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Re: Das Wohnzimmer
von Roger am 28.12.2018 01:40Es war beeindruckend, wie viel Lucian aus den Falcons gemacht hatte, einem Team, das das letzte Jahrzehnt auf dem absteigenden Ast heruntergerutscht war, und das von scharfzüngigen Journalisten zeitweilig mit den schlimmsten Spitznamen betitelt worden waren. Wie er es geschafft hatte, sein Team zu einer solchen Wendung zu bringen, dass er in seiner ersten Saison als Kapitän gleich auf dem dritten Platz gelandet war, grenzte nahezu an ein Wunder; doch es war Lucian Bole, ich hatte von nahem miterleben können, wie unglaublich er sein konnte. Ich war, selbst als jemand, der eigentlich ein Gegner war, immens von seinen Leistungen und seinem Können beeindruckt, das ging wirklich über professionellen Respekt hinaus. Lucian wusste, wie hoch ich ihn als Quidditchspieler schätzte, zumindest hoffte ich das. Im Vergleich zu ihm hatte ich sehr viel günstigere Grundbedingungen gehabt, als ich die Tornados übernommen hatte... Aber wir hatten uns im Endeffekt einfach als die beste Mannschaft bewiesen. Doch so, wie die Situation war, und wie wir beide waren, war das Risiko, dass die Stimmung kippte, wenn wir uns dem Thema zu sehr näherten, zu groß. Was verständlich war, immerhin hatten wir beide auf dasselbe Ziel hingearbeitet, und nur einer von uns hatte es bekommen, während der andere es so kurz vor der Ziellinie ganz knapp verfehlt hatte. Da war es recht einleuchtend, dass das Thema ein wunder Punkt war, und obwohl ich stolz und vor allem glücklich war, gab ich mir Mühe, es nicht allzu sehr heraushängen zu lassen. Lucian gab sich immerhin immernoch mit mir ab, also nahm ich an, dass er mir den Sieg doch irgendwo wenigstens ein wenig gönnte, oder ihn mir zumindest nicht übel nahm. Manchmal überlegte ich doch, ob die Stimmung zwischen uns bei diesem Thema nicht anders wäre, wenn die Spiele anders ausgegangen wären. Hätten wir gegen die Arrows verloren, oder vielleicht gar früher, dann wären Lucian und ich in der gleichen Position – nah dran, aber doch nicht ganz da. Das wäre zumindest etwas, was uns verband. Doch was, wenn er gegen die Arrows gewonnen hätte? Dieses Spiel war bei weitem eins mit der knappsten Entscheidung gewesen, und die folgenden Gegner hätten die Falcons ebenfalls besiegen können. Ich fragte mich immernoch, wie die Cannons es so weit geschafft hatten, ehrlich gesagt. Jedenfalls hätte es ein Finale geben können, in dem die Tornados gegen die Falcons gespielt hätten — und danach hätte wahrscheinlich keiner von uns beiden dem anderen in die Augen sehen können. So gesehen war ich also sogar recht froh, dass die Arrows dort dazwischen gekommen waren, weil ich doch noch ganz gerne mit Lucian in Kontakt war – auch, wenn ich ihm das so niemals sagen könnte.
Sein Interesse, das man viel eher als professionell zu verstehen hatte als als freundschaftlich, ließ mich schmunzeln. Er würde schon bald genug wissen, wie es bei uns aussah, er würde sich, genau wie bei den anderen Teams, wohl auf die offiziellen Ankündigungen warten müssen. Er konnte sich überhaupt schon glücklich schätzen, dass ich ihm von Zoey erzählte, anstatt dass er es in wenigen Tagen in den Zeitschriften oder eben dem schwarzen Brett seines Trainingsraumes lesen konnte. Er konnte sich also jetzt sogar ein paar Tage länger darauf vorbereiten, eine neue Spielerin zu decken, gegen die er diese Saison wahrscheinlich selten bis gar nicht spielen würde, wow! Zumindest hoffte ich darauf, unsere Aufeinandertreffen auf dem Feld auf ein Minimum zu beschränken. Ich persönlich hatte selber ehrlich gesagt nicht so wirklich Ahnung, wer bei den Falcons auf der Bank saß; die Co-Trainer bekam ich sicher gerade so zusammen, insbesondere, wenn ich mir Lucians Erzählungen in Erinnerung rief, und auch bei den anderen Teams der Liga hatte ich so in etwa ein Bild, wer sie leitete. Doch bei Ersatzspielern, die, wenn sie Glück hatten, höchstens ein oder zwei Spiele pro Saison auf das Feld kamen, wenn überhaupt, behielt ich den Überblick kaum. Deshalb war es sogar ein bisschen überraschend, dass Lucian bereits von Zoey gehört hatte. Seinen Tonwechsel bekam ich nicht mit, ebensowenig wie ich infrage Stellte, dass er sich ganz plötzlich das Magazin, das er in der Hand hielt, intensivst anschauen musste. Nein, für mich war das hier eine ganz normale Unterhaltung fernab von der Thematik des Streits. Deshalb sprach ich auch weiter, als wäre nichts. Weil für mich ja auch nichts war. "Ach, das ist die, mit der ich auf der Sommerparty geredet habe! Die kleine mit den langen Haaren, erinnerst du dich?" Wenn ich die Verknüpfung mit unserem Streit auf der Sommerparty überhaupt unterbewusst registrierte, dann maß ich ihm keine Bedeutung zu. Ja, Lucian war ja sauer wegen Zoey gewesen, aber ich hatte das ja aufgeklärt. Wieso war er überhaupt sauer gewesen? Ich hatte keine Möglichkeit, Lucians Gedanken in diesem Moment zu erraten, oder, nun ja... sie ihm vom Gesicht abzulesen.
GEBURTSDATUM
01.06.1978
TRIKOTNUMMER
21
TREFFERQUOTE
78.8%
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT
263km/h
GESPIELTE LIGASPIELE
22
GEWONNENE LIGASPIELE
16
Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.


Re: Das Wohnzimmer
von Lucian am 27.12.2018 20:31So frustrierend das Ende der letzten Saison auch gewesen war, hielt mich dies nicht davon ab mit Elan und Ehrgeiz in die nächste Saison zu starten. Eher im Gegenteil. Meine Energie schien gerade deswegen schon überzusprudeln, was meine Mannschaft durchaus zu spüren bekam. So traurig dies auch klang, doch war der dritte Platz so ziemlich das beste Ergebnis, das die Falcons in den letzten Jahren erreicht hatten. Der vorherige Kapitän, unter dem ich Jahre gespielt hatte, war einfach scheiße gewesen. Ich hätte genügend Möglichkeiten gehabt das sinkende Schiff zu verlassen, allerdings hatte ich alles ausgeschlagen. Schon als Kind hatte ich für meine Lieblingsmannschaft spielen wollen und ich würde sicherlich nicht das Trikot nicht hinschmeißen, nur weil es erfolgsmäßig irgendwo anders besser laufen könnte. Ich war keiner dieser Leute, die urplötzlich Fans der Tornados geworden waren, weil die auf einer Welle des Erfolgs schwammen in den Neunzigern. Ich wollte meine Mannschaft wieder hochziehen und bisher war mir dies auch gelungen. Zumindest war es für viele überraschend gewesen. Auch wenn der Gedanke etwas deprimierendes hatte. Aber der Hauptgrund wieso ich meine Mannschaft nicht hängen ließ und einfach wechselte: Ich war keine illoyale Ratte. Ich war kein Fähnchen, dass sich dem Wind anpasste. Nicht so wie manch andere.
So sehr ich es liebte über Quidditch zu sprechen, insbesondere mit Quidditchspielern, so frustrierend konnte es auch manchmal sein. Zumindest wenn ich mit Roger sprach und nicht gerade mit Ravi. Und mit letzterem sprach ich eigentlich ziemlich selten, weil wir uns kaum über den Weg liefen. Doch mit Roger.. Mit Roger sprach ich regelmäßig. Den Sieg der Tutshill Tornados hatten wir allerdings nicht mehr angesprochen, genauso wenig wie die Party vom Tagespropheten oder gar unseren Streit. Konnte man es überhaupt einen Streit nennen? Es war eine seltsame Situation, an welche ich nicht gerne zurückdachte, weil ich dann wieder die Anspannung und das Brodeln verspürte wie an jenem Tag.
Während Roger es sich auf meinem Sofa bequem gemacht hatte, mit der Zeitung in seinem Schoß, saß ich auf meinem üblichen Platz in meinem Sessel. Der Knöchel meines rechten Beines lag hier bei auf meinem linken Knie was für mich wohl die männliche Variante des ‚Beine übereinanderschlagens' darstellte. Tatsächlich empfand ich Männer, die die gleiche Sitzhaltung annahmen wie viele Frauen, als befremdlich, allein, weil diese Sitzposition in meinen Augen recht unbequem aussah. Ich gab nur ein fragendes „Hm?" von mir um Roger zu signalisieren, dass ich ihm zu hörte. Meinen Blick wandte ich von meiner neuen Ausgabe der Potions and Mixtures ab und schaute aufmerksam zu Roger. „Klingt auf jedenfall interessant. Scheint als müsste ich mich mal genauer über eure neue Aufstellung und Spieler informieren." Auf meinen Lippen erschien ein schiefes Schmunzeln, welches jedoch augenblicklich verschwand, als er ihren Namen enthüllte. Zoey Shepherd. Ihren Nachnamen hatte ich nicht gekannt, doch sofort verband ich bei Zoey die Spielerin von der Feier, welche ich, ohne je mit ihr gesprochen hatte, unsympathisch fand. Sie war also beeindruckend und vielversprechend. Roger war zuversichtlich, dass es mit ihr gut laufen wird. Gut zu wissen. Wie mit einem Schlag war das unangenehme Gefühl in meinem Inneren zurück, dass ich an jedem Tag verspürt hatte (und jedes Mal wenn ich daran dachte oder daran erinnert wurde). Meine Augen verengten sich ein wenig, während auch meine Gesichtszüge missfallen andeuteten. „Ja, ich habe schon von ihr gehört.", antwortete ich ihm betont neutral, auch wenn die Neutralität gegen Ende des Satzes verloren ging. So sehr ich jetzt auch das Bedürfnis hatte ihn anzuherrschen, dass ich mich leider noch zu gut an sie und ihn und deren Flirt erinnerte – sowie Rogers allgemeine Freude am Flirten mit zahlreichen Frauen – riss ich mich zusammen und starrte förmlich in meine Zeitschrift. Die Slug & Jiggers Apotheke in der Winkelgasse schaltete also inzwischen Werbung? Und sie priesen eine deutlich höhere Warenvielfalt an? Äußerst faszinierend. Vielleicht sollte ich dort mal wieder vorbeischauen. Vielleicht sollte ich sogar heute noch dort vorbeischauen. Am Besten jetzt.
Lexi
Gelöschter Benutzer
Flur
von Lexi am 27.12.2018 02:20Verzichtet man darauf, sich mit dem Türklopfer anzulegen und nutzt ihn bloß dazu, seine Anwesenheit anzukündigen, wird einem, wenn man Glück hat, die Tür von einer attraktiven Blondine geöffnet. Hinter der jungen Frau, bei der es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Bewohnerin des Appartements handelt, liegt ein heller, schmaler Flur. Auf dem Boden wurde Landhausdielen-Parkett in gedämpfter Buche verlegt, das trotz einiger Gebrauchsspuren für sein Alter in einem guten Zustand ist. Die Wände sind weiß gestrichen. Auf der rechten Seite, von der Haustür aus gesehen, befindet sich ein etwa hüfthohes Regal, ebenfalls in weiß, das die ein bis zwei aktuell wichtigsten Schuhpaare der Mieterin, sowie eine Schublade für Schlüssel und anderen wichtigen Krimskrams beinhaltet. Auf dem Regal steht eine Amaryllis in einem silbernen Topf, neben der sich aber noch genug Platz findet, um mal eben schnell die Handtasche abzustellen. Ein Stück weiter auf derselben Seite bietet eine Sitzbank eine gute Gelegenheit, sich niederzulassen, um Schuhe an- oder ausziehen. An beiden Enden der Bank sind dekorative Zierkissen platziert und darunter gibt es Stauraum für weitere Schuhpaare, von denen die Bewohnerin des Appartements tatsächlich so einige hat. Auf der anderen Seite der Sitzbank steht ein schwarzer Garderobenständer im Vintage-Stil, ehe die Wand endet und den Durchgang zur Wohnküche freimacht.
Gegenüber der Sitzbank hängt ein großer Spiegel mit einem dicken, verschnörkelten Rahmen an der Wand, ein Stück daneben befindet sich die Tür zum Badezimmer. Von der Haustür aus gesehen liegt auf der anderen Seite des Flurs die Tür zum Schlafzimmer der Wohnung.
Lexi
Gelöschter Benutzer
Badezimmer
von Lexi am 27.12.2018 02:20Das Badezimmer, das man durch eine der beiden weißen Flurtüren betreten kann, ist nicht besonders groß. Dafür hat es ein anderes, außergewöhnliches Highlight: Ein Fenster in der Zimmerdecke. Während es tagsüber eine natürliche Beleuchtungsquelle darstellt, sorgt es abends oder nachts für eine zauberhafte und zuweilen romantische Atmosphäre. Genau aus diesem Grund hat die Hexe, die dieses kleine, aber feine Appartment bewohnt, direkt unter diesem Fenster eine freistehende Badewanne positioniert. Quer über der Badewanne liegt eine Badewannenablage aus Bambusholz, auf der man bei Bedarf Weingläser, Bücher oder Snack-Schälchen abstellen kann. Die Füße der Badewanne sind golden, ebenso wie die Amaturen und der Duschkopf, der aus der Wand herausragt, an die die Wanne angrenzt. Nicht zu vergessen die Vorhangstange, die einmal um die Badewanne herumreicht. Daran hängt ein durchsichtiger Duschvorhang, der, einmal ausgezogen, um das Zimmer vor Wasserspritzern zu schützen, optisch fließendem Wasser gleicht.
Der Boden des Zimmers ist mit Fliesen in Marmoroptik ausgelegt, genau wie die zwei Wände, an denen die Badewanne steht, zumindest bis zu einer gewissen Höhe. Die restlichen Wände, darunter die, in die die Tür eingelassen ist, sind in eisblau gestrichen.
(Folgt...)
Lexi
Gelöschter Benutzer
Schlafzimmer
von Lexi am 27.12.2018 02:11Von der Tür aus blickt man seitlich auf ein mittig im Raum stehendes, weißes Queensize-Bett, dessen einladende Ausstrahlung durch flauschige Zierkissen unterstützt wird. Unter dem Bett schaut ein cremefarbener Langflor-Teppich hervor, der beinahe den gesamten Zimmerboden aus dunklem Nussparkett verdeckt. Das Kopfteil bzw. die Rückenlehne des Bettes ist im Chesterfield-Stil gestaltet und grenzt an die Wand, die rechts an jene anschließt, in die die Tür eingelassen ist. Alle Wände des Zimmers sind in einem dunklen Marineblau gestrichen, wodurch ein angenehmer Kontrast zu den weißen Stuckleisten an der Decke und den weißen Holzfußleisten entsteht. Rechts und links vom Bett stehen zierliche Nachttische aus Walnussholz, auf denen jeweils eine brillantförmige Kristallschale in goldener Fassung steht, in der durch einmaliges Antippen mit dem Zauberstab ein Feuer zur Beleuchtung entzündet werden kann. Außerdem stehen auf dem linken Nachttisch - da die Besitzerin des Bettes es gewohnt ist, auf der linken Seite zu schlafen - zwei Bilderrahmen mit zeitweise wechselnden Fotos von engen Freunden und Familie, sowie ein schmaler Zauberstabhalter aus goldenem Metall, in dem die Bewohnerin des Appartements nachts ihren Zauberstab ablegen kann. Über dem Nachttisch ist eine Sitzstange an der Wand angebracht, die in Form und Farbe einem gewöhnlichen Ast gleicht, wie man ihn in einem klassisch britischen Wald findet, und der der Schleiereule des Hauses als Rastplatz dient, sollte sie es sich im Schlafzimmer bequem machen wollen.
Die Wand gegenüber der Tür wird in der Breite nahezu komplett von einer Fensterfront eingenommen, die einen interessanten Ausblick auf das Treiben in der Winkelgasse bietet. Von unten bekommt man jedoch lediglich einen Ausschnitt der weißen Zimmerdecke zu sehen, wenn man hinaufschaut. Die Fenster werden durch lichtundurchlässige Vorhänge eingerahmt, die sich im Laufe des Tages von einem frischen Weiß in ein intensives Dunkelblau verfärben und nachts bei Bedarf den aktuellen Sternenhimmel über London präsentieren. Unter der Fensterfront ist eine Sitzbank in Walnussholzoptik eingelassen, die durch große Schubladen einigen Stauraum bietet. Auf der Sitzbank laden weiße Sitzkissen und die gleichen flauschigen Zierkissen wie auf dem Bett zum Verweilen ein, was die junge Hexe, die das Appartement bewohnt, wohl auch täglich in Anspruch nimmt, wie das dort häufig herrschende augenscheinliche Chaos aus bekritzelten Pergamenten, alten Zeitungsausgaben, die meisten davon vom Tagespropheten, und sich bewegenden Photographien vermuten lässt.
Sitzt man aufrecht im Bett, mit dem Rücken an das Kopfteil gelehnt, blickt man auf einen offenen Walnusskleiderschrank, in dem hübsch sortiert die Kleidung der Schlafzimmerbewohnerin hängt bzw. liegt. Neben einigen aufregenden (Abend-)Kleidern findet man hier vor allem schicke, aber gemütliche Büro-/Alltagsoutfits, aber auch einige Stücke, die nur für das Tragen zu Hause gedacht sind. Ein paar Schubladen auf der linken Seite des Kleiderschranks verbergen intimere Kleidungsstücke vor ungewollten Blicken. Links neben dem Kleiderschrank, in der Ecke des Zimmers, steht ein weißer Sessel, der meist nur als Ablage für die Klamotten benutzt wird, die am Abend gegen den Pyjama eingetauscht werden. Daneben, an derselben Wand, in der sich auch die Tür befindet, steht ein großer Spiegel, hoch genug, dass man sich darin komplett betrachten kann. Auch er ist in einen goldenen Rahmen eingefasst, der aussieht, als bestünde er aus Ranken und filigranen Blättern, die sich um den Spiegel herumwinden. Um die rechte Ecke des Spiegels ist ein Ravenclawschal gebunden. Jedoch nicht aus Deko- oder Stolzgründen, obwohl die Besitzerin des Spiegels durchaus eine stolze Schülerin ihres Hauses war, sondern, um den goldenen Vogel, der dort im Geäst sitzt, am Sprechen zu hindern. Der Vogel am Spiegel, der ursprünglich ein scherzhaftes Einzugsgeschenk der Schwester der hier wohnenden Hexe war, ist so verzaubert, dass er jedem, der in den Spiegel schaut, ein schmeichelhaftes Kompliment macht. Die Ausführung des Zaubers, mit dem er belegt ist, scheint aber eher von minderer Qualität zu sein, da seine Sprüche im Laufe der Zeit immer vulgärer und unhöflicher geworden und jetzt bloß noch als störende und über alle Maßen dreiste Belästigungen zu verstehen sind, die sich scheinbar durch keinen Zauber stoppen lassen und deshalb mit einem Schal gedämpft werden müssen.
Re: Das Wohnzimmer
von Roger am 26.12.2018 22:29Seit der Sommerparty des Quidditch League Magazins waren nur wenige Wochen vergangen, aber es hätten auch Monate sein können. Meine Tage hatten, sobald das Training wieder begonnen hatte, schnell wieder in das alte Routinemuster gefunden. Dass wir die vergangene Saison gewonnen hatten, gab uns keinen Freifahrtschein für die kommende, doch ich gab mir Mühe, der Mannschaft so zuzureden, dass der Titel sie weiter beflügelte. Das Training war so anspruchsvoll, dass es wieder den größten Teil meines Lebens bestimmte, und das war gut so. Die neue Saison hatte wieder begonnen, und bald waren auch wir wieder an der Reihe, uns auf dem Platz zu beweisen. Auch meine Freizeit war wieder einigermaßen ruhiger, ich war zwar noch immer bester Stimmung, aber die Feierlaune war mit der Zeit den Sorgen um die Vorbereitungen für die nächste Saison gewichen, und somit beschränkten sich meine Ausgeh-Abende wieder auf die üblichen Zeiten, eben wie ich während der Saison auch immer mit meinen Freunden ausging. Wenn ich aber nicht gerade beim Training war oder es vorbereitete, mich mit meinen Freunden traf oder feiern war, verbrachte ich meine Zeit mit Lucian. Zwischen seinem Haus und meinem wechselten wir uns stets gerecht ab, wie sonst auch, und eigentlich war es genau die selbe Routine wie auch vor der Sommerpause. Auch die Sommerparty und unser seltsames Aneinanderraten hatte das nicht verändert; denn obwohl ich doch ein eher ungewöhnliches Gefühl gehabt hatte, als es zu diesem Streit zwischen uns kam, maß ich ihm nicht sonderlich große Bedeutung bei. Wenn sich irgendwas an unserer Beziehung zu einander geändert hatte, dann fiel es mir nicht auf, wir gingen miteinander genau so um, wie zuvor, und ehrlich gesagt wüsste ich nicht, wieso wir es nicht tun sollten. Wenn ich jemals den Grund verstanden hatte, wieso wir uns eigentlich gestritten hatten, dann hatte ich es bis jetzt vergessen. Meines Wissens nach waren wir genau das, was wir davor auch waren: gute Freunde. So oft, wie wir uns sahen, könnte man vielleicht sogar behaupten, wir seien die besten Freunde, aber unsere Dynamik war komplett anders als die, die ich mit meinen besten Freunden hatte. Gut, es gab den entscheidenden Unterschied, dass Lucian und ich uns öfter mal ein Bett teilten, doch auch so hatte ich ein sehr anderes Gefühl, wenn ich bei ihm war. Ich konnte es nicht beschreiben, und ehrlich gesagt dachte ich nie lang genug darüber nach, um es zu versuchen. Demnach war mir auch nicht klar, ob sich seit der Sommerparty etwas verändert hatte. Es war ja nicht so, als hätten wir noch einmal Gelegenheit gehabt, darüber zu reden, oder den Bedarf dazu gehabt. Was immer es gewesen war, es war in jedem Sinne gut geendet, also welchen Sinn hatte es, sich da noch groß drüber zu sorgen?
GEBURTSDATUM
01.06.1978
TRIKOTNUMMER
21
TREFFERQUOTE
78.8%
HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT
263km/h
GESPIELTE LIGASPIELE
22
GEWONNENE LIGASPIELE
16
Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.


Re: Duschen der Appleby Arrows
von Ravi am 26.12.2018 13:03Valea war noch nie sehr gut mit meinem Sarkasmus klargekommen, doch irgendwie hatte ich sie gerade deswegen immer irgendwie gemocht. Bei anderen Menschen nervte es mich, wenn ich mich erklären musste, wenn sie den Ton, der in meiner Stimme mitschwang, nicht auf Anhieb verstanden, doch Val tat ebendies auf eine so niedliche und unschuldige Art, dass man es ihr einfach nicht böse nehmen konnte. Doch das hiess noch lange nicht, dass sie verschon blieb. Auch heute nicht.
«Ich weiss gar nicht, was du meinst», antwortete ich im selben vor Sarkasmus triefenden Ton wie schon zuvor. «Ist doch ganz normal. Ich schlafe auch ständig an meinem Arbeitsplatz und breche bei meinen Gegnern ein.» Ich zog eine Augenbraue nach oben, während ich sie ansah. «Natürlich war das Sarkasmus, Val. Ich glaube, es hat einen Grund, warum wir beide abends hier sind, wenn man sich eigentlich sicher sein kann, niemanden mehr anzutreffen.» Ich meine, klar, ich hatte sie schon länger nicht mehr gesehen, und es hätte mich auch gefreut, sie mal wieder ausserhalb des Spielfelds zu treffen, doch diese Umstände, in denen dies jetzt geschehen musste, waren katastrophal. Für uns beide, wie ich mal annahm.
Eigentlich wollte ich meinen kritischen Blick aufrechterhalten, doch ich konnte nicht anders, als zu lächeln. Ich kannte Valea schon jahrelang, und daher wusste ich inzwischen auch ziemlich schnell, wann sie mich anlog. Die meisten Hufflepuffs waren sowieso schon schlechte Lügner, doch Val toppte sie alle, da war ich mir sicher. Manchmal war das nervig, sicher, aber eine andere Sache an Valea war, dass man nicht wirklich – oder zumindest nicht sehr lange – wütend auf sie sein konnte. Ich hatte es glaube ich noch nie erlebt, dass sie etwas aus bösen Absichten vor jemandem verheimlichte. Und ich war mir auch ziemlich sicher, dass dies jetzt der Fall war. Was auch immer sie mir nicht erzählen wollte, es war nicht gegen mich gerichtet. Wahrscheinlich betraf es nur sie selbst. Und gerade deswegen durfte ich sie jetzt nicht davonkommen lassen.
Ich seufzte. «Kann ich?» Ich deutete auf den Bode neben ihr. Ich wartete ihre Antwort gar nicht erst ab, ehe ich mich neben ihr hinsetzte. «Valea, ich erkenne, wenn du lügst», meinte ich deutlich sanfter. «Hier findet keine Pyjamaparty statt. So niveaulos sind nicht mal die Arrows... Glaube ich zumindest.» Ich grinste. Wir Wespen verstanden uns – bis auf gewisse Ausnahmen, auf unseren Kapitän zum Beispiel konnte ich manchmal gerne verzichten – meistens auch ziemlich gut, und manche von uns unternehmen auch ausserhalb des Spielfelds ab und zu Dinge miteinander, doch aus dem Pyjamaparty-Alter waren wir definitiv herausgewachsen. Und ich war mir nahezu sicher, dass es bei unseren Erzfeinden nicht sonderlich anders aussah.
«Ich bin hier, um nach...» Ich stockte, schloss meine Augen für einen Moment und atmete tief durch, ehe ich fortfuhr. «Um nach meinem Talisman zu suchen.» Ich mied ihren Blick, auch wenn ich mir ziemlich sicher war, dass Valea mich nicht dafür verurteilen würde. Es war mir peinlich, und daran konnte wohl gerade niemand etwas ändern. «Ich meine, ja, das tönt ziemlich lächerlich, aber andererseits träume ich manchmal davon, was genau ich am nächsten Tag zu Abend essen werde, und dann halte ich mich auch noch an diesen Traum. Was ist ein bisschen Aberglaube schon dagegen.» Ich seufzte. Ich schwieg für eine Weile, ehe ich meinen Blick wieder hob und sie ansah. «Jedenfalls, du lenkst von der eigentlichen Sache ab. Was machst du hier? Und wieso brauchst du dafür dein ganzes Hab und Gut?» Mein Blick glitt abermals über ihre ausgebreiteten Sachen. «Was auch immer los ist, du kannst mir davon erzählen, Val. Ich werde dich nicht verraten, versprochen.»


Das Wohnzimmer
von Lucian am 22.12.2018 14:11Re: Daily Prophet: Sonderausgabe
von DailyProphet am 11.12.2018 21:44Die Liebestrank-Revolution
Eine neue chance für wahre gefühle

Das ändert sich mit diesem Trank: RELOVEUTION lässt den Trinker keine künstlichen Gefühle verspüren, sondern verstärkt das, was bereits da ist. Die Dinge, die ihm an Ihnen gefallen, werden ihm stärker auffallen, und er wird sich daran erinnern, weshalb er sich in Sie verliebt hat. Zwischen Karriere, Freizeit und Familie haben Sie am Ende des Tages nicht die Energie, sich noch mit einander auseinander zu setzen? Seitdem er auf die andere Seite des Landes versetzt wurde fühlen Sie sich auch, wenn Sie zusammen sind, fern? Seine kleinen Macken gehen Ihnen enorm auf den Keks, insbesondere seine Angewohnheit, Sie für Ihre eigenen Launen zu kritisieren? RELOVEUTION hat eine Lösung: Nur ein paar Tropfen, einzunehmen mit jeglichem Getränk oder Mahlzeit, und alle negativen Gedanken verflüchtigen sich. Alles, was Sie stört, wird für den Moment belanglos, und stattdessen sehen Sie einander wieder durch die rosarote Brille, die Sie so lang verlegt haben. Der Funke mag seit Langem erloschen sein, und es schein, als würden Sie einander nur noch ertragen? Noch ist nichts ist verloren! RELOVEUTION führt Ihnen die Gründe vor Augen, weshalb Sie sich für einander entscheiden haben. Verspüren Sie selbst die Funken der ersten Monate, als Sie frisch verliebt waren — die Welt kann Ihnen wieder zu Füßen liegen. Anders als mit Zaubertränken, die versuchen, wahre Gefühle nachzuahmen, die mit dem Abklingen der Wirkung ebenfalls schwinden, kann RELOVEUTION langfristige Effekte zeigen. Auch, wenn die Wirkung des Zaubertrankes nicht ewig anhält, hat die Erinnerung an die Erfahrung bei Testpersonen auch Monate nach der Anwendung noch positive Gefühle hervorgerufen. Paare, die RELOVEUTION testeten, sagten darüber aus, dass sie bereits nach einmaligem Einnehmen eine sehr viel engere und entspanntere Beziehung teilten.
“RELOVEUTION gab uns den Funken zurück, der uns nach der Jahrelangen Routine abhanden gekommen war! ” — Milli und Mark
“ Dieser Trank hat meine Ehe gerettet.” — Catrina und Geralt
“Mein Mausebärchen und ich sind überlücklich dank RELOVEUTION!” — Gareth und Dareth
CELINE WITHERSTON










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