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Lucian

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Falmouth Falcons Quidditchspieler Kapitän Treiber Hogwarts Slytherin Abschluss Reinblut Neutral

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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 03.01.2019 17:05

Ich teilte zwar desöfteren Rogers Meinung, auch wenn unsere Ansichten in gewissen Details ein wenig auseinandergingen, doch hatte ich zum Thema historische Rivalität eine ganz anderes Bild. Jeder kannte die Geschichte wie es zu der Rivalität zwischen den beiden Mannschaften gekommen war, die ich schon als Kind ziemlich amüsant gefunden hatte. Während es heute zahlreiche Regelungen gab, war das Spiel, welches auch heute noch nicht das Ungefährlichste war, damals wirklich brutal. Von fliegenden Pfeilen, die den Schiri getroffen hatten, Wespennester die auf die gegnerische Mannschaft geschlagen wurde, bis hin zu der bedrohlichen Gestalt eines Metzgers, der in einer Hand seinen Zauberstab hielt und in der anderen ein Fleischerbeil. Jedenfalls verstand ich die Rivalität zwischen den Appleby Arrows und den Wimbourne Wasps, auch wenn ich dabei die Problematik hätte, dass ich beide Teams nicht leiden konnte und dementsprechend nicht einmal irgendwen favorisieren konnte, wie zum Beispiel bei einem Match von den Tutshill Tornados gegen die Chudley Cannons. Das sechzehnte Spiel der vergangenen Saison hatte ich mir sogar angesehen. Natürlich rein aus beruflichem Interesse. Sicherlich könnte ich meine Einstellung bezüglich Rivalitäten auf irgendeine seltsame Art und Weise damit begründen, dass ich Geschichte super spannend fand oder etwas in dieser – nicht, dass das der Wahrheit entsprach, schließlich hatte mich das Fach in der Schule schon ziemlich gelangweilt (okay, Binns hatte ausnahmslos jeden gelangweilt). Vielleicht lag es aber auch einfach an der Tatsache, dass ich als Slytherin bezüglich historischer Rivalitäten auch einfach bereits vorgeprägt war. Immerhin hatten wir stets die Gryffindors als Rivalen gehabt, was sich auch auf den Konflikt von Godric Gryffindor und Salazar Slytherin zurückführen ließ.
Ein wenig abschätzig schnalzte ich mit der Zunge und an meinem Blick konnte man sehen, dass ich ihm seine Aussage nicht abkaufte. Immer noch nicht. Wahrscheinlich wäre unser Problem längst gelöst, wenn ich Roger einfach glauben würde was er sagte, doch war dies nicht so einfach, wie es sich erst einmal anhörte. Ich war ein recht misstrauischer Mensch und nur, weil ich Roger ein paar Privilegien zugestanden hatte, die man nur erhielt, wenn man zu meinem engsten Kreis gehörte, bedeutete das noch lange nicht, dass er wirklich dazu gehörte. Somit gehörte auch meine uneingeschränkte Loyalität nicht dazu oder auch der Fakt, dass ich ihm nicht alles einfach abkaufte, sondern ging davon aus, dass er mich anlog oder mir Dinge verschwieg – so wie auch ich es hin und wieder tat. Wahrscheinlich wäre uns schon geholfen, wenn ich nicht von mir auf ihn schließen würde. „Natürlich nicht." Meine Stimme triefte nur so vor Ironie. „Ich bin mir sicher, dass sie rein beruflich beeindruckend und sehr vielversprechend ist." Ich sprach auch positiv von meinen Mannschaftskameraden oder auch hin und wieder über Leute von der Ersatzmannschaft, doch klang ich dabei nicht als würde ich einer Zukunft mit Techtelmechtel in der Umkleide entgegensehen, auch wenn ich dem grundsätzlich aufgeschlossen war. Oder gewesen war, hatte ich schließlich schon seit Monaten nichts mehr mit irgendwem anderem gehabt. Etwas, dem ich gerade weder Bedeutung beimaß, noch einen zweiten Gedanken daran verschwendete. Was ich möglicherweise hätte tun sollen, bevor ich wieder das Wort ergriff. „Ich habe dir schon auf der Feier des Tagespropheten gesagt, dass dies beim besten Willen nichts ungewöhnliches ist. Also ja, Roger, ich habe schon mit Teamkameraden geschlafen."


Antworten Zuletzt bearbeitet am 05.01.2019 23:01.

Lucian

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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 28.12.2018 17:48

Natürlich kannte ich die dummen Bemerkungen bestimmter Journalisten. Ich kannte die höhnischen Kommentare gegnerischer Fans und auch die Skepsis, die von alteingesessenen Fans der Falcons, die mittlerweile einfach nur frustriert waren und in mir nur den nächsten Kapitän sahen (oder gesehen hatten?), der den Sturzflug nicht aufhalten konnte. Wäre ich vom Typ her wie Aurora, die ehemalige Kapitänin der Arrows die ich seit meiner Kindheit kannte, hätte ich sicherlich direkt hingeschmissen. Denn nicht nur das Team der Falcons war für ein hartes Spiel bekannt, sondern auch für ebenso raue Fans. Allerdings war ich, Merlin sei Dank, nicht diese Art von Mensch. Mich verärgerten solche Kommentare zwar ziemlich, doch war ich von der Meinung irgendwelcher Leute sicherlich nicht verletzt.
Wenn ich an die Saison zurückdachte waren es inzwischen weniger die Tutshill Tornados gegen die ich eine leichte Abneigung entwickelt hatte, sondern viel mehr die Appleby Arrows. Ich hasste sie regelrecht. Also viel mehr das Team als solches, als tatsächlich einzelne Spielerinnen oder Spieler. Mit Valea, deren Treiberin, kam ich sogar vergleichsweise aus. Trotz ihres Daseins als Hufflepuff. Sie nervte mich in manchen Momenten, wie zum Beispiel auf dem Feld, penetrant, allerdings konnte ich mich auch normal mit ihr Unterhalten, wenn man sich mal irgendwo antraf. Coughlin, der Jägerin, hatte ich hingegen nichts zu sagen. Wir hatten uns mal einen Abend amüsiert und ich konnte mich nicht daran erinnern je wieder mit ihr gesprochen zu haben. Dennoch waren sie mir ein Dorn im Auge. So hatten sie uns nicht nur um achten Spiel der Saison, sondern gleich noch im neunzehnten Spiel besiegt. (Ein Spiel, wegen dem ich Vika für das Versagen den Schnatz zu fangen immer noch gerne treten würde).
Es war mir klar, dass Roger mir nicht noch mehr erzählen würde und kurz darauf wünschte ich mir ehrlich gesagt, dass er gar nichts gesagt hätte. Dass ich den Namen der vielversprechenden Jägerin einfach irgendwo hätte lesen können. So hätte ich sie zwar immer noch nicht leiden könen und möglicherweise wäre ich auch ein wenig angesäuert gewesen, allerdings hätte ich mir dann nicht anhören müssen wie begeistert Roger von ihr war. Ein Umstand, der mich verdammt störte. Vielleicht hätte die Situation gerettet werden können, wenn er das Thema einfach beendet und nicht weitergeführt hätte. Doch abermals bemerkte Roger nicht wo ein Punkt erreicht war, an dem man seine Fresse halten sollte. Ich schlug schließlich die Potions & Mixtures zu – so gut man eben ein Magazin zu schlagen konnte, bei einem Buch wäre es sicherlich deutlich effektvoller. Ein Buch hätte mich allerdings auch mehr dazu veranlasst es nach Roger zu werfen. „'Die Kleine mit den langen Haaren' ist ehrlich gesagt keine sonderliche Einschränkung, Roger, das trifft auf erstaunlich viele Leute zu mit denen du auf der Sommerparty geredet hast." Ich nahm schließlich meine Teetasse von meinem Beistelltisch, auf welchen ich mein Magazin schließlich fester ablegte als es nötig gewesen wäre. „Ich weiß allerdings trotzdem von wem du sprichst.", fügte ich übellaunig hinzu und trank einen Schluck aus der Tasse, welche ich anschließend wieder auf den Beistelltisch – oder viel mehr auf die Zeitung – stellte. Meine Ellenbögen lagen noch immer auf den Lehnen meines Sessels, wobei ich mittlerweile meine Hände mit verschränkten Fingern vor mir hielt und meinen Gast, oder zum aktuellen Zeitpunkt meine Plage, mit einem Ausdruck ansah der definitiv not amused war.


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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 27.12.2018 20:31

So frustrierend das Ende der letzten Saison auch gewesen war, hielt mich dies nicht davon ab mit Elan und Ehrgeiz in die nächste Saison zu starten. Eher im Gegenteil. Meine Energie schien gerade deswegen schon überzusprudeln, was meine Mannschaft durchaus zu spüren bekam. So traurig dies auch klang, doch war der dritte Platz so ziemlich das beste Ergebnis, das die Falcons in den letzten Jahren erreicht hatten. Der vorherige Kapitän, unter dem ich Jahre gespielt hatte, war einfach scheiße gewesen. Ich hätte genügend Möglichkeiten gehabt das sinkende Schiff zu verlassen, allerdings hatte ich alles ausgeschlagen. Schon als Kind hatte ich für meine Lieblingsmannschaft spielen wollen und ich würde sicherlich nicht das Trikot nicht hinschmeißen, nur weil es erfolgsmäßig irgendwo anders besser laufen könnte. Ich war keiner dieser Leute, die urplötzlich Fans der Tornados geworden waren, weil die auf einer Welle des Erfolgs schwammen in den Neunzigern. Ich wollte meine Mannschaft wieder hochziehen und bisher war mir dies auch gelungen. Zumindest war es für viele überraschend gewesen. Auch wenn der Gedanke etwas deprimierendes hatte. Aber der Hauptgrund wieso ich meine Mannschaft nicht hängen ließ und einfach wechselte: Ich war keine illoyale Ratte. Ich war kein Fähnchen, dass sich dem Wind anpasste. Nicht so wie manch andere.
So sehr ich es liebte über Quidditch zu sprechen, insbesondere mit Quidditchspielern, so frustrierend konnte es auch manchmal sein. Zumindest wenn ich mit Roger sprach und nicht gerade mit Ravi. Und mit letzterem sprach ich eigentlich ziemlich selten, weil wir uns kaum über den Weg liefen. Doch mit Roger.. Mit Roger sprach ich regelmäßig. Den Sieg der Tutshill Tornados hatten wir allerdings nicht mehr angesprochen, genauso wenig wie die Party vom Tagespropheten oder gar unseren Streit. Konnte man es überhaupt einen Streit nennen? Es war eine seltsame Situation, an welche ich nicht gerne zurückdachte, weil ich dann wieder die Anspannung und das Brodeln verspürte wie an jenem Tag.
Während Roger es sich auf meinem Sofa bequem gemacht hatte, mit der Zeitung in seinem Schoß, saß ich auf meinem üblichen Platz in meinem Sessel. Der Knöchel meines rechten Beines lag hier bei auf meinem linken Knie was für mich wohl die männliche Variante des ‚Beine übereinanderschlagens' darstellte. Tatsächlich empfand ich Männer, die die gleiche Sitzhaltung annahmen wie viele Frauen, als befremdlich, allein, weil diese Sitzposition in meinen Augen recht unbequem aussah. Ich gab nur ein fragendes „Hm?" von mir um Roger zu signalisieren, dass ich ihm zu hörte. Meinen Blick wandte ich von meiner neuen Ausgabe der Potions and Mixtures ab und schaute aufmerksam zu Roger. „Klingt auf jedenfall interessant. Scheint als müsste ich mich mal genauer über eure neue Aufstellung und Spieler informieren." Auf meinen Lippen erschien ein schiefes Schmunzeln, welches jedoch augenblicklich verschwand, als er ihren Namen enthüllte. Zoey Shepherd. Ihren Nachnamen hatte ich nicht gekannt, doch sofort verband ich bei Zoey die Spielerin von der Feier, welche ich, ohne je mit ihr gesprochen hatte, unsympathisch fand. Sie war also beeindruckend und vielversprechend. Roger war zuversichtlich, dass es mit ihr gut laufen wird. Gut zu wissen. Wie mit einem Schlag war das unangenehme Gefühl in meinem Inneren zurück, dass ich an jedem Tag verspürt hatte (und jedes Mal wenn ich daran dachte oder daran erinnert wurde). Meine Augen verengten sich ein wenig, während auch meine Gesichtszüge missfallen andeuteten. „Ja, ich habe schon von ihr gehört.", antwortete ich ihm betont neutral, auch wenn die Neutralität gegen Ende des Satzes verloren ging. So sehr ich jetzt auch das Bedürfnis hatte ihn anzuherrschen, dass ich mich leider noch zu gut an sie und ihn und deren Flirt erinnerte – sowie Rogers allgemeine Freude am Flirten mit zahlreichen Frauen – riss ich mich zusammen und starrte förmlich in meine Zeitschrift. Die Slug & Jiggers Apotheke in der Winkelgasse schaltete also inzwischen Werbung? Und sie priesen eine deutlich höhere Warenvielfalt an? Äußerst faszinierend. Vielleicht sollte ich dort mal wieder vorbeischauen. Vielleicht sollte ich sogar heute noch dort vorbeischauen. Am Besten jetzt.


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Das Wohnzimmer

von Lucian am 22.12.2018 14:11

Hier folgt später eine übetriebene Beschreibung eines übertriebenen Raumes.


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Re: Wiese

von Lucian am 03.09.2018 21:11

Ich hatte den Stand schon fest im Blick, als eine großgewachsene Gestalt sich schließlich vor mich stellte und ich unweigerlich stehen bleiben musste. Eine Gestalt, welche sich sehr schnell als wütender Roger Davies herausstellte. Aufgrund der geringen Distanz zwischen uns blieb mir nichts anderes übrig als meinen Kopf ein wenig in den Nacken zu legen. „Ich weiß nicht was du meinst.", spielte ich einen Moment den Ahnungslosen, obwohl ich mir nicht sonderlich viel Mühe bei der Umsetzung gab. „Ich bin nur durch eine Menschenmenge gegangen, nach dem ich mit einem alten Freund gesprochen habe .. Oder stört dich etwa die Tatsache, dass Henry und ich uns geküsst haben?" Ein mehr als nur provokanter Unterton lag in meiner Stimme, während ich ihn einen entsprechenden Blick schenkte bei alter Freund und küssen; dabei stimmte dies nicht einmal. Ich würde Richmond eher als einen guten Bekannten bezeichnen und er hatte viel mehr mich geküsst, aber wen interessierten schon die Details, wenn sich Roger darüber gerade so schön ärgerte. So wie ich mich vorhin geärgert hatte. Nicht, dass ich es nicht noch immer tat. „Was ich denke was ich da mache? Ich habe vor nach Hause zu gehen, Roger." Ich wollte ihm eigentlich noch vorwerfen, dass es doch genau das war was er wollte. Er hatte jemand anderes gewollt, und schließlich diversen anderen schöne Augen gemacht, als ich ihn wollte. Es war fast schon Ironie des Schicksals, dass er nun mich wollte, wo er sah, dass ich nicht allein auf ihn angewiesen war. Zu mal er mich ja förmlich rausgefordert hatte mit anderen zu flirten, mir dies nun anzukreiden war ziemlich seltsam, selbstzentriert und auch bescheuert. Das Roger näher gekommen war störte mich nicht, im Gegenteil, ich wollte ihn noch näher bei mir haben. Ich wusste nicht wieso es sich auf einmal anfühlte als sei die Spannung umgeschlagen, doch befürwortete ich dies. Allerdings machte ich keine Anstalt die letzte Distanz, und sei es nur eine Berührung mit meinen Händen, zu überbrücken. Stattdessen ging ich an ihm vorbei und ließ mir einen bereitgestellten Portschlüssel geben, der durch Nennung des Ortes ausgelöst werden würde. „Kommst du mit oder bevorzugst du wieder eine Blondine?"


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Re: Wiese

von Lucian am 03.09.2018 15:45

Eigentlich hatte ich gar kein wirkliches Interesse an dem Gespräch mit .. wie war gleich sein Name gewesen? William? Doch wenn Roger unbedingt mit anderen Leuten flirten wollte, bitte! Er meinte mir unterstellen zu müssen, dass ich es wohl nicht mehr konnte? Bitte! Dann würde ich es ihm eben beweisen. Und so entwickelte sich die Konversation von einem leichten Smalltalk schnell in eine Richtung, die selbst mich hin und wieder dreckig grinsen ließ – und es ging wohl gemerkt nicht alles nur von mir aus. Zwischendurch, während meines Gespräches mit dem anderen Zauberer, traurigerweise ein Fan der Caerphilly Catapults, riskierte ich einen unaufälligen Blick zu Roger, der sich scheinbar eine Frau auf der Tanzfläche angelacht hatte und nun eng mit ihr tanzte. Ähnlich wie an dem Abend, als wir uns offiziell kenengelernt hatten und ich sogar meine Begleitung für ihn habe stehen lassen. Gut, ich habe schnell eine neue gefunden, aber ich wusste beim besten Willen nicht mehr wieso ich überhaupt mitgegangen war. Oder wieso ich ausgerechnet jetzt darüber nachdachte. Allerdings sorgte dieser Anblick nicht im geringsten dafür, dass die kochende Wut in mir aufhörte zu brodeln – im Gegenteil. Doch gab ich mir beste Mühe dies zu unterdrücken und spaß zu haben. Mich zu amüsieren. Über die Witze meines Gegenübers herzlich zu lachen. In der Hoffnung, dass es nicht nur mir half mich abzukühlen, sondern auch um Roger im Gegenzug aufzuregen.
Ich konnte nicht behaupten, dass mein Gesprächspartner, der tatsächlich William hieß, langweilig geworden war, doch hatte ich Roger aus den Augen verloren und natürlich ging es mir darum ihn zu provozieren. Ausschließlich darum natürlich! Schließlich sorgte Peregrine, der an mir und William vorbeigegangen war ohne uns zu sehen, als Grund vorzuschieben um zu gehen. Natürlich hätte ich auch einfach gehen oder irgendetwas absurdes vorghaukeln können, doch bot sich so möglicherweise die Chance ihn mir warm zu halten. Es schadete bekanntlich nie eine Rücklage zu haben, nicht? Mit meinem besten Freund im Schlepptau begab ich mich zur Bar, wo wir uns etwas zu trinken bestellten, und auch zwei netten Damen, die Peregrine wohl vorhin schon einmal getroffen hatte. Statt meinen Gesprächspartnern volle Aufmerksamkeit zu widmen, blickte ich immer mal wieder unaufällig zu demKerl, mit dem ich schon eine ganze weile etwas am Laufen habe .. oder hatte? Ich war mir dessen inzwischen nicht mehr so sicher. Dennoch wollte ich sichergehen, dass er sah, wie viel Spaß ich hatte, mit wie vielen Leuten ich erfolgreich flirten konnte und vor allem wie sehr ich nicht auf ihn angewiesen war.
Der Abend zog sich meiner Meinung nach förmlich. Klar, ich unterhielt mich teilweise mit Freunden, Teamkameraden und auch der ein oder andere Fan war dabei. Dementsprechend hatte ich sogar wirklich Freude, auch wenn ein komisches Gefühl weiterhin zurückblieb. Doch ich schob es einfach auf meine unterdrückte Wut. Wirklich beschäftigen wollte ich mich damit nicht, weswegen ich mir ein Sektglas von einem der Tabletts griff und daran nippte. Vielleicht hatte ich mittlerweile auch genug getrunken. Ich war nicht ekelhaft betrunken, sicherlich nicht, sondern lediglich angetrunken,... aber vielleicht sollte ich mich ja doch betrinken? Würde dadurch das mulmige Gefühl verschwinden? Oder mein inzwischen ehrlicher, durchaus verstimmter Gesichtsausdruck, wenn ich in die Richtung von einer gewissen Person schaute, mit der ich mich einfach nicht weiter beschäftigen sollte? Immerhin hatte er beste Laune, wahrscheinlich einen fantastischen Abend und Merlin, wer weiß wen er mit nach Hause nehmen würde. Mein Gedankengang wurde schließlich, glücklicherweise, von einer Person unterbrochen. Genauer gesagt von Henry Richmond, einem Slytherin, der zwei Jahre über mir gewesen war. Ich hatte ihn ewig nicht gesehen, spielte er schließlich inzwischen in Deutschland Quidditch. Wenn man ihm eines nie hatte ankreiden können, dann, dass er nicht wusste wie man Leute ablenkte. Unser Gespräch hatte anfänglich nur wenige zweideutig, eher spaßig gemeinte, Anspielungen oder Aussagen, doch wurde es, je länger wir uns unterhielten mehr. Nicht, dass es mich störte. Ich ging liebend gerne drauf ein. Obwohl ich doch zugeben musste, dass der Kuss, der von ihm ausging, mich etwas überraschte und ihn schließlich nach einem kurzen Moment, in dem ich mich doch hatte hinreißen lassen, von mir schob. Es war genau das was ich wollte. Jetzt. Aber .. auch nicht. Zumindest nicht mit ihm. „Ich muss jetzt los.", meinte ich schließlich nur noch knapp zu ihm, trank den letzten Schluck aus meinem Sektglas und verschwand mit Absicht durch die Meute, auf dem Weg zu einem kleinen Stand auf dem Portschlüssel angeboten wurden. Mir würde die Winkelgasse genügen, denn von dort aus konnte ich ohne Probleme ins Stadthaus flohen – apparieren wollte ich jetzt eigentlich vermeiden.


Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.09.2018 17:08.

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Re: Wiese

von Lucian am 27.08.2018 22:33

Wäre ich selber nicht gerade so angepisst und würde sich Roger gerade mit einer anderen Person am unterhalten, hätte ich es sicherlich interessant gefunden die Veränderungen in seiner Mimik zu beobachten. Nicht, dass ich ein Mensch war der gut im analysieren der menschlichen Psyche war oder der Stimmungsveränderungen groß mitbekam – gut, vermutlich war es bei mir weniger das Problem, dass ich es nicht registrierte, sondern viel mehr, dass es mich zu wenig interessierte, als das ich sonderlich viel darauf gab. Zumindest bei den meisten Personen. „Du scheinst es offensichtlich etwas anders zu sehen, aber die meisten Leute probieren es ganz gerne mal mit der Wahrheit." Die Tatsache, dass es nicht nur etwas ironisches hatte, dass gerade ich von Ehrlichkeit sprach, sondern einen Hauch, oder wohl eher einen Wirbelsturm, Doppelmoral, ließ ich unbeachtet. Immerhin konnte er ja nicht wissen, dass ich Tessa ein bisschen Unsinn erzählt hatte und ansonsten konnte ich mich zumindest gerade nicht daran erinnern wann ich ihn angelogen bzw. in Interviews nicht die Wahrheit gesagt hatte. Ich war ohnehin eigentlich mehr der Typ dafür, dass ich einen Teil der Wahrheit wegließ – was es, in meinen Augen, nicht zu einer Lüge machte. Vermutlich war es mein eigener Fehler, dass ich mich darüber aufregte. Immerhin hätte ich mir das nach den Monaten, in denen ich Roger näher kennengelernt hatte, schon längst denken sollen. Ich konnte, wo ich jetzt drüber nachdachte, mir nicht einmal erklären wieso ich ihm vorwarf, dass er eigennützig handelte. Schließlich war dies etwas, dass ich sonst auch tat. Doch wollte ich mich auch nicht näher mit dem Grund auseinandersetzen, viel mehr war es mein Ziel Symptome zu bekämpfen und in diesem Fall hieß das eben Roger seinen Fehler vorhalten. „Oder hast du etwa angst vor der Wahrheit? Angst davor wie die Leute reagieren könnten?" Deutliche Provokation lag in meiner Tonlage; ein unausgesprochenes Angsthase oder auch Du bist feige hing in der Luft. „Jemand, der sich eine gefühlte Ewigkeit über einen dämlichen Artikel vom Tagespropheten aufgeregt hat, der wohl gemerkt schnell korrigiert wurde, sollte anderen eventuell nicht ankreiden, dass sie etwas ernst nehmen."
Ich konnte mir ein spöttisches auflachen nicht verkneifen, nicht, dass ich es versucht hätte, immerhin passte es meiner Meinung gerade hervorragend, während ich zeitgleich eine Augenbraue anhob. „Natürlich. Deine Teamkollegin und da läuft nichts. Sei nicht albern, Davies. Jeder kann sich denken was zwischen diversen Spielerinnen und Spielern läuft. Aber angeblich sind sie alle nur ein Team, eine große glückliche Familie oder einfach nur enge Freunde – leg eine neue Platte auf, die Leier kennt nämlich selbst der allerletzte Journalist." Im Gegensatz zu ihm nahm meine Stimme keinen kühlen Ton an, viel mehr hörte es sich an, als würde ich mich mit einer Person unterhalten, die ich absolut nicht für voll nahm oder die sich auch nur im entferntesten auf meinem Level befand.
Bei seinen folgenden Worten konnte ich nicht verhindern meine Lippen fest aufeinander zu pressen. Ich wollte ihm nicht zeigen wie sehr sich seine Worte gerade angefühlt hatten als hätte er mir einen Schlag in die Magengrube verpasst; auch wenn man dennoch sehen konnte, dass seine Aussage mir deutlich missfiel. Auch wenn ich jetzt, einfach aus Prinzip, mit irgendwem flirten wollte, wollte ich eigentlich mit niemandem flirten. So paradox dies auch klang. „Aber natürlich kannst du das, tu dir keinen Zwang an.", presste ich schließlich hervor, obwohl ich eigentlich besonders fröhlich klingen wollte – nicht einmal mehr spielen konnte ich es in diesem Augenblick. „Nur weil man sich bei dir keine Mühe geben muss, heißt es nicht, dass man es verlernt. Dementsprechend brauchst du dir um mich keine Gedanken zu machen. Du solltest aber nicht vergessen nur Frauen anzuflirten, schließlich wollen wir ja nicht, dass dein ach-so-toller Ruf in Mitleidenschaft gezogen wird, nicht? Ich meine,.. Was wäre das nur für eine Schlagzeile beim Tagespropheten oder der Hexenwoche?" Auch wenn es sicherlich passend gewesen wäre so zu tun als klänge ich bestürzt, war meine Stimme eher hämisch. Vielleicht hätte man in meine Worte auch eine unterschwellige Drohung reininterpretieren können.
„Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest. Niemand hat Interesse daran mit dir seine Zeit zu verschwenden." Sicherlich gab es mehr als genug Leute, die mehr als nur Interesse hatten ihre Zeit mit Roger zu „verschwenden", doch waren meine Worte eine unmissverständliche Anspielung auf sein Merlin verdammtes Interview gewesen. Die Tatsache, dass man dies auch zweideutig verstehen konnte und es für Roger sprach, merkte ich nicht einmal. Er wollte mit anderen flirten? Nur zu. Sollte er doch mit dieser Zoey flirten. Oder mit seiner Mannschaft. Meinetwegen mit jeder Quidditchspielerin der ersten Liga. Ich konnte das mindestens genauso gut. Was mich zu der Frage brachte wo sich eigentlich sämtliche Spieler meines Teams aufhielten. Auch wenn jene Frage unbeantwortet blieb, fiel mein Blick schließlich auf einen jungen Mann, der offenbar gerade allein zu sein schien. Eigentlich war er mir nur aufgefallen, weil unsere Blicke sich gekreuzt hatten. Vielleicht wäre er offen für ein Gespräch? Tessa, zu der ich eigentlich wollte, hatte ich in der Auseinandersetzung bereits vergessen. Ohne Roger noch eines weiteren Blickes zu würdigen ging ich geradewegs auf die Person zu, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort war – wenn es nach mir ging.


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Re: Wiese

von Lucian am 26.08.2018 00:06

Bei seiner, meiner Meinung nach, dämlichen Fragerei sah ich ihn reflexartig an als sei er vollkommen bescheuert. Für mich war es absolut ersichtlich, dass er gerade mein Problem war und, in meinen Augen, sollte es auch für ihn ersichtlich sein, immerhin hatte ich es deutlich genug gesagt. War es die Euphorie von dem gewonnen Sieg, die ihn blendete? Oder vielleicht der bereits konsumierte Alkohol, der seine Sinne trübte? Oder war er tatsächlich so bescheuert, dass er es nicht verstand? „Du bist passiert, Roger.", kam es schließlich über meine Lippen, bevor ich die Möglichkeit hatte über meine eigenen Worte nachzudenken. Nicht, dass es für mich ungewöhnlich war im Affekt zu sprechen bevor ich drüber nachdachte. „Hörst du dir eigentlich selber zu, wenn du mit anderen Menschen sprichst oder vergisst du es aus eigener Ignoranz einfach wieder? Mit der Aussage, dass meine Meinung irrelevant sei, meinte ich exakt das was ich sagte: Meine Meinung ist irrelevant – zumindest für dich. Aber du erkennst meine Existenz ja nicht einmal an, also sollte ich mich eigentlich nicht einmal darüber wundern." Tatsächlich musste ich mir gerade Mühe geben, dass ich in einem halbwegs gemäßigtem Ton mit ihm sprach, damit niemand groß auf uns aufmerksam wurde, obwohl der aggressive Unterton ihm nicht verborgen bleiben sollte. Alkohol war in meinem aktuellen Gemütszustand sicherlich nicht die Beste Idee, doch machte dies vermutlich kaum noch einen Unterschied. Immerhin war ich bereits verärgert und getrunken hatte ich auch schon das ein oder andere Glas. Dementsprechend ließ ich es mir nicht nehmen eins meiner Gläser aus der Luft zu „pflücken" und einen Schluck daraus zu trinken. Vielleicht hatte ich ein kleines bisschen die Hoffnung, dass es mich etwas abregte oder zumindest für einen Moment ablenkte.
„Was ich fasle? Du fragst mich gerade ernsthaft was ich fasle? Glaubst du eigentlich gerade, dass ich Witze mache oder wieso hältst du den Moment angebracht um zu scherzen?" Eindeutige Verständnislosigkeit lag in meiner Stimme. „Ich fasle davon, dass ich nicht deinen Trostpreis spiele. Du hast dem Tagespropheten kürzlich nocht gesagt, dass du dich mit niemandem triffst und bei deinen Dates bisher niemand Interessantes dabei war. Vielleicht ist deine Bitch von vorhin ja interessant genug für ein Date oder interessant genug dafür, dass du dich regelmäßig mit ihr triffst." Ich nahm noch einen Schluck aus meinem Glas.


Antworten Zuletzt bearbeitet am 29.08.2018 15:07.

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Re: Wiese

von Lucian am 21.08.2018 17:19

Als Roger mir folgte und auch direkt wieder seine Stimme vernahm konnte ich nicht anders als meine Augen zu verdrehen. Den kleinen Funken in mir, der sich darüber freute, dass er nicht einfach mit einem Getränk an der Bar stehen blieb und sich dort mit Merlin-weiß-wem unterhielt, übertünchte ich schnell mit der Erinnerung daran, wie er der jungen Frau eben eine Haarsträhne hinters Ohr gestrichten hatte. Ich hatte direkt wieder weggesehen, denn ich wusste was auf eine solche Geste folgte und ich wusste, dass es mich nervte. Genau wie es mich jetzt gleich schon wieder nervte – und den Funken erlischen ließ.
Ich gab lediglich ein leichtes Schnauben von mir, als er sich danach erkundigte ob ich die Party nicht genießen würde. Nein, gerade ganz und gar nicht. Eigentlich die ganze Zeit schon nicht. Mein Instinkt hatte mich wirklich von Anfang an nicht im Stich gelassen. Ich hatte gewusst, dass die Party mich nur verärgerte und weiter verärgern würde. Er wollte, dass ich mich ausließ? Bitte. Konnte er haben. Zumindest eine abgeschwächte Form von dem, was ich am liebsten äußern würde, doch waren hier auf der Wiese zu viele Zeugen. Nicht, dass ich vor hatte ihn zu schlagen oder tatsächlich anzuschreien, aber es musste ja nicht gleich noch eine Journalistin von der Hexenwoche oder so mitbekommen wie ich gelaunt war und dies unnötig aufbauschen. „Nein Roger, ich genieße die Party nicht, aber meine Meinung ist ja ohnehin irrelevant." Ich war, noch während ich gesprochen hatte, stehen geblieben. Allerdings nur um meinen Zauberstab zu ziehen – ich hielt die Gläser beide in einer Hand, was ich als umständlich empfand, doch wollte ich normalerweise eine Hand frei haben. Mit einer simplen Handbewegung, und einem nonverbalen Zauber, dass die Gläser zu schweben begannen und ich sie einfach loslassen konnte. Meinen Stab steckte ich schließlich wieder weg und blickte meine unfreiwillige Begleitung aufgrund unseres Größenunterschieds von unten herauf an. „Die Hauptsache ist, dass du sie genießt, nicht? Ich möchte dich wirklich nicht beim Feiern aufhalten. Deine weibliche Gesellschaft vermisst dich sicherlich bereits und sie warten zu lassen wäre tragisch." Davon abgesehen wartete auf mich selbst eine Blondine darauf, dass ich zurückkam. Obwohl ich mir nicht so sicher war ob Tessa noch wartete, immerhin hatte es schon lang genug gedauert bis ich meine Getränke von der Barhexe erhalten hatte und nun war hier noch Roger, der meine Aufmerksamkeit wollte. Was mich normalerweise freuen würde, immerhin verbrachte ich gerne Zeit mit Roger und bekam noch lieber Aufmerksamkeit, allerdings war ich nicht gut auf ihn zu sprechen. Oder sprach er generell nur mit mir, weil ihn die Blondine doch abserviert hatte? Amüsant wäre es. Doch daran glaubte ich nicht. Niemand würde Roger jetzt noch abweisen. Eine weitere Sache, die mich störte. Noch mehr Fans. Noch mehr Groupies. Noch mehr Interesse an dem Junggesellen, der hin und wieder auf ein paar Dates ging.


Antworten Zuletzt bearbeitet am 21.08.2018 17:42.

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Re: Wiese

von Lucian am 19.08.2018 23:36

Während ich auf meine Bestellung wartete, konnte ich nicht verhindern fast schon ein wenig genervt auf meine Uhr zu blicken, die sich an meinem linken Handgelenk befand und allerlei Schnick-Schnack besaß, den ich im Grunde gar nicht brauchte. Zumindest im gewöhnlichen Alltag nicht. Doch waren die Uhren, die man traditionellerweise zur Volljährigkeit erhielt, mit dem gesamten Kram ausgestattet. Mondzyklus, Planetenkonstellation und so etwas. Zu meinem Leid benötigte die Frau hinter der Bar länger als es mir lieb war, doch stand ich hier schließlich nicht als einzige Person – auch wenn ich mir selber natürlich immer den Vorrang geben würde, doch die Dame hinter dem Thresen schien dies nicht so zu sehen. Dementsprechend blickte ich wie die Zeiger meiner Uhr sich langsam bewegten, fast war es so, als würden sie dadurch nur noch langsamer werden. Ich hätte mich umsehen können, sicherlich, doch hätte dies auch keinen Unterschied gemacht. Bis auf vielleicht den kleinen Punkt, dass ich Roger hätte kommen sehen bevor ich ihn hörte. Mein Blick ging instinktiv zur Seite, als ich meinen Namen hörte und kurz darauf auch schon ein Klopfen auf meiner Schulter spürte. Noch bevor ich antwortete, überkam mich das Bedürfnis seine Hand, die kurz auf meiner Schulter verweilte, wegzuschieben; allerdings kam er mir, gütigerweise, zuvor. „Und ich kann mir absolut nichts schöneres vorstellen womit ich meine Zeit stattdessen hätte verbringen können.", antwortete ich ihm in einem gespielt überschwänglichen Ton um ihn zu imitieren, während sich ein übertrieben freundlicher Blick sich auf mein Gesicht stahl. Mein Blick glitt zurück zur Bar, wo die Hexe die Getränke abgestellt hatte und ich wies sie mit einer Handbewegung an mir noch eins hinzustellen. Schließlich war es hier drinnen nicht gerade leise. Zu meinem Glück schenkte sie sofort ein drittes Glas ein, das ich Roger in die Hand drückte. „So bin ich eben.", sagte ich dieses mal deutlich nüchterner und schenkte auch seinem Grinsen keine sonderliche Beachtung. Stattdessen griff ich die anderen beiden Gläser, von dem ich eins für Tessa vorgesehen hatte. Er hatte sich vorher mit irgendwem vergnügt und jetzt hatte ich eben auch meine Konzentration auf wen anders gelegt. „Ich wünsche noch viel Vergnügen.", flötete ich ihm dieses Mal wieder in einem fast schon ekelhaft freundlichen Ton zu – direkt in sein Ohr, damit ich nicht so laut sprechen musste, und drehte sowohl ihm als auch der Bar den Rücken zu. Der Weg aus dem Zelt war ziemlich kurz und augenblicklich wurde es leiser, immerhin sorgte Zauber dafür, dass es hier draußen zwar Musik gab, aber sie nicht so unangenehm laut war wie in dem Zelt.


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