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Lucian

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Falmouth Falcons Quidditchspieler Kapitän Treiber Hogwarts Slytherin Abschluss Reinblut Neutral

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Re: Blacklist

von Lucian am 22.09.2019 19:05

Eggsy Crutchley
Raphael Drake
Jared Caulfield
Icarus Breckinridge
Dragan Kasun
Xaya Goldhagger
Syndra Iscariot
Silas Fairclough
Lilith Baubsworth-Harrington
Yazz Sanchez

Datum der nächsten Löschung: 06.10.2019


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Lucian

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Re: Wunschkonzert

von Lucian am 21.08.2019 22:26

Aloha! :)

Vielen lieben Dank für die netten Worte, der Dank gebührt hier jedoch allein Roger, er ist für sämtliche Designs und Strukturen, etc. verantwortlich. :)

Was die Sache mit den Gesuchen angeht: Auch wenn diese durchaus etwas älter sind, sind sämtliche Gesuche noch aktuell. Die passenden Charaktere existieren hierbei ja schließlich auch alle noch und sobald ein Char gelöscht wird oder die Story nicht mehr aktuell ist, werden die Sachen aktualisiert oder eben raus genommen. Long Story short: Du könntest jeden dort jeden Charakter erstellen, der dir gefällt!

Zum Thema Gastaccount: Ich sehe ehrlich gesagt keinen Nutzen an diesen, da meines Wissens nach fast alles ersichtlich ist.

Liebe Grüße ♥'


Antworten Zuletzt bearbeitet am 21.08.2019 22:27.

Lucian

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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 19.08.2019 20:44

Ich konntemir ein fast schon schadenfrohes lachen nicht verkneifen, als Darius äußerte, dass es schön wäre. Wäre es nicht irgendwie amüsant, täte es mir schon fast leid, dass der Beruf, für den sich Darius nach seinem Abschluss entschieden hatte, wohl nicht so war wie er es sich gewünscht hatte. Zugegeben, wer hätte auch damit rechnen sollen, dass es irgendwann so friedlich werden würde? Das war etwas, mit dem ich selbst niemals gerechnet hatte, doch war es kaum verwunderlich, wenn man darüber nachdachte wie meine Einstellung selbst einst gewesen war. Etwas, von dem ich Darius nie wirklich erzählt hatte. So wie der Fakt, dass mein Vater mehr als nur ein Angestellter im Ministerium gewesen war, der sich an die politische Lage angepasst hatte. Bei dem Gedanken an meinen Vater bekam mich unweigerlich das Bedürfnis etwas zu trinken, etwas starkes, damit ich alles diesbezüglich aus meinem Kopf verbannen konnte. Die Pistanzienschale stellte ich also wieder auf dem Tisch ab und griff nach meinem Glas, welches, genau wie das von Darius, mit Feuerwhiskey gefüllt war und in dem drei Eiswürfel schwommen, welche das Getränk jedoch nicht verwässern würde. Mit einem großzügigen Schluck hatte ich dieses ausgetrunken. „Puschi?", fragte ich fast schon irritiert nach und verzog dabei merklich das Gesicht, welches bei dem Feuerwhiskey sogar vergleichsweise neutral geblieben war. „Merlin, wie kann man seinem Haustier nur einen solchen Namen geben? Das ist ja noch schlimmer als die Tatsache, dass diese Frau wohl ziemlich senil ist." Ich warf einen Blick zu meiner Eule, der ich als 11-Jähriger keinen dämlichen Namen wie Puschi, Feather oder Owl gegeben hatte, sondern ihn auf den Namen Helios taufte. In letzter Zeit war er, aktuell schlief er auf seinem Platz in der Ecke, recht übellaunig. Ähnlich wie ich.
Ich konnte nicht verhindern eine Augenbraue anzuheben als Darius äußerte, dass er sich brennend für meine Sichtweise zu den Quidditchspielen interessierte. „Und du bist allen ernstes der Meinung, dass ich dir das abkaufe?" Auf meinen Lippen erschien ein belustigter Ausdruck. „Das Training läuft bisher ziemlich gut. Colquhoun geht mir wie üblich mit ihrer alleinigen Existenz tierisch auf die Nerven, aber sie hängt sich zumindest rein." Es war kein Geheimnis, dass Marlo Colquhoun und ich uns nicht sonderlich ausstehen konnten, schon zu Schulzeiten waren wir oft aneinander geraten, allerdings spielten wir auf dem Platz doch ungewöhnlich gut zusammen. „Nach der Pleite in der letzten Saison" Auch wenn man im allgemeinen vom dritten Platz nicht als pleite reden konnte, alleine wenn man bedachte, dass die Falcons die Jahre zuvor .. eher mittelmäßig waren – was eindeutig an meinem Vorgänger lag. „Mache ich denen allen Feuer unterm Hintern." Natürlich mobbte ich meine Teamkollegen nicht, immerhin waren wir noch immer eine Mannschaft, doch schadete ein wenig striezen nicht, welches ich jedoch begonnen hatte mit mehr Motivation, Elan und auch mal ein paar Komplimenten zu unterstützen. Mal davon abgesehen, dass ich aktuell mit bestem Beispiel voran ging. „Ach ja, zum Thema letzte Saison. Schon gewusst, dass wir mehr Tore gehabt hätten, wenn nicht alle ständig daran denken würden, wann ich das nächste Mal mit ihnen schlafe?" Es war mehr als ersichtlich, dass es nicht meine Aussage war, sondern ich gerade die Worte einer anderen Person wiedergab über die ich mich, mehr als offensichtlich, ärgerte. Und so waren meine Gedanken erneut bei Roger Davies angekommen. Fantastisch.


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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 19.08.2019 19:45

Da wir beide durch unseren Job doch sehr eingespannt waren, und ich einen Großteil meiner freien Zeit in den letzten Monaten mit Roger verbracht verschwendet hatte, waren meine Freunde ohnehin nach meinem empfinden zu kurz gekommen. Oder zumindest redete ich mir dies gerne ein, damit ich einen anderen Grund vorweisen konnte um fast schon ungewöhnlich viel meiner Freizeit in diese investieren zu können als dem simplen Fakt, dass ich es einfach abgrundtief hasste alleine zu sein und ich inbesondere seit dem Streit mit Roger, der noch nicht lange zurückliegt, intensive Ablenkung brauche. Wobei es weniger eine wirkliche Ablenkung war, wenn man es genau nahm, weil ich mich im Grunde die ganze Zeit nur über ihn aufregte. Obwohl mich meine Wut Roger gegenüber meist verließ sobald ich abends alleine im Bett lag. Tatsächlich hatte ich auch schon häufiger mit dem Gedanken gespielt mich bei ihm zu entschuldigen,.. aber nein. Das war eine ganz furchtbare Idee.
Ich saß im Schneidersitz auf meinem Sofa, während ich Darius anblickte, welchem ich meinen sonst liebsten Platz, meinen Sessel, überlassen hatte. Tammy hatte uns auch längst unsere Getränke gebracht und ebenfalls ein paar Snacks auf dem Couchtisch abgestellt.
Die kleine Schale mit Pistazien hatte ich an mich gebracht, während wir uns gegenseitig ein bisschen auf den neusten Stand brachten. „Habt ihr Auroren eigentlich überhaupt noch irgendetwas zu tun?", fragte ich ihn schließlich, nachdem ich ihn zuvor mit einer Frage a la ‚Wie läufts mit Potter?' geärgert hatte. Der Gedanke an den Krieg, der zwar noch vor der Jahrtausendwende stattgefunden hatte und fast schon fern wirkte, obwohl es nicht einmal fünf Jahre waren, war definitiv nicht mein liebster. Generell vermied ich eigentlich jeden Gedanken an diesen, doch Darius brachte den Gedanken aufgrund seiner Berufung immer wieder zurück. „Oder seid ihr Auroren nur eine besser bezahlte Strafverfolgungspatrouille?" Ich öffnete eine der Steinfrüchte, deren Schale ich einfach mit dazu warf. Natürlich wäre es ein einfaches die Schale magisch zu entfernen oder Tammy von Anfang an zu sagen, dass sie das machen sollte, doch erinnerte ich sie stets daran gerade dies nicht zu tun. Was einfach daran lag, dass ich sowieso immer irgendeine Form der Beschäftigung brauchte und statt unkontrolliert irgendwelche Snacks in mich zu stopfen, oder wahlweise meinen Besuch damit auf die Nerven zu fallen, dass ich mit meinen Fingern auf irgendeinem Untergrund trommelte, öffnete ich diese einfach per Hand.


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Re: Abwesenheit

von Lucian am 05.06.2019 20:41

Sooo, wage zu bezweifeln, dass es jemanden kratzt, aber ich bin vom 06.06. bis zum 10.06. nicht anwesend. Bei Fragen oder irgendwelchen  Problemen stehen euch ja noch Roger und Azra zur Verfügung. <3


Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.06.2019 13:42.

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Re: Nominierungen für den SWA

von Lucian am 11.05.2019 21:47

Und auch in diesem Jahr werde ich einer gewissen Person mal wieder die Chance stehlen sich selbst zu nominieren (oder von einer anderen Person nominiert zu werden.) Dafür verwende ich sogar die gleichen Gifs, weil ich zu faul bin neue zu suchen sie einfach fantastisch aussehen. (Nachtrag: Leider nur ein gif, weil man die Größe bei Firefox nicht mehr ändern kann und ich zu dumm bin es anders zu machen und auch Prinzip niemanden fragen werde.) Doch auch eine Dame wird von mir vorgeschlagen!

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Roger C. Davies

(Sehr!) Männlich | (Süße!) 23 Jahre | (Erfolgreicher!) Kapitän und Jäger der Tutshill Tornados

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Aurélie Mercier

(Wundervoll!) Weiblich | (Schon?!) 25 Jahre | (Fabelhafte!) Jägerin der Falmouth Falcons


Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.05.2019 21:48.

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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 20.01.2019 04:58

Ich wusste nicht so ganz was ich davon halten sollte, dass Roger nichts sagte. Nicht ein einziges Wort an mich richtete. War etwa eindeutig alles gesagt worden? Gut, seine Worte hatten nicht den geringsten Zweifel daran gelassen, dass er zumindest nichts Gutes mehr von sich geben konnte oder mir gegenüber äußern wollte. Aber er sagte Nichts. Gar nichts. Oder war dies ein unmissverständliches Zeichen dafür, was er von mir hielt? Nichts. Den kurzen Blick, den er mir jedoch zugeworfen hatte, konnte ich nicht ganz deuten. War es Entsetzen? Vielleicht. Vermutlich. Roger war niemand, der sich je wirklich geprügelt hatte, zumindest hatte er nie den Anschein gemacht und gesagt hatte er über so etwas auch nie etwas, doch so genau konnte ich es nicht sagen. Denn vieles hatte nicht den Anschein gemacht und war doch wahr gewesen. Was mich unweigerlich dazu brachte mich zu fragen ob ich Roger Caerwyn Davies überhaupt wirklich kannte. Oder auch nur ansatzweise kannte. Oder ob es lediglich ein Trugbild war, dass ich von ihm hatte. Unabhängig ob nun weil er mir dieses bewusst in den Kopf gesetzt oder ich es mir von Anfang an einfach aus einem mir unbekannten Grund eingebildet hatte.
Zwar hatte ich mich bereits abgewendet gehabt als er aus dem Raum ging, doch konnte ich es mir nicht nehmen lassen ihm mit einem Blick über die Schulter nachzuschauen. Es war genau dieses Bild, welches ich jetzt wohl auf ewig im Kopf haben würde. Rogers Rücken, wie er aus dem Zimmer verschwand. Schnell. Als würde er befürchten, dass ich meine Meinung doch wieder änderte und mich dazu entschloss ihm den Kopf abzureißen. War vorhin vielleicht doch auch ein wenig Angst in seinem Blick gewesen? Ich war mir nicht sicher. Doch eines war sicher: Meine neutrale Mimik hatte sich verändert. Meine Mundwinkel waren merklich nach unten gerutscht und in meinen Augen lag ein trauriger Ausdruck. Jedoch war Roger längst nicht mehr hier um dies zu sehen. Nicht, dass ich es zugelassen hätte, dass er diesen Blick zu Gesicht bekam. Ich schloss meine Augen für einen Moment und atmete einmal tief ein, in der Hoffnung mich gleich wieder einzubekommen. Doch wirklich viel bringen tat dies nicht. Genau genommen brachte es gar nicht. Ich war noch genauso frustriert wie vorher auch. Genauso .. deprimiert.
Nachdem ich meine Augen wieder geöffnet hatte, wandte ich mich wieder zu meinem Sessel um. Beziehungsweise dem Beistelltisch auf dem noch meine Tasse Tee stand, die ich nicht ausgetrunken hatte. Mit wenigen Schritten war ich dort angekommen und hatte sie ergriffen, nur um diese dann mit voller Wucht gegen ein eingerahmtes Bild zu werfen. Dort zerbrach nicht nur die Tasse aus Porzellan, sondern auch das Glas des Bilderrahmens, in welchem ein Bild von irgendeinem Künstler war den ich nicht kannte, zu dem mir aber Nerissa geraten hatte, bevor auch dieses zu Boden fiel. Mit dem Gefühl, welches mich jetzt Stück für Stück einnahm, konnte ich allerdings arbeiten. Es war zu dem vorherigen regelrecht erleichternd. Ich griff nach meinem Magazin, welches ich auch achtlos in eine Ecke pfefferte, wobei mich Helios, der in der Nähe auf seinem Ast hockte, ganz pikiert ansah. So fern eine Eule pikiert schauen konnte. Es kam mir jedenfalls so vor. Doch änderte dies nichts daran, dass ich alles was sich in meiner Nähe befand, was sich werfen ließ, auch warf. Gegen weitere Bilder, gegen den alten aber restaurierten Flügel und vor allem dort hin, wo Roger aus der Tür verschwunden war. Ich achtete einzig und allein darauf, dass ich nichts mehr in die Nähe meiner Eule warf. Immerhin war es nicht mein Ziel ihn zu treffen, sondern mir viel mehr Erleichterung zu verschaffen. Und es hatte gewirkt. Für diesen Moment. Doch jetzt befand sich nichts mehr in Reichweite.
„Tammy.", rief ich schließlich laut und deutlich, woraufhin sofort eine Hauselfe erschien. Doch bevor sie ihr Wort an mich richten konnte, schnitt ich ihr dieses mit einer Handbewegung ab. „Räum das hier wieder auf.", war meine simple Anweisung, ehe ich an dem Wesen vorbei ging um den Raum zu verlassen, wobei ich mir kurz über die Augen fuhr, da meine Sicht begonnen hatte deutlich zu verschwimmern. Vor Wut natürlich.


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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 12.01.2019 20:01

Ich hatte mit meiner rechten Faust ausgeholt, während ich noch immer mit links seinen Kragen festhielt. Wo ich sein Gesicht genau treffen würde, konnte ich nicht sagen. Ich zielte nicht exakt und obendrein kam es sowieso drauf an ob die am Boden liegende Person abblockte oder sich bewegte. Ein Veilchen würde Roger sicherlich stehen, eine gebrochene Nase eher weniger. Vielleicht auch nur eine aufgeplatzte Lippe und ein blauer Fleck? Vielleicht würde ich ihm ja mit einem Schlag, sollte es bei einem bleiben, den Kiefer ausrenken. So sehr ich das Bild vor meinem inneren Auge erst genossen hatte, so schnell wurde mir auch übel dabei. Ich wollte Roger weh tun. Ich wollte, dass er Schmerzen hatte, so wie ich sie gerade spürte. Zwar auf eine andere Art und Weise, nämlich auf meine, aber das spielte keine Rolle. Ich wollte ihm eine physische Retourkutsche verpassen, denn die Psyche einer Person war nicht unbedingt meine Stärke. Das konnte er besser. Das hier, das konnte ich zweifelsohne besser. Nicht nur, weil ich als Treiber die wohl körperlichste Position von Quidditch einnahm, sondern auch, weil ich mehr Temperament besaß als Roger – und zeitgleich auch weniger Kontrolle über diese, selbst wenn ich mir gerne einredete, dass ich mich stets vollstens im Griff hatte. Ich wollte zu schlagen. Doch ich konnte nicht. Ich spürte wie sich meine Hand, die sich an seinem Kragen befand, immer mehr verkrampfte und die Hand, die ich noch immer zurückgezogen hatte um den Schlag auszuführen, begann zu zittern. Fast hatte ich das Gefühl, dass jemand hinter mir stand und mich festhielt, mich davon abhielt ihn zu schlagen. Doch da war niemand. Ich war selber die Person, die mich davon abhielt. Oder vermutlich war es mehr Roger, der mich davon abhielt. Nicht, weil er sich so sehr wehrte, weil er mich festhielt oder mich von sich runterstieß wie dies bei einer Rangelei nicht unüblich war. Es war der Ausdruck in seinen Augen. Dieser leichte Hauch von Entsetzen, den ich ausmachen konnte, doch hauptsächlich der Ausdruck von Schmerz. Und das, bevor ich überhaupt zu geschlagen hatte. Es war nur ein flüchtiger Blick gewesen, bevor er sein Gesicht wegdrehte und seine Arme vor diesem verkreuzte um den Schlag abzufedern. Diese wenigen Sekunden, die bisher verstrichen waren, fühlten sich an wie Minuten. Zahlreiche Minuten, denen ich seinem Blick ausgesetzt war, der mein Herz nicht nur in die Hose rutschen ließ, sondern förmlich daran nagte – oder viel mehr daran riss. In viele kleine Einzelteile um dieses dann wie Konfetti auf einer Party durch den Raum zu werfen. Doch fühlte sich seit beginn unserer Auseinandersetzung nichts an wie eine Party. Es fühlte sich an wie eine Beerdigung. Doch der Tote war nicht Roger, weil ich ihn zu sehr vermöbelt hatte, der Tote war auch nicht ich, obwohl ich das Gefühl hatte als würde ein Stück in mir gerade elendig verenden, der Tote war keine Person, der Tote war unsere Freundschaft. Die mit einem Schlag, wenn auch nicht wortwörtlich, zu Grabe getragen wurde. Oder würde dies erst passieren, wenn ich tatsächlich zu schlug? Ich schluckte schwer. Ich war schon auf einer Beerdigung gewesen. Es gab kein Regen oder weinende Gäste, die bekundeten wie sehr sie den Verstorbenen geliebt haben. Es gab keine lustigen Anekdoten, mit denen man die Angehörigen versuchte aufzumuntern. Es gab keine Worte. Nur ein Sarg, der in den Boden gelassen wurde, bevor Erde ihn verschütteten und einen Stein, auf dem Name, Geburts- und (ein falsches) Todesdatum stand. Keine Kerzen. Keine Blumen. Kein einziges Wort, obwohl es noch so viele unbeantwortete Fragen gab. Noch so viele ungesagte Dinge. War es wirklich vorbei..?
Ich ließ meine geballte Faust langsam wieder sinken. So unglaublich wütend ich noch immer auf Roger war, so unglaublich verletzt ich mich gerade fühlte, als hätte er den Cruciatus angewandt, der immerhin auch keine physischen Spuren hinterließ, wollte ich nicht, dass es vorbei war. Auch wenn es vermutlich das Beste war. Roger hatte mir eröffnet was er von mir hielt, was er von mir dachte und es war nichts Gutes gewesen. Ich wusste, dass es einige Gründe gab mich zu verurteilen, insbesondere Dinge, die ich seit Jahren geheim hielt wären perfekt um mich zu verurteilen, und da würde ich auch niemandem einen Vorwurf machen können. Ein Grund, wieso ich es überhaupt geheim hielt. Es gab Dinge, für die ich mich mittlerweile selbst verurteilte. Doch war dies eine andere Geschichte. Zu wissen, dass ausgerechnet Roger eine so unbedeutende Nebensächlichkeit zum Anlass nahm mich derart anzugreifen tat weh. Es schmerzte mehr als es mich wütend machte und Merlin, es hatte mich so unendlich wütend gemacht. Oder war es keine richtige Wut? Sondern lediglich ein Verteidigungsmechanismus als Antwort auf seinen verbalen Angriff? Ehrlich gesagt konnte ich meine Emotionen gerade nicht ordnen. Nicht, dass ich sonst so gut darin war. Vermutlich wäre es auch treffender zu sagen, dass ich sie nicht unterdrücken konnte, wie ich es sonst fast automatisch mit Empfindungen machte, die mir nicht gefielen. Dementsprechend saß ich noch immer regungslos auf Rogers Bauch, die Hand noch immer in sein Oberteil verkeilt, während ich meine geballt Faust allerdings mittlerweile auf seiner Brust abgelegt hatte. Ich spürte wie meine Sicht, ich hatte ihn noch immer im Visier, obwohl seine Arme noch vor seinem Gesicht waren, langsam etwas verschwamm. Ich hasste diesen Moment. Den Moment, in dem meine Wut zu Frust umschlug, wenn ich sie nicht auslassen konnte. Ich wusste, dass es mir geholfen hätte ihn zu schlagen. Im besten Fall immer und immer wieder bis ich mich besser fühlte. Doch würde ich mich danach wahrscheinlich noch schlechter fühlen als jetzt und vielleicht wollte ich ihn irgendwo auch gar nicht schlagen. So sehr er es verdient hätte für das was er all die Monate scheinbar mit mir abgezogen hatte. Oder viel mehr für seine Worte. Denn das vorherige könnte ich zumindest ignorieren, wenn es bedeutete, dass er nicht ging. Auch wenn ich wollte, dass er ging. Gleichzeitig sollte er aber auch nicht gehen. Ehrlich gesagt wusste ich gerade überhaupt nicht was ich wollte, weil viel zu viele Empfindungen und Gedanken miteinander vermischt waren. Ich schloss meine Augen und hob leicht meinen Kopf wieder an, während ich mich zwanghaft auf meine Atmung konzentrierte. Ich spürte wie ich mich erst verkrampfen musste, bevor es zumindest ein wenig entspannter wurde, auch wenn mein Herz noch immer wie wild pochte. Als wäre es noch immer auf der Hut vor dem was noch passieren könnte. Schließlich löste ich die Haltung meiner Hände auf, die für einen Moment flach auf Rogers Brust lagen. Für diesen kurzen Moment, in der sich ein Teil meiner Anspannung löste, kam es mir vor als wäre alles in Ordnung. Als hätte ich ihn nur spielerisch unter mich gebracht. Und gleich würde er seine Hände auf meine nackte Haut unter meinem Shirt legen. Es würde mir das übliche elektrisierende Gefühl geben. Und sobald ich meine Augen öffnete würde er mich angrinsen. Ich würde mich nach vorne lehnen und seinen perfekten Mund küssen, während ich mit einer Hand durch sein weiches Haar strich oder es ergriff. Doch es passierte nichts von all dem. Schon gar nicht nachdem ich meine Augen wieder geöffnet hatte. So lange es sich auch angefühlt hatte, würde eine jede Uhr in diesem Haus zeigen, dass es sich alles um einen furchtbar kurzen Augenblick gehandelt hatte. Insbesondere der kurze Augenblick, in der ich fantasiert hatte wie es hätte sein sollen und wie es schlussendlich doch nicht war.
In Wahrheit schenkte ich ihm auch nicht das geringste Lächeln, wie in meinen Gedanken, sondern lediglich einen neutral gewordenen Gesichtsausdruck. Ich seufzte schwer innerlich. Mein kleiner Tagtraum hatte sich, da die Realität wieder voll eingeschlagen war, wie ein zweiter Verlust angefühlt. Allerdings hatte dieser im Vergleich zu vorher ein bisschen Hoffnung zurückgelassen. Dass es vielleicht eine Möglichkeit auf ein Zurück gab. Irgendwie, irgendwann. Wenn auch nicht jetzt gerade. Selbst wenn ich auf ewig den pochenden Hintergedanken hatte, dass ihm nicht viel oder vielleicht sogar gar nichts an mir lag. Wenn es nur um den Sex ging, nicht um Freundschaft oder den Grad an Vertrautheit, die ich glaubte bei ihm gehabt zu haben. Selbst wenn wir nicht miteinander sprechen würden, sondern es nur um unsere körperlichen Aktivitäten ging. Die Anwesenheit von physischer Nähe, während die psychische fehlte, wäre noch immer besser als nichts. Das würde ich in kauf nehmen, wenn es mir zumindest die Möglichkeit bringen würde, dass ich mir selbst irgendetwas einreden und einbilden konnte was in Wahrheit gar nicht da war. Was nie da gewesen war. Doch lag diese Entscheidung nicht nur bei mir, es gehörten zwei dazu, wie bei diesem Streit. Vielleicht würde er der Meinung sein, dass sich mit mir abzugeben immer noch einen kleinen Vorteil für ihn herausschlug, wenn er noch einmal darüber nachdachte. Doch fürs Erste musste er gehen. „Du solltest jetzt gehen." Meine Stimme war nicht laut oder hart wie vorhin, als ich ihn angeschrien hatte. Sie war nicht provokant oder überfreundlich. Sie hatte ihren üblichen Klang angenommen. Den, den sie hatte, wenn ich mit Roger über Merlin und die Welt sprach. Wenn wir uns normal unterhielten, die Zeit genossen und es eben alles schrecklich normal war. So, als wäre nicht gerade etwas furchtbares passiert. Als hätte er mich nicht zu tiefst beleidigt und verletzt. Als hätte ich ihn nicht zu Boden geworfen und fast geschlagen. Ich erhob mich schließlich kurz nachdem ich meine Worte gesprochen hatte von ihm. Auch wenn das Bedürfnis da war sitzen zu bleiben und ihn am Gehen zu hindern. Es war nötig, dass er jetzt ging. Damit für ihn und auch für mich die Option bleiben konnte, dass es ein zurück gab.
Für einen Sekundenbruchteil hatte ich überlegt ihm die Hand zu reichen um ihm aufzuhelfen, doch war dies absurd. Das hatte er nicht verdient. Dafür hatte ich gerade schon genug nachgegeben. Mehr, als mein Stolz es normalerweise zu ließ. Mehr als ich es überhaupt sonst irgendwie zu ließ. Ich hasste es nachzugeben. Ich hasste es mir diese Blöße zu geben, diese Art der Schwäche. Selbst bei Roger. Oder vielleicht gerade bei Roger. Verdammt. Er zog so eine Scheiße mit mir ab und trotzdem benahm ich mich, als wäre ich auf ihn angewiesen. Als hätte ich es nötig. Als wäre ich derart verzweifelt. Merlin, er hatte mich wohl noch intensiver manipuliert als ich anfänglich angenommen hatte. Doch war dies etwas, mit dem ich mich jetzt nicht auseinandersetzen würde. Nicht jetzt, nicht hier und schon gar nicht in seiner Anwesenheit. Stattdessen entfernte ich mich einige Schritte von ihm, wandte mich ab und atmete tief ein, damit ich für den kurzen Augenblick, in dem er noch da war, nicht doch etwas dummes tun würde. Mich entschuldigen zum Beispiel.


Antworten Zuletzt bearbeitet am 12.01.2019 20:22.

Lucian

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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 07.01.2019 12:41

Hätte er mir seine Gedanken, dass ich mich potenziell von ihm eingeschüchtert fühlte, mitgeteilt, hätte ich ihm vermutlich mitten ins Gesicht gelacht. Ich fühlte mich keineswegs von ihm bedroht, selbst wenn er zum dritten Mal in Folge die Tornados zum Sieg bringen würde, änderte dies nichts an meiner Sichtweise über ihn oder unserer Beziehung zu einander. Lediglich seine Person und vor allem seine Intentionen, die sich jetzt aufgetan hatten, änderte was an meinen Emotionen ihm gegenüber. Vorhin hatte allein seine Anwesenheit gereicht, damit ich zufrieden war. Wir mussten uns nicht einmal unterhalten und ich genoss dennoch seine Anwesenheit. Vermutlich wäre es auch besser, wenn wir nicht miteinander gesprochen hätten. Dann hätte ich mir nämlich weiterhin etwas vormachen können, dass ich nicht nur ein Experiment war oder eine Spielfigur, jemand, der halt gerade da war, wenn es ihm passte. Denn für mehr war ich in seinen Augen scheinbar nicht zu gebrauchen. Ich spürte wie meine Anspannung für einen kurzen Augenblick nachlies und meine Atmung begann kurz stockend zu werden, während mich ein undefinierbares Gefühl überkam. Ich wusste nicht was es war, doch je mehr ich an Roger dachte und je intensiver ich ihn anblickte, desto schlimmer schien es zu werden.
„Offensichtlich.", kommentierte ich seine Worte noch einmal. Offensichtlich hatte ich mir all die Monate etwas vorgemacht. Offensichtlich hatte ich mir all die Monate selber vorgespielt, dass Roger mehr Interesse an meiner Person hatte, als tatsächlich da gewesen war. Dass er die investierte Zeit gerne mit mir verbrachte, nicht weil es nötig war für sein .. was auch immer das jetzt gewesen war. Dass er die Momente, in denen wir das Bett geteilt hatten, genauso schätzte und gerne hatte wie ich selber. Doch offensichtlich war dem nicht so. Ich hätte es wissen müssen. Ich hätte es bei meinem einmaligen Experiment, eine heterosexuelle Person rumzubekommen, belassen sollen. Ich hätte mir dann nämlich einfach auf die Schulter klopfen und sagen können, dass ich unwiderstehlich genug war einen Mann rumzubekommen, der gar nicht an Männern interessiert war. Ähnlich wie Azra, die sich schon damit gebrüstet hatte, dass sie Frauen rumbekommen hatte, die nicht auf Frauen standen. Mit dem Unterschied, dass ich keinerlei Veelagene besaß, mit denen ich jemand schöne Augen machen konnte. Es wäre allein mein Verdienst gewesen. Zugegeben konnte ich dies jetzt immer noch behaupten, doch hatte dies einen ziemlich bitteren Beigeschmack, wenn ich daran dachte, dass er den Spieß umgedreht hatte, die Spielfiguren aufgehoben hatte, als es mir längst nicht mehr um das Spiel ging, sondern um ihn. Und Slytherins waren angeblich die hinterlistigen Schlangen. Dabei schauten wir stets nach unseren eigenen Leuten. Etwas, das ich in meinem ersten Schuljahr vom Vertrauensschüler mitgeteilt bekommen hatten. Ravenclaws taten dies nicht. Sie würden andere wegstoßen sobald es um ihren Vorteil ging. Ich hatte mir immer viel auf mein Haus eingebildet, so wie es viele taten – ja, auch die aus anderen Häusern hatten ihren Stolz – und vielleicht hätte ich auch bei meiner Einstellung aus der Schule damals bleiben sollen. Mit der Einstellung, mich nur mit eines gleichen abzugeben. Mit Falcons oder eben Slytherins. Denn bei Roger hatte ich in der Zwischenzeit schon fast das Gefühl bekommen, dass er mehr als ein guter Freund. Mehr wie ein enger oder gar bester Freund. Was mich auf den Gedanken brachte, dass ich mit ihm in den letzten Monaten mehr Zeit verbracht hatte als mit meinem eigentlich besten Freund Peregrine. Und was hatte ich nun davon einen Außenstehenden zu nah an mich ranzulassen? Genau. Dieses komische Gefühl in der Brust, das mich regelrecht zu zermürben schien.
Wäre ich denn sonst immernoch hier? Eine durchaus berechtigte Frage. Eine Frage auf die ich im Grunde gar nicht antworten wollte, eine Frage über die ich nicht genauer nachdenken wollte. Doch hatte ich mir die Antwort selbst bereits längst gegeben... Oder? Hätte er das wirklich so lange durchziehen können? Ich war mir nicht wirklich sicher. „Wer weiß schon was deine Intentionen gewesen sind. Ich für meinen Teil kann nur rätseln." Für einen kurzen Augenblick ließ ich die Anspannung fallen und sah ihn mit einem betrübten Gesichtsausdruck an, ehe ich leicht meinen Kopf schüttelte. Nein. Jetzt war nicht die Zeit für Gejammere. Ich musste zwar rätseln was seine Intentionen betraf, doch alle möglichen Dinge waren nicht gerade angenehm. Nicht im Entferntesten. Eine Vorstellung schmerzhafter als die andere.
Ich ließ mich nicht davon beeindrucken als er in einer flüssigen Bewegung aufstand und sich genau vor mich stellte. Er mochte zwar ein ganzes Stück größer sein als ich und ich musste, aufgrund der Nähe, zu ihm aufschauen, doch schüchterte ermich nicht ein. Wenn selbst ein Hüne wie Marcus Flint es nicht schaffte mich eine Sekunde lang einzuschüchtern, dann würde es jemand wie Roger Davies ganz sicherlich nicht schaffen. Doch der Kapitän der Tornados hatte dem der Waps einen entscheiden Vorteil gegenüber: Er wusste welche beleidigungen richtig trafen, weil er mich in den letzten Monaten gut genug kennengelernt hatte. Seine Tonlage schnitt tief, doch war diese nichts zu den Worten, welche er gerade ausgesprochen hatte. In diesem Augenblick hatte ich das Gefühl, dass sämtliche Vorgänge in meinem Inneren, seien es der Wirbelsturm an Gedanken oder der gefühlte Strom durch meine Anspannung, stoppten. Für einen Moment schien als wäre dort nichts mehr, gar nichts mehr. Ich konnte nicht anders als ihn mit einem schockierten Gesichtsausdruck anzusehen. Im Grunde war ich selbst Schuld an einer Aussage wie diesen. Nicht, weil wir das Spiel gegen die Arrows verloren hatten, was uns geradewegs in die Verlierer-Klammer befördert hatte, nein. Ich war selbst daran schuld, weil ich zugelassen hatte, dass Roger mich wirklich kennengelernt hatte. Weil ich ihm, einem vermeintlichen Freund, gegenüber unachtsam geworden war. Weil ich überhaupt zu ließ, dass mir seine Meinung, seine Worte etwas bedeuteten und ich ihm dadurch so viel mehr Macht über mich gegeben hatte als ich es gewohnt war, als ich es sollte und vor allem, als er es verdiente. Es schmerzte mehr als ich mir selber eingestehen wollte, aber es musste. Peregrine hätte so etwas niemals gesagt und Tabitha auch nicht. So sehr ich mich auch manchmal mit Darius kabbelte, doch wagte ich auch bei ihm zu bezweifeln, dass er mir so etwas an den Kopf werfen würde. Das er so etwas ernsthaft glauben würde. Doch er war nicht Peregrine, er war auch nicht Tabitha und Darius auch nicht. Er war Roger Davies, Kapitän der Tutshill Tornados. Und das, das war offenbar seine Meinung. Über mich und mein Team. Es waren seine kurz darauf folgenden Worte, es hatte sich für mich wie eine Ewigkeit angefühlt, die mich aus der Starre geholt hatten. Denn diese sorgten dafür, dass noch mehr Wut mein Innerstes füllte, als ich je zuvor gespürt hatte. Ich zögerte keinen Moment länger und riss ihn mít meiner gesamten Kraft, die sich durch meine Wut verstärkt hatte, zu boden. Ich landete geradewegs auf Roger und verspürte eine so ungezügelte Wut, von der ich nicht glaubte sie noch länger eindämmen zu können. „Beleidige mich so viel du willst, aber wage es nicht noch einmal in deinem Leben etwas gegen mein Team zu sagen. Nicht gegen einen Spieler, nicht gegen eine Spielerin, egal ob erste Mannschaft oder Ersatzbank, und auch nicht gegen sonstiges Personal das zu den Falcons gehört.", schrie ich ihn schließlich an, wie er es von mir noch nie gehört hatte, während ich ihn regelrecht an seinem Kragen zu mir hochgerissen hatte, ehe ich ihn wieder von mir wegschubste, damit ich mit meiner Faust ausholen konnte.


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Re: Das Wohnzimmer

von Lucian am 06.01.2019 21:06

Mir war nicht entgangen wie sich Rogers Mimik verändert hatte, auch das Verengen seiner Augen bei dem abfälligen Geräusch, welches ich mit meiner Zunge gemacht hatte, war micht entgangen. Doch interessierte mich dies gerade nicht sonderlich .. vielleicht auch doch und ich gab mir Mühe ihn noch mehr aufzuregen. Ganz sicher konnte ich dies nicht sagen, denn eigentlich hatte ich keine Freude daran mich zu streiten. Zumindest nicht mit Roger. Streitereien waren bei uns bisher auch nicht an der Tagesordnung gewesen, doch hatte ich schon seit der Sommerparty, an der ich so schrecklich verärgert gewesen war, gemerkt, dass irgendetwas in mir zu brodeln begann. Vermutlich war ich einfach noch immer schrecklich nachtragend, dass er erst mit anderen flirtete, um mir am Ende selber vorzuwerfen, dass ich dies tat, obwohl er mich regelrecht dazu aufgefordert hatte. Mit etwas anderem, wieso sich meine Stimmung seit dem schnell ins negative ändern konnte, wenn er irgendwelche Frauen ansprach, konnte ich es mir nicht erklären. Vielleicht doch. Vielleicht war es auch einfach die Dreistigkeit seiner Lügen, die er zwanghaft versuchte aufrecht zu erhalten, wobei ich ihn längst durchschaut hatte. Ob er mich wirklich für so dumm hielt, wie mir gerade in den Sinn kam, dass er es tat? Mein Gedankengang sorgte nicht gerade dafür, dass ich mich sonderlich entspannte. Im Gegenteil. Meine Finger gruben sich mittlerweile regelrecht in die Armlehnen meines Ledersessels, während sich meine Muskulatur immer mehr anspannte, was man insbesondere an meinem Gesichtsausdruck sehen konnte. Er gab sich sonst ja immer so hochnäsig mit all den Büchern, mit seinen Lyrikwerken und die Tatsache, dass er mir mal unterstellt hatte, dass ich mich nicht um mich alleine kümmern konnte, weil ich eine Hauselfe besaß, machte es nicht besser. Damals hatte ich dies als Spaß aufgefasst, wie diverse Sachen. Aber was war, wenn all dies gar keine Scherze gewesen waren? Wenn er sie ernst meinte und sie mir nur als solche auftischte, damit er sich weiterhin als etwas vermeintlich besseres fühlen konnte? „Du bist doch sonst auch so wahnsinnig gebildet und intelligent, ich schätze, dass du dir dann selber zusammenreimen kannst was genau ich meine.", antwortete ich daher mehr als angespannt. Genau genommen klangen meine Worte eher so, als müsste ich mich dazu zwingen sie auszusprechen – nicht, weil ich sie nicht so meinte, sondern viel mehr weil ich gerade so dermaßen gereizt war, dass ich befürchtete die Kontrolle zu verlieren, wenn ich auch nur ein bisschen locker ließ. Vielleicht hätte ich seiner Aussage, dass er eine vielversprechende Ersatzspielerin ins erste Team geholt hatte, gar keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt, zumindest nicht mehr als beruflich bedingte Neugier, wenn ich nicht selber gesehen hätte, wie er auf der Sommerparty ausschließlich mit Frauen geflirtet hatte. Damals hatte ich ihm Angst vor der Presse unterstellt, welches er damit abschmetterte, dass er sein Privatleben nicht veröffentlichen wollte. Was war, wenn ich tatsächlich falsch gelegen hatte und er nur nicht wollte, dass Leute dachten, dass er an Männern interessiert war, wenn es gar nicht stimmte. Vielleicht war er ja doch, entgegen meiner Annahme, heterosexuell und das zwischen uns hatte sich einfach so ergeben. Dass er eine Vorliebe für Aufregung und Neues hatte war mir bekannt. Doch in diesem Kontext entwickelten sich meine Gedanken wie von allein in eine komplett andere Richtung. Und es war genau dieser Gedanke, der einen derart tiefen Riss in meinem Inneren verursachte, den ich glaubte so noch nie gespürt zu haben. Wenn ich korrekt schlussfolgerte, machte es mich lediglich zu einem sozialen Experiment, für die Ravenclaws doch ohnehin stets zu haben gewesen war. Zu einem Spiel von ihm. Für einen Moment musste ich wohl so schauen, als hätte eine Erkenntnis gehabt, die sich in Bestürzung änderte. Es ist nicht alles schwul, nur weil du es behauptest. Auch, wenn du vielleicht den Eindruck hast. Er hatte auf meine Aussage, dass er ausgesprochen heterosexuell sei, lediglich mit Touché geantwortet, nachdem ihm keine andere Antwort eingefallen war. Ich hatte nie großartige Schwierigkeiten gehabt mir Aussagen anderer Personen zu merken, aber eindeutig musste ich an meinen Interpretationen arbeiten. Denn jetzt kam es mir vor, als hätte er meine ironische Aussage einfach ernst beantwortet. Und mir war es nicht aufgefallen. Kein Wunder, dass er sich für etwas besseres hielt – was es kein bisschen besser machte. „Du bist hetero.", rutschte es mir schließlich in einem komplett entgeisterten Ton heraus, ohne ihm überhaupt zu sagen wie ich auf einmal auf den Gedanken gekommen war. Um Ecken zu denken, auch um viele, war etwas, in dem mich meine Eltern stets bestärkt hatten, dementsprechend war mir sehr wohl bewusst, dass manche das Gefühl hatten, dass gewisse Aussagen von mir aus dem Nichts kamen, wohin gegen sie sich mir als vollkommen logisch erschlossen.
Und jetzt signalisiserte sein scharfes Luft einziehen, welches wohl eher angebracht gewesen wäre wenn ich seine Mutter als Schlammblut beleidigt hätte, dass er mich gerade zu allem übel noch verurteilte. Wenn ich mich selber nicht schon längst in rage gedacht hätte, wäre spätestens jetzt der Punkt an dem der eben erwähnte Riss sich anfühlte wie ein schwarzes Loch. Meine Wut war zwar nicht verflogen, lange nicht, doch hatte ich jetzt wenigstens nicht mehr den Hintergedanken darauf zu achten was ich sagte, damit es nicht schlimmer wurde. Nicht, dass ich darin so begabt war, aber ich hatte bisher immer vermeiden wollen, dass er irgendetwas negatives annahm. Doch verurteilte er mich gerade sowieso längst. Ich konnte nicht sagen ob dies jetzt daran lag, dass ich als Kapitän Sex mit meinen Mitspielern hatte oder, dass unser Team allgemein mal was miteinander hatte. Oder war es vielleicht wegen meinem offensichtlich promiskuitiven Lebensstil? Alle Annahmen waren absurd. Und alle Annahmen waren verurteilend und bewertend. Genau wie es andere schon getan hatten. Genau wie mein eigener Vater mich dafür schon verurteilt hatte – also für mein ausgiebiges Liebesleben, nicht für die Sache mit meines Teams, weil er dies aufgrund seines frühen Ablebens nie erfahren hatte. Die bisherige brodelnde Wut schien immer mehr abzukühlen und zu einer eiskalten Wut zu entwickeln. „Herzlichen Glückwunsch, dass du offensichtlich in der Lage bist zu erkennen, dass es sich bei dem Wort Teamkameraden um die Mehrzahl handelt. Da du scheinbar so brennend interessiert daran bist, sollte ich vielleicht erwähnen, dass die Co-Trainerin auch noch dazu gehört. Wenn du schon verurteilen willst, dann wenigstens für alles.", meine Stimme war mindestens so kalt wie seine, wenn nicht sogar noch ein wenig emotionsloser. Aber immerhin erlaubte dies mir ihn nicht anzuschreien. Allerdings war dies kein Garant, dass es auch so bleiben würde. Meine Launen waren schon immer von starken Schwankungen geprägt und es brauchte nur eine Aussage um das Feuer wieder anzuzünden und diese wie Lava aus einem Vulkan ausbrechen zu lassen. „Na offensichtlich hatten wir mehr als genügend Zeit oder vermutest du jetzt noch, dass ich die Schiedsrichter bestochen habe in dem ich Sex mit ihnen hatte, Roger?" Es war eine rhetorische Frage. Natürlich. Ich wollte seine Antwort darauf auch ehrlich gesagt gar nicht wissen. Ich erhob mich schließlich bei meinen Worten, die einen beinahe drohenden Unterton besaßen, aus meinem Sessel. Er würde sich von mir sicherlich nicht so leicht einschüchtern lassen, das war auch gar nicht meine Intention. Sondern viel mehr wollte ich ihm signalisieren, dass er mich verurteilen konnte wie er wollte – ich sah mich inzwischen in einer erhöhten Position (vor dem Streit hatte ich uns noch auf Augenhöhe eingestuft, doch war ich damit wohl allein gewesen) und blickte auf ihn herab. Wortwörtlich.


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