidigt sein wollte. Ich verstand nicht, wieso er deshalb sauer auf mich sein musste, und ich sah es auch nicht ein, also bitte, wenn er giftig sein wollte, dann war das jetzt eben unser Ton. Ich wollte nicht, dass er jetzt weg ging, um mit irgendwem anderen zu flirten, genau so wenig, wie ich mit jemandem geflirtet hatte, oder die Absicht hatte, es noch zu tun. Aber ich wollte ihn provozieren, und ihm aufführen, wie sinnlos seine Argumente waren, und ich würde mir von ihm nichts verbieten lassen. Er hatte meine Aufmerksamkeit nicht für sich gepachtet.
GEBURTSDATUM
01.06.1978
TRIKOTNUMMER
21
TREFFERQUOTE
78.8%
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT
263km/h
GESPIELTE LIGASPIELE
22
GEWONNENE LIGASPIELE
16
Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.


Re: Wiese
von Lucian am 26.08.2018 00:06Bei seiner, meiner Meinung nach, dämlichen Fragerei sah ich ihn reflexartig an als sei er vollkommen bescheuert. Für mich war es absolut ersichtlich, dass er gerade mein Problem war und, in meinen Augen, sollte es auch für ihn ersichtlich sein, immerhin hatte ich es deutlich genug gesagt. War es die Euphorie von dem gewonnen Sieg, die ihn blendete? Oder vielleicht der bereits konsumierte Alkohol, der seine Sinne trübte? Oder war er tatsächlich so bescheuert, dass er es nicht verstand? „Du bist passiert, Roger.", kam es schließlich über meine Lippen, bevor ich die Möglichkeit hatte über meine eigenen Worte nachzudenken. Nicht, dass es für mich ungewöhnlich war im Affekt zu sprechen bevor ich drüber nachdachte. „Hörst du dir eigentlich selber zu, wenn du mit anderen Menschen sprichst oder vergisst du es aus eigener Ignoranz einfach wieder? Mit der Aussage, dass meine Meinung irrelevant sei, meinte ich exakt das was ich sagte: Meine Meinung ist irrelevant – zumindest für dich. Aber du erkennst meine Existenz ja nicht einmal an, also sollte ich mich eigentlich nicht einmal darüber wundern." Tatsächlich musste ich mir gerade Mühe geben, dass ich in einem halbwegs gemäßigtem Ton mit ihm sprach, damit niemand groß auf uns aufmerksam wurde, obwohl der aggressive Unterton ihm nicht verborgen bleiben sollte. Alkohol war in meinem aktuellen Gemütszustand sicherlich nicht die Beste Idee, doch machte dies vermutlich kaum noch einen Unterschied. Immerhin war ich bereits verärgert und getrunken hatte ich auch schon das ein oder andere Glas. Dementsprechend ließ ich es mir nicht nehmen eins meiner Gläser aus der Luft zu „pflücken" und einen Schluck daraus zu trinken. Vielleicht hatte ich ein kleines bisschen die Hoffnung, dass es mich etwas abregte oder zumindest für einen Moment ablenkte.
„Was ich fasle? Du fragst mich gerade ernsthaft was ich fasle? Glaubst du eigentlich gerade, dass ich Witze mache oder wieso hältst du den Moment angebracht um zu scherzen?" Eindeutige Verständnislosigkeit lag in meiner Stimme. „Ich fasle davon, dass ich nicht deinen Trostpreis spiele. Du hast dem Tagespropheten kürzlich nocht gesagt, dass du dich mit niemandem triffst und bei deinen Dates bisher niemand Interessantes dabei war. Vielleicht ist deine Bitch von vorhin ja interessant genug für ein Date oder interessant genug dafür, dass du dich regelmäßig mit ihr triffst." Ich nahm noch einen Schluck aus meinem Glas.
Re: Wiese
von Roger am 25.08.2018 15:25Ich lief locker neben ihm her, des Fakts nicht bewusst, dass er wohl wahrscheinlich gerade versuchte, mich loszuwerden. Er hatte seine Verabredungen oder Gesprächspartner auf Parties bereits öfter für mich stehen gelassen, so hatten wir uns überhaupt kennengelernt, also erwartete ich nicht, dass er jetzt so unbedingt zu der Person, der er das Getränk mitbrachte, zurück kehren musste. Immerhin wusste ich, was ihm Spaß machte, er müsste heute Abend eigentlich mit niemand anderem reden als mir. Und das wusste er eigentlich auch, also wieso würde er jemand anderen mir vorziehen? Seine vehemente Antwort überraschte mich ein wenig. Was war passiert, dass er so mies gelaunt war? Ich blieb neben ihm stehen und sah ihm dabei zu, wie er sich arrangierte, während ich antwortete: "Wieso? Was ist passiert, und wieso irrelevant?" Noch immer hatte ich keinen Schimmer, wovon er redete, und demnach verwirrte mich seine Aussage ehrlich gesagt sehr. Das einzige, was ich mir vorstellen konnte, war, dass irgendjemand auf dieser Party ihm unrecht getan hatte, bevor ich ihn erreicht hatte. Ich überlegte, wer das wohl sein könnte, und was ich der Person antun könnte, damit sie dafür bezahlen würde, meinen guten Freund Lucian so sauer gemacht zu haben. Ich wusste nicht, dass Lucian mich dabei beobachtet hatte, wie ich mit Zoey geredet hatte, oder wie dieses Gespräch für ihn ausgesehen haben musste, und wieso er nun deshalb sauer war. Ich wusste ja nicht ein mal, dass ich es war, auf den er sauer war. Aber ich merkte doch, dass er sich seltsam verhielt, wenn er von einer anstrengenden Person genervt war, hätte er sich doch längst darüber ausgelassen, nicht?
Weibliche Gesellschaft? Ich erkannte seine Stichelei nicht als solche, stattdessen war ich nur noch verwirrter. Demnach sah ich ihn auch mit zusammengezogenen Augenbrauen an, doch es war nicht zu verkennen, dass ich noch immer in einer ausgelassenen, amüsierten Stimmung war, und das hier nicht sonderlich ernst nahm. Also, es war ernst, dass er nicht in Partystimmung war, aber das konnte man nicht mit Ernst bekämpfen. Demnach antwortete ich mit einem scherzhaften "Was faselst du denn?", das eigentlich nur bedeuten sollte, dass alles, an der Situation, die er gerade beschrieben hatte, Unsinn war. Ich ging davon aus, dass er verstand, da mir nicht eingeleuchtet war, dass er sauer auf mich zu sein schien. Er meinte wahrscheinlich Zoey, aber ich hatte die kurze Unterhaltung mit ihr beendet, wieso sollte ich nicht mit verschiedenen Leuten an einem Abend reden können? Jetzt war ich doch hier, extra wegen ihm, und ich wollte gerade nur mit ihm feiern, sonst hätte ich ihn doch nicht aufgesucht. Ich hatte mir niemand anderen gesucht, obwohl er so mies drauf war und das an mir auszulassen schien, was echt nicht sein musste. Wieso erzählte er mir nicht einfach, was das Problem war?
GEBURTSDATUM
01.06.1978
TRIKOTNUMMER
21
TREFFERQUOTE
78.8%
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT
263km/h
GESPIELTE LIGASPIELE
22
GEWONNENE LIGASPIELE
16
Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.












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