Oriental Encounter | Diana & Dražan

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Dragan

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Re: Oriental Encounter | Diana & Dražan

von Dragan am 28.07.2018 15:04

Dass sie mich nicht ignorierte verbuchte ich als Erfolg, zumal ich mich wirklich gewundert hätte, wäre sie dazu in der Lage gewesen, mich zu ignorieren. Oft schon hatte ich beobachtet, wie Menschen andere Menschen ignorierten, um für diese interessanter zu wirken, allein schon wenn ich mich doch mal dazu herabgelassen hatte, einen Schulcampus zu betreten, hatte man solche Art Beziehungen an allen Ecken und Enden beobachten können. Jedoch ließ ich mich mit sowas nicht reinlegen, ich würde niemals jemanden interessant finden, der mich ignorierte. Viel mehr unhöflich und verblendet, Eigenschaften die ich in keinem Fall auch nur ansatzweise dulden konnte. Solche Menschen waren es nicht mal wert, von mir angesehen zu werden. Aber da sie nunmal auf mich einging und auf mich keinen wirklich unflätigen Eindruck machte, hatte sie die erste mehr oder weniger Probe meinerseits bestanden.
Dass sie mich abcheckte, überging ich bewusst, denn es war etwas, das mir nicht selten geschah und so hatte ich gelernt, damit umzugehen, hatte ich ja auch keinerlei diesbezügliches Interesse an ihr, wie sie wohl zu denken vermochte. Tatsächlich hatte ich derartiges Interesse bisher lediglich an wenigen Personen gefunden und wenn dem so gewesen war, dann hatte es nie für eine lange Zeit gehalten und ich war sie irgendwann leid und losgeworden. Trotzdem würde ich es nie wagen, eine von ihnen zu vergessen, sie sind alle auf meine ganz spezielle Weise verewigt worden, so wunderschön und sanft sie gewesen waren, hatte ich sie in meinen Gedanken erhalten. Nun jedoch war es nicht die Zeit, darüber nachzudenken, vielmehr konzentrierte ich mich also nun auf die Situation, die vor mir lag. Ebenso wie ihre unverkennbare Mimik überging ich auch ihre Frage, welche ich nicht ganz einordnen konnte und deshalb bezog ich mich direkt auf ihre folgende Aussage. "Bei der Suche kann ich selbstverständlich behilflich sein", begann ich also und zeigte ihr ein freundliches und charmantes Lächeln, bevor ich meinen Blick an die Kleine wandte. Kinder waren für mich schon immer ein faszinierendes Rätsel gewesen, sie waren so hilflos und an sich nervtötend aber man wollte sie um jeden Preis beschützen. Ich hatte dieses Gefühl noch nie so ganz nachvollziehen können und würde es sicherlich irgendwann wollen aber ich hatte aktuell Wichtigeres, auf das ich mich konzentrieren musste. "Na, hast du deine Mutter verloren?", fragte ich, als meine Gegenüber ihre Hände von den Ohren des Mädchens löste und die Kleine nickte langsam und ein wenig eingeschüchtert. "Weißt du denn, wie sie aussieht?", das Mädchen zuckte mit den Schultern. Das war ja hilfreich, ein Kind das seine Mutter nicht beschreiben konnte. Ich hatte jedoch ja zuvor beobachtet, wie die Dame das Kind auf die Schultern genommen hatte und demnach ihm wohl hatte ermöglichen wollen, dass es seine Mutter selbst fand, also tat ich es ihr nun gleich. Ich hob das Mädchen vorsichtig auf meine Schultern, die Nase nur maginal gerümpft aus Sorge, dass ihre Klamotten meine fein gefertigten Stoffe, aus denen meine Kleidung gemacht war, beschmutzen könnten, und ließ sie dann von dort, einer beinahe zwei Meter hohen Position über die menge sehen, welche sich noch immer in der Mischung aus orientalischen Dämpfen und Düften durcheinanderdrängte und dem Sonnenlicht keine Möglichkeit gab, den Boden zu erreichen.

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Diana
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Re: Oriental Encounter | Diana & Dražan

von Diana am 10.07.2018 23:55

Das ich dem Kind helfen wollte hatte wahrscheinlich zwei Ursachen. Erstens war da sicher auch sowas wie ein Mutterinstinkt im Spiel, den außer Blair sicher jede Frau hatte. Ich hatte nichts gegen Kinder und wollte selbst irgendwann welche. Der entscheidendere Grund war aber wahrscheinlich, dass ich zu Pflichtbewusst war um dieser Mutter für ihren Fehler keine Standpauke zu halten. Sie hatte es definitiv verdient, dass man sie zurecht wies. Vielleicht lernte sie ja daraus. Zumindest hoffte ich es für das kleine Mädchen. 
Leider war ich momentan nicht wirklich hilfreich. Ich war nicht zu klein. Meine Größe war perfekt, wie alles an mir. Aber ich war für diese Aufgabe nicht groß genug. Aus diesem Grund überlegte ich die Kleine einfach mit nachhause zu nehmen. War immerhin besser als sie hier zu lassen. Aber eine gute Idee war das auch nicht. Da ich Angst hatte unter dem Gewicht der kleinen zerdrückt zu werden, ließ ich sie wieder runter, als ich auch schon angesprochen wurde. Bevor ich die Person die mit mir sprach sah hörte ich diesen merkwürdigen Akzent. Ich konnte nicht genau sagen, was es für einer war. Für gewöhnlich sprach ich auch nicht mit Leuten mit Akzent. Die hatten für mich immer etwas von Kleinkriminellen. Ich war halt einfach etwas Rassistisch. Aber aus Neugier drehte ich mich trotzdem um und vor mir stand nun der Typ, der mich eben schon beobachtet hatte. Von nahem gefiel er mir sogar ganz gut. Vorallem diese Tattoos waren scharf. Er hatte zwar trotzdem etwas von einem kriminellen, aber darüber sah ich mal hinweg. "Kommt ganz drauf an, wie Sie mir helfen wollen?", ich zog eine Braue hoch und musterte ihn prüfend. Genauer gesagt checkte ich ihn einmal haargenau ab. Immerhin sprach er mich sicher nicht an, weil er so ein gutes Herz hatte. Ich gefiel ihm. Was auch sonst? Meine Hände legte ich kurz auf die Ohren der kleinen, bevor ich bei seiner Frage nickte. "Die kleine Prinzessin hat ihre dämliche Mutter verloren. Und ich weiß nicht, wie ich sie finden soll.", erklärte ich ihm dann. Mal sehen ob diese Größe auch zu etwas gut war. Immerhin war es wahrscheinlich, dass die kleine auf seinen Schultern etwas sah, als auf meinen.

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Dragan

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Re: Oriental Encounter | Diana & Dražan

von Dragan am 09.07.2018 11:24

Ich hatte noch nie wirklich die Diskretion gehabt, Leute, die mir geeignet schienen, nicht zu beobachten und natürlich empfand ich demnach auch keinerleich Scham, wenn ich bemerkt wurde. Zumal ich ja auch wirklich nicht unauffällig war, ich war groß und ich wusste, dass mein tadelloser Kleidungsstil, von den Augen der Laien oft verkannt, noch zusätzlich hervortrat. Jedoch war es ja auch nicht mein Wunsch, nicht gesehen zu werden, nein ich konnte quasi in Aufmerksamkeit baden, wenn man sie mir zollte, und dabei besaß ich zeitgleich eine Anmut, wie sie nur wenigen zuteil wurde.
Durch die schwüle Luft des Marktes hindruch und das warme Wabern der Luft zwischen den Blicken meiner- und ihrerseits hatte ich die Szenerie beobachtet, die sich dort vor mir abspielte. Dass sie dem Kind half, überraschte mich wenig, denn ich hatte es schon oft erlebt, dass Menschen sich wohl trotzdem sie sonst nicht allzu großherzig waren, von Kindern immer hingeben ließen und so sagte diese Handlung nichts über ihre Art aus, welche mich jedoch wohl brennend interessiert hätte. Zumindest für den Ansatz. Und da ihr Versuch, dem Mädchen zu helfen durchaus ein bisschen hilflos aussah, beschloss ich schließlich, mich zu ihr zu bewegen und ihr meine Hilfe anzubieten, nicht um des Kindes Willen, das war mir ziemlich egal, sondern einfach um die Möglichkeit zu haben, sie anzusprechen. Nicht, dass ich das sonst nicht einfach so getan hätte, aber es bot sich nunmal so einfach besser an.
Mit wenigen Schritten drängte ich mich zwischen den belebt miteinander quasselnden Menschen hindurch, wobei mir einige sehr missbilligende Blicke zugeworfen wurden, die ich gekonnt überging - was interessierte mich die Meinung von billigem Fußvolk? - und langte kurz darauf bei der jungen Frau mit dem Kind an. "Sie sehen aus, als könnten sie Hilfe gebrauchen?", merkte ich dann an und neigte meinen Kopf leicht zur Begrüßung, mein serbischer Akzent drang leise durch meine Worte hindurch, nicht dass ich kein sauberes Englisch sprechen konnte, ich nutzte meinen Akzent viel mehr als Kunstform, da ich fand, dass er die englische Sprache deutlich eleganter klingen ließ. Auch nutzte ich sogleich meinen Charme, ich wusste dass ich anziehend wirken konnte, wenn ich wollte und ich hatte so auch schon viele Herzen erobert, um sie sogleich wieder zu brechen. Nicht, dass das hier meine Absicht war. Nein, diesmal verfolgte ich andere Ziele. "Hat die kleine etwa ihre Familie aus den Augen verloren?"

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Diana
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Re: Oriental Encounter | Diana & Dražan

von Diana am 05.07.2018 12:46

Meine Schicht im St. Mungos neigte sich mal wieder dem Ende und es war sogar irgendwie ein schöner Tag gewesen. Es kam nicht oft vor, aber heute hatte ich wirklich gute Laune. Sicherlich lag das auch am Wetter. Es war richtig heiß und meiner Meinung nach war das auch gut so. Ich liebte diese Stadt und könnte mir niemals vorstellen irgendwo anders als in London zu wohnen, aber das Wetter war meist eine Katastrophe. Kein Wunder also, dass ich meist schlecht drauf war. 
Ich verließ das St. Mungos und statt mich vor meine Haustür zu apparieren beschloss ich das Wetter zu genießen und zu Fuß zu gehen. Doch wirklich weit kam ich nicht. Aus irgendeiner Straße drang interessante Musik und ich folgte meinem Gehör einfach mal, bis ich bei einem Markt landete. Es war nicht allzu voll und die Dinge die hier Angeboten wurden wirkten schon etwas exotisch, weshalb ich einfach mal eine Runde hier drehen wollte um mich umzusehen. Die Gerüche die hier in der Luft lagen waren eventuell etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich kam schon darüber hinweg.
Ich fand einige ganz schöne Deko Artikel für meine Wohnung, die dank eines kleinen Ausdehnungszaubers auch alle in meiner Tasche platz fanden. Ich bezahlte die Sachen natürlich auch (Ich war ja keine Diebin) und ging dann zum nächsten Stand, als ich ein kleines Mädchen weinend am Bürgersteig sitzen sah. Sie war so klein und leicht zu übersehen. Ich schätzte sie auf ungefähr 4 Jahre und auch wenn ich vielleicht nicht immer die netteste war konnte ich sie auch nicht einfach ignorieren und vorbei gehen. Ich hatte kein gutes Herz oder sonst was. Aber bei Kindern war ich etwas weniger schlimm. Deshalb machte ich mich auf den Weg zu ihr, bevor ich mich zu ihr hinkniete und sie fragte was sie hatte. Als sie mir sagte, dass sie ihre Mom hier irgendwo verloren hat wurde ich sauer. Es war eine Sache so blöd zu sein und sein Kind überhaupt auf so einen Markt mitzunehmen. Aber wie konnte man es dann noch aus den Augen lassen? Ich strich der kleinen sanft über den Kopf und redete ihr ein es würde alles gut werden, bevor ich mich aufrichtete und mich umsah ob ich eine Frau entdeckte die so aussah als würde sie ihr Kind suchen. Aber nein ich sah nichts. Naja, nichts außer einem Typen der mich anzustarren schien. Ich sah toll aus und deshalb konnte ich das nachvollziehen. Er sah auch nicht gerade schlecht aus, aber jetzt war wahrscheinlich der falsche Zeitpunkt darüber nachzudenken. Da ich keinen Plan hatte wie die Mutter der kleinen aussah und in der Anwesenheit so vieler Muggel jetzt auch keine Magie anweden wollte hob ich die kleine hoch und setzte sie auf meine Schultern, damit sie sehen konnte wo ihre Mutter ist. Auch wenn das nicht so leicht war wie es aussah. Ich war immerhin körperlich nicht die Stärkste und auch nicht die Größte. Also sah die kleine immernoch nicht wirklich viel.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 05.07.2018 12:48.

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Oriental Encounter | Diana & Dražan

von Dragan am 05.07.2018 10:16

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An einem Tag im heißesten Sommer, den London seit gefühlten Jahrzehnten gespürt hat, eröffnete in der londoner Innstadt ein orientalischer Markt mit Waren aus allerlei Lande dieser Region. Unter der sengenden Hitze der Sonne schwebten die wildesten Dämpfe, Gerüche und außergewöhnliche Musik getragen von der warmen Luft durch die Marktstände und die Rufe diverser Marktteilnehmer wetteiferten um den Sieg im Nachfrageduell.



Ich hatte beschlossen, den Markt trotz der hohen Temperaturen der Nachmittagssonne und der hohen Zahl lauter Menschen zu besuchen, immerhin hatte es sich bisher immer als den Aufwand wert herausgestellt, wenn ich diese Situation hatte über mich ergehen lassen. Und als ich schließlich eingetroffen war, war ich unglaublich überrascht gewesen, dass der Markt doch tatsächlich nicht so voll war, wie ich erwartet hatte. Immerhin hatte ich damit gerechnet, dass man sich vor Menschen nicht würde umsehen können, doch dem war nicht so. Nicht nur durch meine wie immer nicht unauffällige Körpergröße hatte ich einen guten Überblick über die Anwesenden, sondern auch durch die sich immer wieder lichtenden Gassen des Marktes, welcher die begehrtesten bereiche des Orientliebhabers abdeckte. Nicht, dass ich das war, aber ich hatte bisher immer gute Räucherkerzen auf solchen Events bekommen und demnach verzichtete ich nur ungern darauf, war ich ja auch fasziniert von der nicht selten prunkvollen und faszinierenden Gestaltung der Martkstände.

Doch wie es nunmal meine Angewohnheit war, sah ich mir nicht nur die Gegend oder die angebotenen Waren an den Ständen an, sondern auch die hier anwesenden Menschen, in der Intention, vielleicht neue...Inspirationen für mein nächstes Kunstwerk zu finden. Ich hatte schon seit langem einen gedanken gehabt, oder eher eine Art Fügung, welche mir sagte, ich solle kopflose Gestalten in Gemälden einfangen und ihre Köfpe auf Büsten präsentieren, um die Magie und Skurrilität vollkommen zu machen. Als wie umsetzbar sich dies im Endeffekt herausstellte war wohl eine Frage der Perspektive und der Inspiration, weshalb ich mir diese ja nun hier holen wollte.

Und es dauerte auch nicht lange, bis ich aus dem Augenwinkel eine dunkelhaarige, junge Dame bemerkte, die mir irgendwie eine andere Ausstrahlung zu haben schien, als die anderen hier Anwesenden. Ihre Aura hatte irgendwie eine faszinierende Wirkung auf mich, jedoch auch nicht genug, um mir die Insoiration zu liefern, die ich suchte, also würde ich sie wohl ansprechen müssen...jedoch beschloss ich, zunächst abzuwarten.

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