Wiese

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Roger
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Tutshill Tornados Quidditchspieler Kapitän Jäger Hogwarts Ravenclaw Abschluss Halbblut Gut

Posts: 565

Re: Wiese

from Roger on 08/21/2018 02:02 AM

Seinen Kommentar und seine gespielt freudige Art bezog ich auf die Party, nicht auf mich. Ich kannte Lucian's Geschmack, ich konnte mir gut vorstellen, dass ihm ein riesiges Sommerfest mit Bierzelten und lauter umherrennenden Journalisten nicht sonderlich zusagte, und ich hatte ja keine Ahnung, was ihm bisher zugestoßen war. Ich konnte nicht ahnen, dass ihn meine Art zu Sprechen nervte, ich ging ja nicht davon aus, dass er mich nachäffte, und deshalb grinste ich einfach weiter. Wenn er genervt war, dann würde ich ihn schon irgendwie aufmuntern, es war doch eine Schande, wenn man einen so schönen Abend missmutig verbrachte, und ich war mir sicher, dass ich wusste, wie ich Lucian wieder aufmuntern konnte. Das war der Vorteil daran, wenn man sich so oft sah. Ich hatte ihn mit der Zeit persönlich besser kennengelernt, kannte seine Eigenarten und wusste, wie ich mich auf ihn einstellen konnte. Wir verbrachten oft Zeit zusammen, und ich tat es ehrlich gesagt immernoch ziemlich gerne. Zumal ich seit Monaten mit niemand anderem etwas am Laufen gehabt hatte, also war er der Mann für alle Fälle. Egal, was wir machten, wenn wir uns trafen, es wurde nie langweilig und wir kamen beide auf unsere Kosten.
Ich hatte nicht wirklich von ihm erwartet, dass er mir etwas kaufte, es war ein Scherz gewesen. Einen, den er wohl so lustig fand, dass er ihn gleich weiter spielen wollte, indem er mir ein Getränk kaufte, wie es schien. Aber das war eigentlich gar nicht das gewesen, was ich meinte. Dass ich Anspruch auf den zweiten Drink erhoben hatte, hatte eigentlich heißen sollen, dass er, für wen auch immer dieser Drink gemeint war, vergessen und sich lieber mit mir unterhalten sollte. Dass er diese Bedeutung wahrscheinlich aktiv ignorierte, kam mir auch nicht in den Sinn, denn jetzt hatte ich ein Getränk, ohne, dass ich es selber hatte bestellen müssen, das war doch großzügig von Lucian. Sein So bin ich eben. klang trocken, und als er sich so süßlich von mir verabschiedete, dämmerte mir langsam, dass Lucian wohl wirklich mies gelaunt war. Wie gut, dass ich zur Stelle war. Ich schaute ihm einen Moment lang dabei zu, wie er Anstalten machte, sich von mir zu entfernen, bevor ich ihn mit ein paar leichten Schritten einholte. "Nicht so schnell, Lucian, was ist denn los? Genießt du die Party nicht?", sprach ich ihn von der Seite an. Mein Ton war noch immer locker, und man konnte mein Lächeln noch immer heraus hören, aber ich versuchte, nicht ganz so überschwänglich zu sprechen, wie vorher. Das war offenbar nicht so gut angekommen, merkte ich jetzt, und ich hatte die Erfahrung gemacht, dass es Leute in verdrießlicher Stimmung nicht sonderlich gefiel, wenn man ihnen seine eigene Freude unter die Nase rieb. Außerdem wählte ich diesen etwas ernsteren Ton, um ihm zu verstehen geben, dass er, wenn er irgendetwas zu erzählen hatte, sich gern bei mir auslassen konnte, wenn er es denn wollte.


GEBURTSDATUM

01.06.1978

TRIKOTNUMMER
21

TREFFERQUOTE
78.8%

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT
263km/h

GESPIELTE LIGASPIELE
22

GEWONNENE LIGASPIELE
16

Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.

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Raphael

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Ballycastle Bats Daily Prophet Journalist Hogwarts Hufflepuff Abschluss Muggelstämmig Neutral Okklumentik Legilimentik

Posts: 53

Re: Wiese

from Raphael on 08/21/2018 02:31 PM

Ich wusste wirklich nicht genau, wieso ich eigentlich länger geblieben war, als nötig. Immerhin hatte ich es mir zu Beginn der Party noch zur Aufgabe gemacht, tatsächlich Informationen für einen möglichen Artikel zu sammeln und dabei auch Lexi Davies bemerkt, die wohl ebenso erpicht auf Informationen war. Nachdem ich allerdings nach einer Weile des Leute Ansprechens und abgewiesen Werdens ein wenig den Elan verloren hatte, mich weiter irgendwie mehr oder weniger zu blamieren, hatte ich doch tatsächlich beschlossen, mir einfach bei der Wiese, ein wenig abseits von den größeren Menschenmassen einen Sitzplatz zu suchen und mich dort entspannt niederzulassen. Ich hatte mich seit langem nicht mehr getraut, aus dem Haus zu gehen, höchstens zur Arbeit und zu Orten, an denen ich Nachforschungen anzustellen hatte und selbst das tat ich eher widerwillig. Im Büro zog ich mich hinter meine kleinen Pappwand zurück, die mich und meine Arbeitsbucht von den anderen trennte und vergrub mich ganz und gar in Pergament und Tinte. Gespräche vermied ich so gut es möglich war und wenn ich mit jemandem sprechen musste, fasste ich mich kurz und beendete die Unterhaltung so schnell wie möglich. Es war mir einfach unangenehm, andere Menschen zu treffen, zumindest war es das bisher gewesen und nachdem ich zumindest ein wenig über meinen Selbsthass hinweggekommen war, fühlte ich mich oft einfach nur noch fehl am Platz oder irgendwie unerwünscht. Also musste ich wohl vorerst damit leben, mehr oder weniger allein zu sein, auch wenn das nicht wirklich das war, das ich mir wünschte. Oder, ich traf eben wie heute Entscheidungen, die mich wohl zumindest ansatzweise wieder unter Menschen brachten. Na gut, vielleicht wusste ich doch, weshalb ich geblieben war. Ich hatte es einfach satt, allein in meiner Wohnung zu hocken und Trübsal zu blasen, das half ja auch nichts und ich musste nunmal auch irgendwann beginnen an mir zu arbeiten. Wie sollte ich das schaffen, ohne unter Leute zu gehen? Ich musste einfach über meinen Schatten springen und mich etwas zusammenreißen. Und das hatte ich ja hiermit getan.
Ich beobachtete also von meiner Position aus einige Menschen, teilweise waren sie bereits so betrunken, dass sie nicht mehr gerade gehen konnten und der dämmernde Himmel bestätigte mich in meiner annahme, dass sie wohl auch schon eine Weile hier waren und genug zeit gehabt haben, sich zu besaufen. Ich selbst hielt nicht allzu viel von Alkohol, ich mochte es einfach nicht, betrunken zu sein. Es war ein merkwürdiges Gefühl. Ich hatte immer zu den Leuten gehört, die die betrunkenen lieber beobachteten und froh waren, sich selbst nicht so zu blamieren. In einiger Entfernung entdeckte ich einen der Quidditchspieler, die ich zuvor angesprochen hatte, dieser hatte mich lediglich mit den Worten "Verzeihung, ich lasse mir nur ungern meine Karriere von einem Zeitungsfatzke ruinieren." abgewimmelt. Zu meiner eigenen Überraschung hatte mich das nicht wirklich getroffen, vermutlich weil ich fand, dass er recht hatte und ich musste ihm ja keine Informationen entlocken. Als ich meinen Blick dann weiter durch die Menge schweifen ließ, erkannte ich noch mehrere bekannte Gesichter, doch eins stich - aus meiner Perspektive war das absehbar - besonders heraus. Natürlich war Roger Davies hier, es wäre dumm von mir gewesen, anzunehmen, dass er sich von dieser Party fernhielt, immerhin gehörte er zum Siegerteam und das gönnte ich ihm allemal, nach dem riesen Skandal, der um ihn geschehen war hatte er das wirklich souverän durchgezogen und gewonnen.
Natürlich bemerkte ich, dass Zoey bei ihm stand und auch fiel mir auf, dass ihr Gespräch irgendwie zweideutig schien, zumindest anhand der Mimik, die ich bei Davies beobachten konnte, da Zoey mir mit dem Rücken zugewandt dastand und ich so nur sein Gesicht sehen konnte. Ich hätte ehrlich darauf verzichten können, doch konnte ich meinen Blick auch nicht abwenden, das war wie bei einer katastrophe oder einem Unfall, wenn etwas so schrecklich war oder so unglaublich - im negativen Sinne - dass man einfach nicht wegsehen konnte...Nein, dachte ich dann und schüttelte mich, ich würde diese negativen Gedanken nicht zulassen, jetzt wieder mit Hass anzufangen war nicht der richtige Weg. Außerdem entfernte er sich kurz darauf sowieso aus meinem Blickfeld. Für eine Millisekunde tauchte in meinem Kopf der Gedanke aus, zu Zoey hinüberzugehen, immerhin wirkte sie ein wenig stehengelassen, aber im nächsten Moment dachte ich, dass ich sicherlich nicht der erste wäre, den sie würde sehen wollen. Auch nicht der zweite oder überhaupt jemand und ich hatte ihr versprochen, dass sie mich nicht wiedersehen musste, also verdrängte ich den Gedanken schnell, auch wenn ein Gespräch sicher nett hätte werden können.

Raphraph.gifRaphiiii.png

glass_1.jpgglass_2.jpgglass_3.jpg

He might be there but you'd never notice got a lot to say but he's soft spoken. He's a book that just isn't open a tiny ripple in a stormy ocean cause theres way too many things going on in his head and he's always in his head thinking too far ahead could've gone to prom but instead he lays in bed thinkin' of all the things that he left unsaid till hes red.
Sorry Mister Glass the world has a way but now im sure you're heard many people say you miss every opportunity you dont take
Mister Glassman! he's really soft spoken you never notice glass unless its broken.

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Lucian

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Re: Wiese

from Lucian on 08/21/2018 05:19 PM

Als Roger mir folgte und auch direkt wieder seine Stimme vernahm konnte ich nicht anders als meine Augen zu verdrehen. Den kleinen Funken in mir, der sich darüber freute, dass er nicht einfach mit einem Getränk an der Bar stehen blieb und sich dort mit Merlin-weiß-wem unterhielt, übertünchte ich schnell mit der Erinnerung daran, wie er der jungen Frau eben eine Haarsträhne hinters Ohr gestrichten hatte. Ich hatte direkt wieder weggesehen, denn ich wusste was auf eine solche Geste folgte und ich wusste, dass es mich nervte. Genau wie es mich jetzt gleich schon wieder nervte – und den Funken erlischen ließ.
Ich gab lediglich ein leichtes Schnauben von mir, als er sich danach erkundigte ob ich die Party nicht genießen würde. Nein, gerade ganz und gar nicht. Eigentlich die ganze Zeit schon nicht. Mein Instinkt hatte mich wirklich von Anfang an nicht im Stich gelassen. Ich hatte gewusst, dass die Party mich nur verärgerte und weiter verärgern würde. Er wollte, dass ich mich ausließ? Bitte. Konnte er haben. Zumindest eine abgeschwächte Form von dem, was ich am liebsten äußern würde, doch waren hier auf der Wiese zu viele Zeugen. Nicht, dass ich vor hatte ihn zu schlagen oder tatsächlich anzuschreien, aber es musste ja nicht gleich noch eine Journalistin von der Hexenwoche oder so mitbekommen wie ich gelaunt war und dies unnötig aufbauschen. „Nein Roger, ich genieße die Party nicht, aber meine Meinung ist ja ohnehin irrelevant." Ich war, noch während ich gesprochen hatte, stehen geblieben. Allerdings nur um meinen Zauberstab zu ziehen – ich hielt die Gläser beide in einer Hand, was ich als umständlich empfand, doch wollte ich normalerweise eine Hand frei haben. Mit einer simplen Handbewegung, und einem nonverbalen Zauber, dass die Gläser zu schweben begannen und ich sie einfach loslassen konnte. Meinen Stab steckte ich schließlich wieder weg und blickte meine unfreiwillige Begleitung aufgrund unseres Größenunterschieds von unten herauf an. „Die Hauptsache ist, dass du sie genießt, nicht? Ich möchte dich wirklich nicht beim Feiern aufhalten. Deine weibliche Gesellschaft vermisst dich sicherlich bereits und sie warten zu lassen wäre tragisch." Davon abgesehen wartete auf mich selbst eine Blondine darauf, dass ich zurückkam. Obwohl ich mir nicht so sicher war ob Tessa noch wartete, immerhin hatte es schon lang genug gedauert bis ich meine Getränke von der Barhexe erhalten hatte und nun war hier noch Roger, der meine Aufmerksamkeit wollte. Was mich normalerweise freuen würde, immerhin verbrachte ich gerne Zeit mit Roger und bekam noch lieber Aufmerksamkeit, allerdings war ich nicht gut auf ihn zu sprechen. Oder sprach er generell nur mit mir, weil ihn die Blondine doch abserviert hatte? Amüsant wäre es. Doch daran glaubte ich nicht. Niemand würde Roger jetzt noch abweisen. Eine weitere Sache, die mich störte. Noch mehr Fans. Noch mehr Groupies. Noch mehr Interesse an dem Junggesellen, der hin und wieder auf ein paar Dates ging.


Reply Edited on 08/21/2018 05:42 PM.

Gabriel

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  Schnatz-Wacher

Tutshill Tornados Daily Prophet Journalist Hogwarts Hufflepuff Abschluss Halbblut Gut Animagus

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Re: Wiese

from Gabriel on 08/21/2018 05:35 PM

„Offensichtlich.", antwortete ich meiner Arbeitskollegin mit einem leichten Schmunzeln, ehe ich meine Stirn ein wenig in Falten legte. „Das wusstest du nicht?", fragte ich etwas verblüfft nach obwohl ich Tessa gut verstanden hatte. Natürlich hätte ich ihr noch mitteilen können, dass auch Lexi sich noch hier auf der Party herum trieb, doch war mir bekannt, dass die beiden sich nicht unbedingt wirklich mochten, weswegen ich diese Information lieber für mich hielt. „Entschuldige, ich wusste nicht, dass du daran Interesse gehabt hättest." Ich wusste wirklich nicht, dass sie sich hätte vorstellen können zusammen her zu kommen, allerdings hätte ich sie dies auch nicht gefragt, wenn ich es getan hätte. Freundschaft hin oder her, aber sie hätte mir meinen Job hier durchaus erschwert, weswegen ich ihr, sowie Lexi, oder sonstigen Leuten, die mich näher kannten, absichtlich aus dem Weg gegangen war. „Beim nächsten Mal, ok?" Ich schenkte ihr ein Lächeln, bevor ich einen kleinen Schluck aus meinem Glas nahm.
Mein Blick glitt noch einmal kurz über die Wiese, in der Hoffnung etwas interessantes zu erblicken, allerdings schien alles recht gesittet. Als wäre ich auf einer zu groß geratenen Familienfeier. Sicherlich erfreute es die Redaktion des Quidditch League Magazins, dass es hier so friedlich zu ging, aber für die anderen Zeitung war dies wohl eher weniger von Interesse. So gemein es auch klang, aber mit Schlagzeilen zu irgendwelchen Prügeleien oder so etwas, verdiente man eben die meisten Galleonen und das war für mich von größerem Interesse als eine perfekt-harmonische Party. Etwas, das mir kurz darauf ein bisschen leid tat – immerhin war auch Roy einer von ihnen und ich wollte ihm sicherlich nichts schlechtes. „Ich hoffe übrigens, dass du nicht zu traurig darüber bist, dass die Falcons nur dritter geworden sind." In meinen Augen lag ein leicht frecher Blick, schließlich war es bekannt, dass Quidditchfans gerne mal leidenschaftlich werden konnte. Ich selber war kein übermäßiger Fan des Spiels, ich bevorzugte Fußball aber damit konnten nicht allzu viele etwas anfangen, doch irgendwie hatten es mir die Tornados es mir schon von der Schulzeit an irgendwie am meisten zu gesagt.

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Roger
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Re: Wiese

from Roger on 08/25/2018 03:25 PM

Ich lief locker neben ihm her, des Fakts nicht bewusst, dass er wohl wahrscheinlich gerade versuchte, mich loszuwerden. Er hatte seine Verabredungen oder Gesprächspartner auf Parties bereits öfter für mich stehen gelassen, so hatten wir uns überhaupt kennengelernt, also erwartete ich nicht, dass er jetzt so unbedingt zu der Person, der er das Getränk mitbrachte, zurück kehren musste. Immerhin wusste ich, was ihm Spaß machte, er müsste heute Abend eigentlich mit niemand anderem reden als mir. Und das wusste er eigentlich auch, also wieso würde er jemand anderen mir vorziehen? Seine vehemente Antwort überraschte mich ein wenig. Was war passiert, dass er so mies gelaunt war? Ich blieb neben ihm stehen und sah ihm dabei zu, wie er sich arrangierte, während ich antwortete: "Wieso? Was ist passiert, und wieso irrelevant?" Noch immer hatte ich keinen Schimmer, wovon er redete, und demnach verwirrte mich seine Aussage ehrlich gesagt sehr. Das einzige, was ich mir vorstellen konnte, war, dass irgendjemand auf dieser Party ihm unrecht getan hatte, bevor ich ihn erreicht hatte. Ich überlegte, wer das wohl sein könnte, und was ich der Person antun könnte, damit sie dafür bezahlen würde, meinen guten Freund Lucian so sauer gemacht zu haben. Ich wusste nicht, dass Lucian mich dabei beobachtet hatte, wie ich mit Zoey geredet hatte, oder wie dieses Gespräch für ihn ausgesehen haben musste, und wieso er nun deshalb sauer war. Ich wusste ja nicht ein mal, dass ich es war, auf den er sauer war. Aber ich merkte doch, dass er sich seltsam verhielt, wenn er von einer anstrengenden Person genervt war, hätte er sich doch längst darüber ausgelassen, nicht?
Weibliche Gesellschaft? Ich erkannte seine Stichelei nicht als solche, stattdessen war ich nur noch verwirrter. Demnach sah ich ihn auch mit zusammengezogenen Augenbrauen an, doch es war nicht zu verkennen, dass ich noch immer in einer ausgelassenen, amüsierten Stimmung war, und das hier nicht sonderlich ernst nahm. Also, es war ernst, dass er nicht in Partystimmung war, aber das konnte man nicht mit Ernst bekämpfen. Demnach antwortete ich mit einem scherzhaften "Was faselst du denn?", das eigentlich nur bedeuten sollte, dass alles, an der Situation, die er gerade beschrieben hatte, Unsinn war. Ich ging davon aus, dass er verstand, da mir nicht eingeleuchtet war, dass er sauer auf mich zu sein schien. Er meinte wahrscheinlich Zoey, aber ich hatte die kurze Unterhaltung mit ihr beendet, wieso sollte ich nicht mit verschiedenen Leuten an einem Abend reden können? Jetzt war ich doch hier, extra wegen ihm, und ich wollte gerade nur mit ihm feiern, sonst hätte ich ihn doch nicht aufgesucht. Ich hatte mir niemand anderen gesucht, obwohl er so mies drauf war und das an mir auszulassen schien, was echt nicht sein musste. Wieso erzählte er mir nicht einfach, was das Problem war?


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Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.

Reply Edited on 08/25/2018 05:25 PM.

Lucian

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Re: Wiese

from Lucian on 08/26/2018 12:06 AM

Bei seiner, meiner Meinung nach, dämlichen Fragerei sah ich ihn reflexartig an als sei er vollkommen bescheuert. Für mich war es absolut ersichtlich, dass er gerade mein Problem war und, in meinen Augen, sollte es auch für ihn ersichtlich sein, immerhin hatte ich es deutlich genug gesagt. War es die Euphorie von dem gewonnen Sieg, die ihn blendete? Oder vielleicht der bereits konsumierte Alkohol, der seine Sinne trübte? Oder war er tatsächlich so bescheuert, dass er es nicht verstand? „Du bist passiert, Roger.", kam es schließlich über meine Lippen, bevor ich die Möglichkeit hatte über meine eigenen Worte nachzudenken. Nicht, dass es für mich ungewöhnlich war im Affekt zu sprechen bevor ich drüber nachdachte. „Hörst du dir eigentlich selber zu, wenn du mit anderen Menschen sprichst oder vergisst du es aus eigener Ignoranz einfach wieder? Mit der Aussage, dass meine Meinung irrelevant sei, meinte ich exakt das was ich sagte: Meine Meinung ist irrelevant – zumindest für dich. Aber du erkennst meine Existenz ja nicht einmal an, also sollte ich mich eigentlich nicht einmal darüber wundern." Tatsächlich musste ich mir gerade Mühe geben, dass ich in einem halbwegs gemäßigtem Ton mit ihm sprach, damit niemand groß auf uns aufmerksam wurde, obwohl der aggressive Unterton ihm nicht verborgen bleiben sollte. Alkohol war in meinem aktuellen Gemütszustand sicherlich nicht die Beste Idee, doch machte dies vermutlich kaum noch einen Unterschied. Immerhin war ich bereits verärgert und getrunken hatte ich auch schon das ein oder andere Glas. Dementsprechend ließ ich es mir nicht nehmen eins meiner Gläser aus der Luft zu „pflücken" und einen Schluck daraus zu trinken. Vielleicht hatte ich ein kleines bisschen die Hoffnung, dass es mich etwas abregte oder zumindest für einen Moment ablenkte.
„Was ich fasle? Du fragst mich gerade ernsthaft was ich fasle? Glaubst du eigentlich gerade, dass ich Witze mache oder wieso hältst du den Moment angebracht um zu scherzen?" Eindeutige Verständnislosigkeit lag in meiner Stimme. „Ich fasle davon, dass ich nicht deinen Trostpreis spiele. Du hast dem Tagespropheten kürzlich nocht gesagt, dass du dich mit niemandem triffst und bei deinen Dates bisher niemand Interessantes dabei war. Vielleicht ist deine Bitch von vorhin ja interessant genug für ein Date oder interessant genug dafür, dass du dich regelmäßig mit ihr triffst." Ich nahm noch einen Schluck aus meinem Glas.


Reply Edited on 08/29/2018 03:07 PM.

Roger
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Re: Wiese

from Roger on 08/27/2018 11:46 AM

Seine Antwort fühlte sich ein wenig an wie ein Schlag vor die Brust, für einen Moment sah ich ihn einfach perplex an. Ich war passiert? Wie konnte es sein, dass er wütend auf mich war, wo wir uns doch heute noch gar nicht gesehen hatten? Hatte ich irgendetwas vergessen? Hatte er den bösen Zungen, die sich überall hier auf der Party tummelten, gelauscht, und sie sich ein bisschen zu sehr zu Herzen genommen? Ich war komplett ahnungslos, weshalb er denn plötzlich ein Problem mit mir hatte. Ich verstand nicht, was ich getan hatte, und ich verstand auch nicht, wovon er da redete. Sprachlos sah ich ihn an, mit leicht offen stehendem Mund, während ich versuchte, zu verarbeiten, was er gerade zu mir sagte. Wann hatte ich je behauptet, dass ich seine Meinung nicht schätzen würde? Und inwiefern erkannte ich denn seine Existenz nicht an? Ich war doch gerade hier, um mit ihm zu reden, oder nicht? Ich wusste nicht, was geschah, aber es versetzte meiner Laune jedenfalls einen ordentlichen Dämpfer. Egal, was es war, ich schätzte es nicht wert, wenn ich grundlos beschuldigt und derart vor den Kopf gestoßen wurde. Vor allem, da ich mich selbst nicht im Unrecht sah; ich hatte nichts getan, was eine solche Reaktion rechtfertigen würde, und ehrlich gesagt nervte es mich tierisch, dass Lucian seine schlechte Laune trotzdem an mir auslassen musste.
Langsam klickte es, je länger Lucian sprach, desto mehr fügten sich die Puzzleteile zusammen. Zumindest die, die erklärten, was er mir vorwarf — wie er sich das rechtfertigte, und weshalb er auf die Idee kam, deshalb sauer sein zu müssen, wollte sich mir nicht erschließen. Mein verwirrter Ausdruck war einem aufgebrachten gewichen. Wie genau ich mich fühlte, entsetzt, verständnislos, angegriffen, konnte ich nicht genau auseinanderhalten, den sogleich stieg eine Wut in mir auf, die alles überwältigte. Was gab ihm das Recht, so mit mir zu reden? Was ich dem Tagespropheten gesagt hatte war rein strategisch gewesen, hätte er es lieber gehabt, wenn ich der Zaubererwelt eröffnet hätte, dass ich Gelegenheitssex mit dem Kapitän einer anderen berühmten Quidditchmannschaft hatte? Ich sah mich um, und als ich mich vergewissert hatte, dass sich niemand in Hörweite befand, lehnte ich mich vorwärts zu ihm und knurrte: "Was, das wirfst du mir vor? Was hätte ich denen denn erzählen sollen? Es war ein Interview, verdammt, wieso nimmst du das so ernst?" Ich lehnte mich wieder ein wenig zurück, wenn nicht komplett, und musterte ihn, abschätzig. Ich hatte es bisher genossen, dass Lucian so unkompliziert war, vor allem im Vergleich zu allen Frauen, mit denen ich vor ihm etwas gehabt hatte, und ich verstand nicht, wieso er jetzt Drama machen musste. "Zoey ist meine Teamkollegin. Da läuft nichts, noch wird da jemals etwas laufen." Meine Stimme war kühl. Ich wollte ihm zeigen, wie albern er sich gerade verhielt. Mein Blick war mindestens genau so kühl; meine Stimmung war so schnell umgeschlagen, wie das britische Wetter. Von Sonnenschein zu Regenwetter in unter einer Minute. Ich wollte nichts weiter sagen, sondern Lucian sein lassen und gehen, mir jemand anderen zum Reden suchen, jemand, der meine Laune nicht herunterzog. Vielleicht war hier Azra ja irgendwo aufzufinden? Doch dann fiel mir auf, was seine Anschuldigung noch bedeutete. "Und selbst, wenn etwas mit Zoey laufen würde, was geht es dich an? Ich kann flirten, mit wem ich will, und du kannst es genauso. Oder weiß Lucian Bole nicht mehr, wie man flirtet?" Ich klang fast gehässig, doch das hatte er davon, wenn er wegen so etwas Lächerlichem beleidigt sein wollte. Ich verstand nicht, wieso er deshalb sauer auf mich sein musste, und ich sah es auch nicht ein, also bitte, wenn er giftig sein wollte, dann war das jetzt eben unser Ton. Ich wollte nicht, dass er jetzt weg ging, um mit irgendwem anderen zu flirten, genau so wenig, wie ich mit jemandem geflirtet hatte, oder die Absicht hatte, es noch zu tun. Aber ich wollte ihn provozieren, und ihm aufführen, wie sinnlos seine Argumente waren, und ich würde mir von ihm nichts verbieten lassen. Er hatte meine Aufmerksamkeit nicht für sich gepachtet.


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Lucian

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Re: Wiese

from Lucian on 08/27/2018 10:33 PM

Wäre ich selber nicht gerade so angepisst und würde sich Roger gerade mit einer anderen Person am unterhalten, hätte ich es sicherlich interessant gefunden die Veränderungen in seiner Mimik zu beobachten. Nicht, dass ich ein Mensch war der gut im analysieren der menschlichen Psyche war oder der Stimmungsveränderungen groß mitbekam – gut, vermutlich war es bei mir weniger das Problem, dass ich es nicht registrierte, sondern viel mehr, dass es mich zu wenig interessierte, als das ich sonderlich viel darauf gab. Zumindest bei den meisten Personen. „Du scheinst es offensichtlich etwas anders zu sehen, aber die meisten Leute probieren es ganz gerne mal mit der Wahrheit." Die Tatsache, dass es nicht nur etwas ironisches hatte, dass gerade ich von Ehrlichkeit sprach, sondern einen Hauch, oder wohl eher einen Wirbelsturm, Doppelmoral, ließ ich unbeachtet. Immerhin konnte er ja nicht wissen, dass ich Tessa ein bisschen Unsinn erzählt hatte und ansonsten konnte ich mich zumindest gerade nicht daran erinnern wann ich ihn angelogen bzw. in Interviews nicht die Wahrheit gesagt hatte. Ich war ohnehin eigentlich mehr der Typ dafür, dass ich einen Teil der Wahrheit wegließ – was es, in meinen Augen, nicht zu einer Lüge machte. Vermutlich war es mein eigener Fehler, dass ich mich darüber aufregte. Immerhin hätte ich mir das nach den Monaten, in denen ich Roger näher kennengelernt hatte, schon längst denken sollen. Ich konnte, wo ich jetzt drüber nachdachte, mir nicht einmal erklären wieso ich ihm vorwarf, dass er eigennützig handelte. Schließlich war dies etwas, dass ich sonst auch tat. Doch wollte ich mich auch nicht näher mit dem Grund auseinandersetzen, viel mehr war es mein Ziel Symptome zu bekämpfen und in diesem Fall hieß das eben Roger seinen Fehler vorhalten. „Oder hast du etwa angst vor der Wahrheit? Angst davor wie die Leute reagieren könnten?" Deutliche Provokation lag in meiner Tonlage; ein unausgesprochenes Angsthase oder auch Du bist feige hing in der Luft. „Jemand, der sich eine gefühlte Ewigkeit über einen dämlichen Artikel vom Tagespropheten aufgeregt hat, der wohl gemerkt schnell korrigiert wurde, sollte anderen eventuell nicht ankreiden, dass sie etwas ernst nehmen."
Ich konnte mir ein spöttisches auflachen nicht verkneifen, nicht, dass ich es versucht hätte, immerhin passte es meiner Meinung gerade hervorragend, während ich zeitgleich eine Augenbraue anhob. „Natürlich. Deine Teamkollegin und da läuft nichts. Sei nicht albern, Davies. Jeder kann sich denken was zwischen diversen Spielerinnen und Spielern läuft. Aber angeblich sind sie alle nur ein Team, eine große glückliche Familie oder einfach nur enge Freunde – leg eine neue Platte auf, die Leier kennt nämlich selbst der allerletzte Journalist." Im Gegensatz zu ihm nahm meine Stimme keinen kühlen Ton an, viel mehr hörte es sich an, als würde ich mich mit einer Person unterhalten, die ich absolut nicht für voll nahm oder die sich auch nur im entferntesten auf meinem Level befand.
Bei seinen folgenden Worten konnte ich nicht verhindern meine Lippen fest aufeinander zu pressen. Ich wollte ihm nicht zeigen wie sehr sich seine Worte gerade angefühlt hatten als hätte er mir einen Schlag in die Magengrube verpasst; auch wenn man dennoch sehen konnte, dass seine Aussage mir deutlich missfiel. Auch wenn ich jetzt, einfach aus Prinzip, mit irgendwem flirten wollte, wollte ich eigentlich mit niemandem flirten. So paradox dies auch klang. „Aber natürlich kannst du das, tu dir keinen Zwang an.", presste ich schließlich hervor, obwohl ich eigentlich besonders fröhlich klingen wollte – nicht einmal mehr spielen konnte ich es in diesem Augenblick. „Nur weil man sich bei dir keine Mühe geben muss, heißt es nicht, dass man es verlernt. Dementsprechend brauchst du dir um mich keine Gedanken zu machen. Du solltest aber nicht vergessen nur Frauen anzuflirten, schließlich wollen wir ja nicht, dass dein ach-so-toller Ruf in Mitleidenschaft gezogen wird, nicht? Ich meine,.. Was wäre das nur für eine Schlagzeile beim Tagespropheten oder der Hexenwoche?" Auch wenn es sicherlich passend gewesen wäre so zu tun als klänge ich bestürzt, war meine Stimme eher hämisch. Vielleicht hätte man in meine Worte auch eine unterschwellige Drohung reininterpretieren können.
„Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest. Niemand hat Interesse daran mit dir seine Zeit zu verschwenden." Sicherlich gab es mehr als genug Leute, die mehr als nur Interesse hatten ihre Zeit mit Roger zu „verschwenden", doch waren meine Worte eine unmissverständliche Anspielung auf sein Merlin verdammtes Interview gewesen. Die Tatsache, dass man dies auch zweideutig verstehen konnte und es für Roger sprach, merkte ich nicht einmal. Er wollte mit anderen flirten? Nur zu. Sollte er doch mit dieser Zoey flirten. Oder mit seiner Mannschaft. Meinetwegen mit jeder Quidditchspielerin der ersten Liga. Ich konnte das mindestens genauso gut. Was mich zu der Frage brachte wo sich eigentlich sämtliche Spieler meines Teams aufhielten. Auch wenn jene Frage unbeantwortet blieb, fiel mein Blick schließlich auf einen jungen Mann, der offenbar gerade allein zu sein schien. Eigentlich war er mir nur aufgefallen, weil unsere Blicke sich gekreuzt hatten. Vielleicht wäre er offen für ein Gespräch? Tessa, zu der ich eigentlich wollte, hatte ich in der Auseinandersetzung bereits vergessen. Ohne Roger noch eines weiteren Blickes zu würdigen ging ich geradewegs auf die Person zu, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort war – wenn es nach mir ging.


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Roger
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Re: Wiese

from Roger on 09/02/2018 02:56 AM

Absolutes Unverständnis. Das war alles, was ich gerade gegenüber Lucian und gegenüber dem, was er von sich gab, verspüren konnte. Niemals war er mir gegenüber so anmaßend gewesen, etwas, das mich komplett aus der Bahn warf, aber vor allen Dingen sah ich keinen Grund für ihn, mir so gegenüber zu treten. Ich hatte nichts getan, was ihm ein  Recht gab, wütend auf mich zu sein, und dass er es trotzdem war, machte mich wütend. Ich wusste nicht, was sein Problem war, ich verstand es nicht, und ich akzeptierte es nicht, dass er so mit mir umging. Ich hatte Lucian noch nie so erlebt, als würde er absichtlich aus einer Mücke einen Elefanten machen, um mich zu kränken, Unmut zu säen und mir meinen Abend zu vermiesen. Etwas, das ich für komplett unangemessen hielt, und ehrlich gesagt ziemlich beleidigend. Ich hatte dem Tagespropheten, und somit dem Rest der Zaubererwelt, nichts von uns beiden erzählt, weil ich es als nicht relevant betrachtet hatte. Wir hatten nichts offiziell am Laufen, wir trafen uns unverbindlich, und vor allem waren wir, unabhängig davon, dass Lucian ein Typ war, immernoch die Kapitäne unserer jeweiligen Mannschaften. Einzugestehen, dass wir uns zu mehr trafen, als nur zum herumhängen, war komplett unlogisch, zum einen, weil es nichts bedeutete, und zum anderen, weil es Implikationen für unsere Karrieren hätte. Ich würde die Aufrechterhaltung meines Images außerdem nicht für so etwas aufgeben, das eh nur temporär war. Es konnte gut sein – besonders, wenn Lucian so herumzickte –, dass ich mir jemand anderes suchen würde. Zumal das sowieso niemandes Angelegenheit war. "Du scheinst es offensichtlich etwas anders zu sehen", echote ich seine Anklage, "Aber ich muss nicht jedes Detail meines Privatlebens mit der Öffentlichkeit teilen." In dieser Angelegenheit würde ich mich nicht von Lucian provozieren lassen, zumal ich es sowieso als komplett kindisch erachtete, dass er einen so riesigen Aufstand deshalb machte. "Meinetwegen muss nicht jeder wissen, ob und mit wem ich etwas habe, es interessiert mich nicht im geringsten, was die Leute denken. Dich anscheinend aber schon, oder wieso bestehst du darauf, dass jeder weiß, mit wem du im Bett warst?" Für so oberflächlich hatte ich ihn bisher nicht gehalten, ich hoffte demnach wirklich, dass er demnächst von seinem Ego-Trip herunterkommen würde.
Noch mehr Unverständnis angesichts seiner nächsten Worte; ich hörte ihn, aber ich konnte einfach den Sinn hinter dem, was er sagte, nicht nachvollziehen, es war, als würde er eine andere Sprache sprechen. Selbst, wenn andere Leute die schlechte Angewohnheit besaßen, mit ihren Kollegen zu schlafen, würde ich nicht im Traum auf die Idee kommen, meine Karriere für ein paar lustige Stunden aufs Spiel zu setzen. Vor allem aber verblüffte mich, wie er es sich anmaßen konnte, so darüber zu urteilen. Selbst, wenn ich etwas mit Zoey hätte – in welchem Sinne ging ihn das bitte etwas an? Ich wollte ihm nicht einmal Antwort geben, und ihm die Genugtuung gönnen, die er offensichtlich von meiner Wut erhielt, aber ich konnte das auch nicht komplett auf mir sitzen lassen. "Merlin, Bole, denkst du eigentlich jemals nach, bevor du den Mund aufsperrst?"
Ich konnte allerdings nichts antworten, als er seinen Spott wieder auf mein Interview lenkte. Glaubte er wirklich, dass ich nichts gesagt hatte, weil ich mich schämte, etwas mit einem Mann zu haben? In welcher Welt lebte er? Nur weil ich meinen Bettgeschichten keine sonderliche Bedeutung beimaß bedeutete das ja nicht gleich, dass ich sie verleugnete. Eine solche Unterstellung, die wohl nur aus Missgunst geboren sein könnte, schockierte mich dementsprechend ziemlich. Ich hatte mich damit abgefunden, dass ich wohl nicht einhundertprozentig heterosexuell war, und mittlerweile sah ich nichts großes dabei. Es war nichts, was ich den Zeitungen unter die Nase reiben würde, weil es immernoch meine persönliche Erkenntnis war, aber ich schämte mich dessen auch nicht, oder bereute es. Offensichtlich, denn sonst würde ich mich längst nicht so bereitwillig mit Lucian verabreden. Ich konnte und wollte nichts antworten, weil das, was er sagte, einfach nicht nur komplett falsch war, sondern absichtlich dazu gemeint war, mich zu provozieren. Und das war mir, ganz ehrlich, zu dumm. Also funkelte ich ihn nur wütend an, das Gesicht zu einem Ausdruck der Verachtung verzogen.
Ich antwortete auch nichts darauf, als er sich verabschiedete, oder so ähnlich, sondern beobachtete ihn einfach dabei, wie er abzog. Ich kochte vor Wut – am liebsten hätte ich mein Glas auf den Boden geworfen, doch stattdessen leerte ich es in einem Zug. Ich wollte jetzt nicht gehen und mit anderen Leuten flirten, ich hatte daran absolut kein Interesse, aber Lucian ließ mir keine andere Wahl. Er hatte kein Recht dazu, mir meine Freiheit, mit wem auch immer ich flirten wollte zu flirten, abzusprechen. Er hatte kein Recht, wütend auf mich zu sein, oder mir irgendwelche sinnlosen Vorwürfe zu machen. Es nervte mich, es nervte mich unheimlich doll, und genau so nervte es mich, zu sehen, wie Lucian gleich zum Nächstbesten lief, um ihn anzubaggern. Er wollte es mir absichtlich unter die Nase reiben, dessen war ich mir sicher, weil Lucian Bole anscheinend seit neustem dafür lebte, mir die Laune dauerhaft zu vermiesen. Gut, wenn er das so wollte, konnte meinen Abend gerne darauf verwenden, ihm zu beweisen, dass ich mit jeder Person flirten konnte, mit der ich flirten wollte, und dass er darauf keinen Einfluss nehmen konnte wenn er es wollte. Ich riss meinen Blick von Lucian und dem anderen, und schlenderte zum Tanzzelt. Auf dem Weg stellte ich mein Glas ab, sodass ich, als ich dort ankam, die Hände frei hatte, um das zu tun, das ich vor nicht einmal einem Jahr regelmäßig in Clubs und Bars getan hatte, um mit eine Begleitung für den Abend zu suchen. Ich fand auch sogleich eine junge Frau, die ich in ein kurzes Gespräch verwickelte, dem eine Aufforderung zum Tanzen folgte, auf die sie strahlend einwilligte. Wir wogen im Takt der Musik, und schnell tanzten wir näher aneinander, als die meisten anderen in dem Zelt. Sie schmiegte sich regelrecht an mich, und ich tat nichts, um sie aufzuhalten. Sie war schön, und unter anderen Umständen schien sie wie eine Frau, die ich auch mit zu mir nach Hause genommen hätte, doch jetzt interessierte mich das nicht mehr. Jetzt interessierte mich nur Lucian – genau genommen, ihm zu beweisen, dass er mich in meinen Entscheidungen nicht einschränken konnte. Ich stellte extra sicher, dass wir am Rand der Menschenmenge blieben, sodass uns Lucian von der Wiese aus sicher sehen konnte, und ich ihm auch den einen oder anderen
unauffälligen Blick zuwerfen konnte. Nach einer Weile war ich fertig mit tanzen und ließ das Mädchen auf der Tanzfläche stehen, und suchte mir die nächste auf der Wiese, mit der ich ein Glas Sekt trank, und bei der ich mir Mühe gab, dass Lucian auch sehen konnte, wie ich ihr schöne Augen machte. Nachdem ihr das wohl ein wenig zu Kopf stieg, und sie vorschlug, mit mir in das Loungezelt umzuziehen, was ich dankend ablehnte und das Weite suchte. Ich wechselte den Rest des Abends immer mal wieder Gesprächspartner, und stellte sicher, dass Lucian, wenn er mich sah, den Eindruck bekam, dass ich ganz darin aufging, mit Personen zu flirten, die nicht er waren. In einem hatte er recht: Ich redete wirklich nur mit Frauen, aber nicht aus dem Grund, den er mir angekreidet hatte. Nein, ich fand es nur sehr viel einfacher, Frauen um den Finger zu wickeln, da ich wusste, was ich tat, was welchen Effekt hatte und wie ich Erfolg hatte. Ich hätte ein Dutzend Male mit irgendwem nach Hause gehen können, wenn ich es zugelassen hätte. Aber das war nicht das, was wirklich etwas ausmachte. Nein, ich machte das einfach nur für den Ausdruck auf Lucians Gesicht.


GEBURTSDATUM

01.06.1978

TRIKOTNUMMER
21

TREFFERQUOTE
78.8%

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT
263km/h

GESPIELTE LIGASPIELE
22

GEWONNENE LIGASPIELE
16

Früher Jäger und Kapitän der Hausmannschaft von Ravenclaw, heute Jäger und seit 2000 auch Kapitän der Tutshill Tornados. Roger Davies' größte Stärken als Spieler liegen in seinem flinken, zielgenauen Passspiel und der intensiven, sowie vertrauten Zusammenarbeit im Jäger-Trio. Auch seine Strategie als Mannschaftskapitän beruht auf dem eingespielten Miteinander seines Teams und der Schnelligkeit, in der die hart antrainierten Manöver durchgeführt werden. Diese hohen Passgeschwindigkeiten bergen zwar ein großes Risiko, halten den Gegner aber auch dauerhaft in Atem, was die ausdauerstarken Tornados zu einem gefährlichen Konkurrenten im Kampf um den Quidditchpokal macht. Davies' bislang größte Leistung bestand darin, die Tornados bereits in seiner ersten Saison als Kapitän zum Sieg in der britisch-irischen Quidditch-Liga zu führen.

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Lucian

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Re: Wiese

from Lucian on 09/03/2018 03:45 PM

Eigentlich hatte ich gar kein wirkliches Interesse an dem Gespräch mit .. wie war gleich sein Name gewesen? William? Doch wenn Roger unbedingt mit anderen Leuten flirten wollte, bitte! Er meinte mir unterstellen zu müssen, dass ich es wohl nicht mehr konnte? Bitte! Dann würde ich es ihm eben beweisen. Und so entwickelte sich die Konversation von einem leichten Smalltalk schnell in eine Richtung, die selbst mich hin und wieder dreckig grinsen ließ – und es ging wohl gemerkt nicht alles nur von mir aus. Zwischendurch, während meines Gespräches mit dem anderen Zauberer, traurigerweise ein Fan der Caerphilly Catapults, riskierte ich einen unaufälligen Blick zu Roger, der sich scheinbar eine Frau auf der Tanzfläche angelacht hatte und nun eng mit ihr tanzte. Ähnlich wie an dem Abend, als wir uns offiziell kenengelernt hatten und ich sogar meine Begleitung für ihn habe stehen lassen. Gut, ich habe schnell eine neue gefunden, aber ich wusste beim besten Willen nicht mehr wieso ich überhaupt mitgegangen war. Oder wieso ich ausgerechnet jetzt darüber nachdachte. Allerdings sorgte dieser Anblick nicht im geringsten dafür, dass die kochende Wut in mir aufhörte zu brodeln – im Gegenteil. Doch gab ich mir beste Mühe dies zu unterdrücken und spaß zu haben. Mich zu amüsieren. Über die Witze meines Gegenübers herzlich zu lachen. In der Hoffnung, dass es nicht nur mir half mich abzukühlen, sondern auch um Roger im Gegenzug aufzuregen.
Ich konnte nicht behaupten, dass mein Gesprächspartner, der tatsächlich William hieß, langweilig geworden war, doch hatte ich Roger aus den Augen verloren und natürlich ging es mir darum ihn zu provozieren. Ausschließlich darum natürlich! Schließlich sorgte Peregrine, der an mir und William vorbeigegangen war ohne uns zu sehen, als Grund vorzuschieben um zu gehen. Natürlich hätte ich auch einfach gehen oder irgendetwas absurdes vorghaukeln können, doch bot sich so möglicherweise die Chance ihn mir warm zu halten. Es schadete bekanntlich nie eine Rücklage zu haben, nicht? Mit meinem besten Freund im Schlepptau begab ich mich zur Bar, wo wir uns etwas zu trinken bestellten, und auch zwei netten Damen, die Peregrine wohl vorhin schon einmal getroffen hatte. Statt meinen Gesprächspartnern volle Aufmerksamkeit zu widmen, blickte ich immer mal wieder unaufällig zu demKerl, mit dem ich schon eine ganze weile etwas am Laufen habe .. oder hatte? Ich war mir dessen inzwischen nicht mehr so sicher. Dennoch wollte ich sichergehen, dass er sah, wie viel Spaß ich hatte, mit wie vielen Leuten ich erfolgreich flirten konnte und vor allem wie sehr ich nicht auf ihn angewiesen war.
Der Abend zog sich meiner Meinung nach förmlich. Klar, ich unterhielt mich teilweise mit Freunden, Teamkameraden und auch der ein oder andere Fan war dabei. Dementsprechend hatte ich sogar wirklich Freude, auch wenn ein komisches Gefühl weiterhin zurückblieb. Doch ich schob es einfach auf meine unterdrückte Wut. Wirklich beschäftigen wollte ich mich damit nicht, weswegen ich mir ein Sektglas von einem der Tabletts griff und daran nippte. Vielleicht hatte ich mittlerweile auch genug getrunken. Ich war nicht ekelhaft betrunken, sicherlich nicht, sondern lediglich angetrunken,... aber vielleicht sollte ich mich ja doch betrinken? Würde dadurch das mulmige Gefühl verschwinden? Oder mein inzwischen ehrlicher, durchaus verstimmter Gesichtsausdruck, wenn ich in die Richtung von einer gewissen Person schaute, mit der ich mich einfach nicht weiter beschäftigen sollte? Immerhin hatte er beste Laune, wahrscheinlich einen fantastischen Abend und Merlin, wer weiß wen er mit nach Hause nehmen würde. Mein Gedankengang wurde schließlich, glücklicherweise, von einer Person unterbrochen. Genauer gesagt von Henry Richmond, einem Slytherin, der zwei Jahre über mir gewesen war. Ich hatte ihn ewig nicht gesehen, spielte er schließlich inzwischen in Deutschland Quidditch. Wenn man ihm eines nie hatte ankreiden können, dann, dass er nicht wusste wie man Leute ablenkte. Unser Gespräch hatte anfänglich nur wenige zweideutig, eher spaßig gemeinte, Anspielungen oder Aussagen, doch wurde es, je länger wir uns unterhielten mehr. Nicht, dass es mich störte. Ich ging liebend gerne drauf ein. Obwohl ich doch zugeben musste, dass der Kuss, der von ihm ausging, mich etwas überraschte und ihn schließlich nach einem kurzen Moment, in dem ich mich doch hatte hinreißen lassen, von mir schob. Es war genau das was ich wollte. Jetzt. Aber .. auch nicht. Zumindest nicht mit ihm. „Ich muss jetzt los.", meinte ich schließlich nur noch knapp zu ihm, trank den letzten Schluck aus meinem Sektglas und verschwand mit Absicht durch die Meute, auf dem Weg zu einem kleinen Stand auf dem Portschlüssel angeboten wurden. Mir würde die Winkelgasse genügen, denn von dort aus konnte ich ohne Probleme ins Stadthaus flohen – apparieren wollte ich jetzt eigentlich vermeiden.


Reply Edited on 09/03/2018 05:08 PM.
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